Netzwerkveranstaltung
28. September 2022

Netzwerk Sozialpsychiatrischer Dienste in Deutschland

Wohnraumproblematik im Spannungsfeld von Sozialpsychiatrie und Gemeinwesenarbeit

Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen sind in unserer Gesellschaft vielen Risikofaktoren ausgesetzt. Dazu zählen neben den gesundheitlichen Faktoren auch die sozialen Umweltfaktoren. Passender Wohnraum, niederschwelliger Zugang zu psychiatrischen Hilfen, Einbindung in das Gemeinwesen der Kommunen und vorhandene Beschäftigungsmöglichkeiten, sind wesentliche Faktoren zum Erhalt einer dauerhaften Stabilität. 

Anmeldung

Insbesondere chronisch erkrankte Menschen verlieren oft den Blick für ihre behördlichen und finanziellen Zwänge, sind aufgrund ihrer besonderen Wahrnehmung stigmatisiert und an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt. Eine Partizipation an fördernde Strukturen ist nicht möglich und führt zu wiederkehrenden klinischen Aufenthalten, zur Verschärfung der sozialen Notlage und auch zum Verlust des eigenen Wohnraumes. Der Verlust der Wohnung und des sozialen Umfeldes sind schwere traumatische Erfahrungen. Psychisch erkrankte Menschen verschwinden dann in der Wohnungslosenszene und haben keinen Zugang zum psychiatrischen Versorgungssystem. Spezifische Hilfen sind nicht mehr vorhanden und stehen nicht im Vordergrund der professionellen Wohnungslosenhilfe. Es kommt zur Verelendung und weiteren Chronifizierung. Studien zeigen, dass 90% der wohnungslosen Menschen bereits Kontakt zum psychiatrischen Versorgungssystem hatten.

Diese Faktoren sind schon viele Jahre ausreichend bekannt. Trotzdem gibt es nur vereinzelte Initiativen in der Zusammenarbeit von Wohnungslosenhilfe, psychiatrischer Versorgung und kommunalen Anbietern von Wohnraum oder Trägern von Besonderen Wohnformen.

Die erneute Anbindung wohnungsloser Menschen oder die Verhinderung von Wohnungslosigkeit ist aufgrund der aktuellen Wohnungsmarktsituation kaum möglich und stellt alle vor große Herausforderungen. Wohnungen im Bereich des Grundsicherungsniveaus sind selten, liegen in sozialen Brennpunkten oder sind nicht gesundheitsfördernd. Dazu kommt die Konkurrenz mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, die ebenfalls auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind.  

Diese Themen wollen wir bei unserem 13. Netzwerktreffen Nord diskutieren. Wir wollen Erfahrungen austauschen, neue Ideen gewinnen, mögliche Vernetzungen knüpfen und die Chancen für wohnungslose Menschen erhöhen, wieder in einem menschenwürdigen Umfeld leben zu können.

Moderation: Dr. Heiko Heißenbüttel, Klaus Petzold

Programm

09:30 Uhr Ankommen und Anmeldung
10:00 Uhr Begrüßung und Infos aus dem Netzwerk
10:15 Uhr Fehlender bezahlbarer Wohnraum: Auswirkungen auf die psychische Versorgung
Klaus Petzold, Sozialpsychiatrischer Dienst Ostholstein
10:45 Uhr Obdachlos und psychisch krank im System der Wohnungslosenhilfe am Beispiel vom Tagesaufenthalt EMDEN
Florian Müller-Goldenstedt, Wohnungslosenhilfe der Ev.Ref. Kirche – Tagesaufenthalt Emden
11:15 Uhr

Psychische Erkrankung und drohende Wohnungslosigkeit
Karl-Heinrich Albers, Wohnungsbaugesellschaft GWK Uelzen

11:45 Uhr Mittagspause ggf. mit Wegezeit
14:00 Uhr Workshopphase

Workshop 1 // Obdachlos und psychisch krank im System der Wohnungslosenhilfe 
Florian Müller-Goldenstedt, Wohnungslosenhilfe der Ev.Ref. Kirche – Tagesaufenthalt Emden
Dr. Ina Valentiner, Sozialpsychiatrischer Dienst Emden

Workshop 2 // Psychische Erkrankung und drohende Wohnungslosigkeit
Karl-Heinrich Albers, Folke Sumfleth, Sozialpsychiatrischer Dienst Uelzen

Workshop 3 // Versorgung und Behandlung psychisch erkrankter obdachloser Menschen in Hamburg.  
Nadja Theisinger, Sozialpsychiatrischer Dienst, Bezirksamt Hamburg -Nord
Christina Hahn, Sozialpsychiatrischer Dienst, Bezirksamt Hamburg-Mitte

Workshop 4 // Wie gestaltet sich die Wohnraumproblematik in den unterschiedlichen Regionen und was können wir tun?
Detlef Frehse, Sozialpsychiatrischer Dienst Kreis Plön
Sven Drotbrohm, Sozialpsychiatrischer Dienst Kreis Ostholstein

15:15 Uhr Kaffeepause
15:30 Uhr Ergebnisse und neue Themen für die Folgetagungen
  Anschließend Besichtigung des ZsG (Zentrum Seelische Gesundheit) Bremerhaven

Teilnahmebedingungen

Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro. Anmeldeschluss ist 7 Tage vor Veranstaltungsdatum. Anmeldungen werden nur schriftlich über unsere Website unter www.gesundheit-nds.de entgegengenommen. Die Anmeldung ist verbindlich. Reservierungen sind nicht möglich. Mit Ihrer Anmeldung akzeptieren Sie die Teilnahme- und Stornobedingungen und erklären sich zur Zahlung der Teilnahmegebühr bereit. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie im Anhang der Bestätigungsmail die Rechnung zur Begleichung der Teilnahmegebühr innerhalb von 10 Tagen. Bis 7 Tage vor Veranstaltungsbeginn ist eine kostenfreie Stornierung möglich. Folgen Sie hierfür bitte den Schritten in Ihrem Buchungscenter unter dem Punkt „Storno“. Bei späterer Absage, Nichtteilnahme oder technischen Problemen, die nicht in unserem Verantwortungsbereich liegen, erfolgt keine Rückerstattung.

Bitte beachten Sie die aktuell geltenden Corona-Hygienemaßnahmen des jeweiligen Veranstaltungshauses.
Tagesaktuelle Informationen finden Sie unter:
www.bremerhaven.de/de/verwaltung-politik-sicherheit/coronavirus/corona-covid-19.101427.html

Fortbildungspunkte

Die Zertifizierung mit Fortbildungspunkten ist beim Sachgebiet Fortbildungen der Ärztekammer Bremen beantragt.

ORGANISATION

Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Nds. e. V. (LVG & AFS Nds. e. V.)
Tel.: 0511 / 388 11 89 - 0
Fax: 0511 / 388 11 89 - 31
E-Mail: info@gesundheit-nds.de
Internet: www.gesundheit-nds.de

Die LVG & AFS Nds. e. V. wird institutionell gefördert durch: