Wohl.Fühlen

Ein älteres Paar umarmt sich

Wohl.Fühlen

Das Projekt „Wohl.Fühlen“ greift mit „Gewaltprävention“ und „sexuelle Selbstbestimmung“ zwei Themen auf, die bisher im Handlungsfeld „Prävention für Bewohner*innen in stationären Pflegeeinrichtungen“ nur wenig beachtet und selten adressiert werden.  Es knüpft an Ergebnisse des Vorgänger-Projekts „Gesundheitsförderung für Bewohner*innen in Pflegeheimen“ an: Die am partizipativen Prozess Beteiligten hatten sich dort zunächst für gesundheitsfördernde Maßnahmen in Handlungsfeldern wie z.B. Ernährung oder Bewegung entschieden. Darüber hinaus wurde jedoch der Bedarf deutlich, auch diese sensibleren Thematiken stärker in den Fokus zu rücken. Vor dem Hintergrund der COVID-19 Pandemie haben menschliche Grundbedürfnisse nach Sicherheit und Nähe in Pflegeeinrichtungen noch einmal an Bedeutung gewonnen.

Ziele 

Die ausgewählten sechs teil- und vollstationären Projekteinrichtungen stellen die sensiblen Themen Sexualität und Gewalt in den Fokus ihrer Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Gemeinsames Ziel ist es, die nach wie vor tabuisierten Themen „Gewalt“ und „Sexualität“ für alle Beteiligten in den Pflegeeinrichtungen „besprechbar“ zu machen und auf Augenhöhe miteinander zu bearbeiten. Jede eingebrachte Perspektive ist wichtig und geeignete Maßnahmen werden in den jeweiligen Einrichtungen entwickelt und umgesetzt. Die Steuerungsgruppe als zentrales Instrument entscheidet über das Gesamtkonzept, welches systematisch und nachhaltig in die Abläufe integriert werden soll. Die Auswirkungen der Pandemie auf das Selbst- und Gemeinschaftserleben und deren Aufarbeitung werden miteinbezogen.

Ein weiteres Teilziel des Projektes ist die Zusammenarbeit und Vernetzung der Pflegeeinrichtungen mit externen Kooperationspartner*innen sowie untereinander.

MAẞNAHMEN

Insgesamt sechs (teil)stationäre Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen und Bremen werden dabei begleitet, in den beiden Themenfeldern gesundheitsförderliche Maßnahmen zu planen, umzusetzen und anzupassen. Eine zentrale Bedeutung hat der Partizipationsansatz: Die Steuerungsgruppen in den beteiligten Projekteinrichtungen setzen jeweils zu einer Hälfte aus Beschäftigten wie Leitungs-, Pflege- und Betreuungskräften sowie hauswirtschaftlichem Personal, zur anderen Hälfte aus dem Kreis der Bewohner*innen/Tagesgäste und Angehörigen zusammen.

In der ersten Phase werden die Beteiligten aus der gesamten Einrichtung für die Projektthemen sensibilisiert. Die Steuerungsgruppe plant daraufhin Maßnahmen, um sich ein Meinungsbild von möglichst vielen Beteiligten zu verschaffen. Auf dieser Grundlage werden konkrete Ziele und Maßnahmen entwickelt, für die anschließend ein Projektantrag auf Fördermittel gestellt werden kann. Dann erfolgt die Umsetzung der Maßnahmen mit anschließender Evaluation.

Die LVG & AFS und pro familia begleiten die Prozesse in den Einrichtungen und unterstützen bei der Beantragung der Projekte. Gemeinsam organisieren sie Netzwerktreffen der beteiligten Einrichtungen zum Austausch von Informationen und Erfahrungen. Im Rahmen eines Abschlussberichts und einer Abschlussveranstaltung werden die Ergebnisse des Projektes veröffentlicht.

Während der Covid-19-Pandemie und unter Berücksichtigung der landesweit geltenden Verordnungen und Anforderungen an Hygienemaßnahmen stellt die Umsetzung der Maßnahmen vor Ort eine Herausforderung dar. Der Entwicklungsprozess in den Projekteinrichtungen ist entsprechend verlangsamt.

Das Vorgehen in den Einrichtungen wird von der Hochschule Hannover wissenschaftlich begleitet.

Laufzeit

Projektstart: 01. September 2019

Förderer

BARMER Niedersachsen/Bremen

Kooperationspartner*innen

  • Pro familia Niedersachsen e.V.
  • Prof. Dr. Nina Fleischmann, Hochschule Hannover, Fakultät V Diakonie, Gesundheit und Soziales