EMPOW

Gesichter von Menschen unterschiedlichster Herkunft

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Vulnerabilität und Empowerment: Partizipative Ansätze der Gesundheitsförderung mit Geflüchteten

Das Konzept der Vulnerabilität erfüllt eine zentrale Funktion in Public Health: Es dient der Bestimmung von Gruppen, die eine gezielte Unterstützung und einen besonderen Schutz benötigen. In seiner praktischen Anwendung entfaltet das Konzept aber auch ambivalente Effekte, wie das Festschreiben von Machtverhältnissen und die Vernachlässigung von Heterogenität innerhalb von Gruppen, in deren Folge die Handlungsfähigkeit von Gruppen tendenziell unterschätzt wird. Das EMPOW-Projekt zielt darauf ab, die theoretischen Grundlagen des Konzepts der Vulnerabilität weiterzuentwickeln und dabei ein besonderes Augenmerk auf Potenziale der individuellen und kollektiven Handlungsfähigkeit (Agency) und Selbstermächtigung (Empowerment) zu legen.

Ziele 

Ziel des Projektes ist es, gesundheitsbezogene Bedarfe und Ressourcen Geflüchteter partizipativ zu bestimmen, um partizipativ Maßnahmen der Gesundheitsförderung zu entwickeln und umzusetzen. Menschen mit Fluchterfahrung werden dabei als Co-Forschende und Community-Partner*innen beteiligt: Sie bestimmen die Themenwahl, die Zielsetzung, das methodische Vorgehen, die Auswertung und die Entwicklung praktischer Maßnahmen der Gesundheitsförderung wesentlich mit.

MAẞNAHMEN

Das Community-basierte partizipative Forschungsprojekt EMPOW wird von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München koordiniert und gemeinsam mit Kooperationspartner*innen an drei Standorten (Berlin, Hannover, München) umgesetzt. In Hannover ist die LVG & AFS ein zentraler Partner, in Berlin der Verein GEDA e.V. und in München das Beratungs- und Behandlungszentrum Refugio.

In Hannover wird das Projekt durch eine Arbeitsgruppe bestehend aus geflüchteten Frauen geleitet. Die Arbeitsgruppe wird durch die LVG & AFS moderiert.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe diskutieren gesundheitsbezogene Bedarfe von geflüchteten Frauen in Hannover, entwickeln Maßnahmen und setzen diese auch selbst um. Konkret werden kurze Videos in Farsi und Arabisch mit Bewegungsübungen, alltagspraktischen Informationen sowie Bastelanleitungen für Kinder erstellt. Die Videos werden über WhatsApp-Gruppen mit anderen geflüchteten Frauen in Hannover geteilt.

Als weitere Maßnahme wird ein Sprachlernangebot für geflüchtete Frauen auf dem Niveau A1 durchgeführt. Das Sprachlernangebot wird zweimal pro Woche online über den Streamingdienst Zoom angeboten. Teilnehmen können Frauen, die keine oder nur geringe Deutschkenntnisse haben.

Laufzeit

01. November 2019 – 31. Dezember 2022

Förderer

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Kooperationspartner*innen

Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)