Gesundheitsfachkräfte im Quartier Bremen & Bremerhaven

Gesundheitsfachkräfte vor dem Impfmobil

Gesundheitsfachkräfte im Quartier Bremen & Bremerhaven

Die Gesundheitsfachkräfte im Quartier sind Ansprechpersonen in Bremen und Bremerhaven zur Vermittlung von Informationen und zur Entwicklung von Angeboten rund um die Themen Gesundheit und COVID-19. Hintergrund ihrer Etablierung war die Beobachtung, dass sich in der zweiten Covid-19-Infektionswelle ein ungleich verteiltes Infektionsgeschehen in den Bremer Stadtteilen zeigte. In einigen benachteiligten Quartieren lagen die Fallzahlen deutlich über dem Bremischen Durchschnitt. Als mögliche Ursachen hierfür werden beispielsweise beengter Wohnraum, prekäre Beschäftigung, Nutzung des ÖPNV, Bildungsgrad und sprachliche Barrieren herangezogen. Der Bremer Senat hat auf dieses Geschehen kurzfristig reagiert und die LVG & AFS mit der Durchführung von zwei eng miteinander verzahnten Projekten beauftragt. Dabei handelt es sich um die Einsetzung der Gesundheitsfachkräfte in benachteiligten Quartieren sowie um ein Informations- und Qualifizierungsangebot zur Covid-19-Pandemie in Bremer Stadtteilen (IQ-Covid).

 

Ziele 

Die Ziele des Projektes sind der Auf- und Ausbau von gesundheitsbezogenen Strukturen im Quartier, die Sensibilisierung für Themen der Gesundheitsförderung und Prävention durch zielgruppengerechte dezentrale Angebote, die Vermittlung von Informationen zu Themen rund um die COVID-19-Pandemie sowie die Abmilderung der negativen gesundheitlichen Folgewirkungen der Pandemie. Auf langfristige Sicht soll damit die Gesundheitskompetenz der Bewohner*innen in den Quartieren gestärkt und ein Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit geleistet werden.

MAẞNAHMEN

Das Projekt wird in 14 Bremer Quartieren, den sogenannten „Wohnen in Nachbarschaft (WiN)-Gebieten“, und in 4 Quartieren Bremerhavens umgesetzt. Es wurden in Bremen zehn und in Bremerhaven zwei Vollzeitstellen für Gesundheitsfachkräfte geschaffen, die im Rahmen einer von der LVG & AFS koordinierten Basisqualifizierung beispielsweise zu den Grundlagen der Prävention und Gesundheitsförderung, Basiswissen zu COVID-19, dem Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit sowie zielgruppenspezifischer Arbeit und Netzwerkarbeit weitergebildet wurden.

Die Gesundheitsfachkräfte werden in Einrichtungen direkt in den Quartieren angesiedelt, um eng mit den Akteur*innen und Schlüsselpersonen vor Ort zusammenarbeiten zu können. Zu ihren Aufgaben zählt es, Bewohner*innen und Multiplikator*innen über gesundheitsbezogene Themen (u. a. Ernährung, Bewegung, Medienkonsum, psychische Gesundheit) und COVID-19 zu informieren, wobei sie bei Bedarf an andere Angebote im Quartier verweisen. Neben stadtteilbezogenen Informationsveranstaltungen initiieren und unterstützen die Gesundheitsfachkräfte zudem verschiedene gesundheitsbezogene Angebote und Projekte im Quartier. Bei Bedarf binden sie dabei auch weitere externe Akteur*innen ein. Darüber hinaus sind sie in den quartiersbezogenen Netzwerkstrukturen aktiv und kooperieren mit anderen Stadtteilakteur*innen und den Communities zugewanderter Menschen. Grundsatz der Arbeit der Gesundheitsfachkräfte ist, dass die Angebote in den Quartieren niedrigschwellig, vernetzt, konzeptbasiert, zielgruppenspezifisch (z. B. hinsichtlich des Geschlechts, Einwanderungsgeschichte, sprachlicher Barrieren) und soweit möglich partizipativ gestaltet werden.

Die Projektkoordination ist indes zuständig für die quartiersübergreifende Steuerung der Maßnahmen und Aktivitäten und die Vernetzung mit Akteur*innen auf Landes- und kommunaler Ebene. Sie steht den Gesundheitsfachkräften beratend zur Seite, organisiert fortlaufende Austausch- und Qualifizierungsangebote und koordiniert darüber hinaus die Öffentlichkeitsarbeit.

Laufzeit

01. Januar 2021 bis 31. Dezember 2023

Förderer

Das Projekt wird finanziert durch die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz.

Kooperationspartner*innen

Die Gesundheitsfachkräfte kooperieren und arbeiten in enger Vernetzung mit Akteur*innen und Einrichtungen aus den jeweiligen Stadtteilen, z.B. mit Quartiersmanager*innen, Angeboten der aufsuchenden Arbeit und Pflegeeinrichtungen.

Die Gesundheitsfachkräfte