Aktionsbüro Gesundheit rund um die Geburt

Aktionsbüro Gesundheit rund um die Geburt

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sowie das erste Lebensjahr eines Kindes stellen eine besonders sensible Lebensphase von Frauen und Familien dar. Eine enge und individuelle Betreuung durch eine Hebamme und/oder eine*n Frauenärzt*in sowie das Vorhandensein von gesundheitsförderlichen Rahmenbedingungen sind in dieser Phase von größter Bedeutung, um den Familien einen guten und gesunden Start in diesem neuen Lebensabschnitt zu ermöglichen. Aufgrund eines stetig zunehmenden Fachkräftemangels, insbesondere in der Hebammenversorgung sowie Schließungen von Geburtshilfeeinrichtungen bei gleichzeitig ansteigenden Geburtenzahlen sind seit längerem besonders in ländlichen Regionen, zunehmend aber auch im urbanen Bereich, akute Versorgungsengpässe in der geburtshilflichen Betreuung zu beobachten. Daher wurde Anfang 2017 auf Bundesebene das nationale Gesundheitsziel „Gesundheit rund um die Geburt“ definiert, um hier eine Verbesserung sowohl im stationären als auch im ambulanten Sektor zu initiieren und damit die Rahmenbedingungen für (werdende) Familien zu verbessern.

 

Ziele 

Die Bundesländer haben dem Auftrag des Bundes folgend Initiativen zur Umsetzung des nationalen Gesundheitsziels „Gesundheit rund um die Geburt“ gestartet. In Niedersachsen wurde 2019 das Aktionsbündnis Gesundheit rund um die Geburt gegründet und Anfang 2022 mit Fördermitteln des Landes das Aktionsbüro Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen in der LVG & AFS eingerichtet. Zentrale Aufgabe des Aktionsbüros ist die Entwicklung eines landesweiten Aktionsplanes zur Schaffung entsprechender Versorgungs- und Unterstützungsangebote rund um Schwangerschaft, Geburt und frühe Kindheit, um die Gesundheit von (werdenden) Müttern, Kindern und Familien zu erhalten und zu fördern und der in Deutschland häufig zu beobachtenden Über-, Unter- und Fehlversorgung von Familien in dieser Lebensphase entgegenzuwirken. Dabei sind die Bedarfe der Frauen und Eltern handlungsleitend.

MAẞNAHMEN

Die Tätigkeitsfelder des Aktionsbüros setzen sich insbesondere aus den folgenden Zielen zusammen:

  • Vorhandensein vielfältiger, wohnortnaher Versorgungsangebote rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und frühe Kindheit mit niedrigschwelligem Zugang
  • Bedarfsgerechte Stärkung der Geburtshilfe
  • Stärkung von evidenzbasierter Aufklärung und Transparenz bei Schwangerschaft und Geburt
  • Steigerung physiologischer Geburten
  • Verbesserung sektorenübergreifender sowie interprofessioneller Zusammenarbeit
  • Etablierung interprofessioneller Qualifizierungsangebote
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die in der prä-, peri- und postpartalen Versorgung beschäftigten Berufsgruppen
  • Entwicklung von Strategien zur Behebung des Fachkräftemangels in der Hebammenversorgung
  • Vernetzung der Akteur*innen in Niedersachsen

Laufzeit

01.11.2021 – 31.10.2023

Förderer

Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Kooperationspartner*innen

Aktionsbündnis Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen, Gesundheitsregionen Niedersachsen sowie weitere Partner*innen

Bericht von der Fachtagung

„Gesundheit rund im die Geburt in Niedersachsen“ am 05. Juli 2022

Am 5. Juli richtete das Aktionsbüro die erste Fachtagung mit dem Titel „Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen – Perspektiven und Innovationen zur Bewältigung aktueller Herausforderungen in der Geburtshilfe“ aus. Die in Präsenz durchgeführte Veranstaltung bot den Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm in Form von vier Vorträgen, fünf Workshops und einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion.

Das aus den unterschiedlichsten Netzwerkgruppen zusammengesetzte Publikum brachte sich lebhaft in die Diskussion ein. Unter anderem wurden die ökonomischen Schwierigkeiten, die sich aus der unzureichenden Finanzierung der physiologischen Geburtshilfe auf Basis des DRG-Systems ergeben, das Problem des Personalmangels sowie die Verbesserung der häufig nicht optimal verlaufenden interdisziplinären Zusammenarbeit und Kommunikation diskutiert.

Der durch die Bundeselterninitiative Mother Hood e.V. an alle beteiligten Berufsgruppen und Akteure ausgesprochene Apell: „Sehen Sie nicht nur schwarz und weiß und vergessen Sie die Belange der Eltern nicht!“ wurde von allen Teilnehmenden und Referent*innen deutlich gehört. Die Tagung endete mit dem Versprechen von allen Interakteuren, nicht nur zu reden, sondern mit ganzer Kraft weiter an einer Lösung zu arbeiten. Denn es ist nicht egal, wie wir geboren werden!