Abgeschlossenes Projekt

Mann, was geht?!

Abgeschlossenes Projekt

Mann, was geht?!

Vorsorgemuffel, Gesundheitsignorant und tapferer Indianer, der keinen Schmerz kennt? Das Gros der Berichterstattung über Männer kommt ohne Geschlechterstereotype und Zuschreibungen kaum aus. Auch in der Gesundheitsförderung werden Männer vorschnell zur „unerreichbaren Dialoggruppe“ erklärt. Unerreicht von vermeidbaren Gesundheitsrisiken bleiben Männer hingegen nicht. Viele Männer unterschätzen ihr eigenes Krankheitsrisiko – die Psychologie spricht dabei von einem optimistischen Fehlschluss. Auch scheinen Angebote im Bereich der psychischen Gesundheit nur bedingt geeignet, das männliche Inanspruchnahme- und Hilfesuchverhalten zu fördern. Gesundheitsförderung geht oftmals an Männern vorbei und nicht umgekehrt. Dementsprechend gewinnt die ressourcenorientierte Gestaltung männerfreundlicher Zugangswege an Bedeutung.

Ziele

Das Modellprojekt „Mann, was geht?!“ zielt darauf ab, Rahmenbedingungen zur Förderung der psychischen Gesundheit von Männern zu gestalten. Darüber hinaus sollen  individuelle Gesundheitsressourcen im Umgang mit potenziellen psychischen Belastungssituation in unterschiedlichen Lebens- und Übergangsphasen gestärkt werden. „Mann, was geht?!“

  • sensibilisiert für Aspekte psychischer Gesundheit
  • untersucht und reflektiert das subjektive Gesundheitserleben von Männern
  • fördert die Gesundheitskompetenz von Männern
  • erprobt männergerechte Zugänge und Methoden in betrieblichen und virtuellen Lebenswelten.

MAẞNAHMEN

Die Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit verlaufen entlang zweier Projektpfade: Analog im Setting Betrieb sowie digital über eine Website.

Über die Strukturen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements werden in Zusammenarbeit mit Modellbetrieben unterschiedlicher Branchen Zugänge zu Dialoggruppen erprobt – z. B. zu jungen Vätern, zu Männern in spezifischen Belastungskonstellationen oder der Babyboomer-Generation.

Zudem dient die Website www.mann-was-geht.de nach angloamerikanischem Vorbild der Entstigmatisierung und der Reflexion klassischer Männerbilder und bietet verhaltenspräventive Strategien an. Im Vordergrund stehen eine männergerechte Ansprache und interaktive Austauschformate. Gemeinsam mit Experten und themenspezifischen Influencern wird der Dialog mit und unter Männern über lebensphasenspezifische Anliegen (z. B. ein guter Vater sein, Männerfreundschaften pflegen, Rollenanforderungen meistern) angeregt. Ein interner Bereich für Health Professionals unterstützt Unternehmen mit Praxishilfen und Dialogformaten bei einer männergerechten Gestaltung gesunder Arbeit.

Charakteristisch für beide Projektpfade ist die ressourcen- und lebensphasenorientierte sowie partizipative Herangehensweise.

Die LVG & AFS koordiniert die betrieblichen Aktivitäten, strebt Vernetzung durch Fachtagungen an, informiert und ist für die fachlich-redaktionelle Betreuung der Website verantwortlich.  

Laufzeit

Laufzeit: 01. Mai 2018 – 31. Oktober 2021

Förderer

Techniker Krankenkasse

Kooperationspartner

Die Begleitevaluation erfolgt durch die Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG 4: Gesundheitsförderung und Prävention