Die Gesundheitsversorgung in Deutschland unterliegt mehr denn je großen Veränderungen. Anhaltender Kostendruck, Folgen des demografischen und epidemiologischen Wandels, der Fachkräftemangel, vor allem in strukturschwachen Regionen, aber auch der technische Fortschritt, die veränderte Rolle der Patient*innen und ihre Erwartungen lassen den Reformdruck steigen. Die Robert Bosch Stiftung fördert mit ihrem Programm „PORT – Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung“ die Entwicklung und Implementierung von lokalen Gesundheitszentren in Deutschland.

Nach dem Vorbild von internationalen Community Health Centers, wie beispielsweise in Schweden oder Kanada, streben die PORT-Zentren an, eine patientenzentrierte, koordinierte, kontinuierliche, gesundheitsfördernde Versorgung „aus einer Hand“ anzubieten. Sie verfolgen innovative Ansätze der berufsgruppenübergreifenden Kooperation, um bislang ungenutzte Möglichkeiten in der Therapie- und Versorgungspraxis auszuschöpfen. Patient*innen sind dabei Akteur*innen im Sinne ihrer eigenen Gesundheit und werden als Partner*innen im Behandlungsprozess betrachtet. Die Zentren sollen moderne digitale Technologien (eHealth) nutzen, Sektorengrenzen zu weiteren Versorgungsbereichen überwinden und die Einbindung in kommunale Strukturen stärken. Sie sollen eine direkte Verbindung von individueller Primärversorgung und populationsorientierten Public-Health-Ansätzen ermöglichen.

Die LVG & AFS hat die Phase des Aufbaus bzw. der Implementierung von fünf Zentren im Rahmen einer formativen Evaluation im Zeitraum 15.06.2017 – 31.01.2019 begleitet. Dabei stand der Abgleich der Leistungsangebote der Zentren und deren Bedarfsgerechtigkeit im Mittelpunkt sowie die Initiierung einer Übersetzung, kulturellen Adaption und psychometrischen Testung des „Medical Home Care Coordination Survey“ in Kooperation mit dem Institut für Allgemeinmedizin, Universität zu Lübeck.