Fachtagung
02. November 2022

Cannabis-Legalisierung – und dann?!

XXXII. Niedersächsische Suchtkonferenz

„Wir führen die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in li-zensierten Geschäften ein.“ Mit diesem Satz kündigt die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag eine fundamentale Neuregelung des Umgangs mit Hanf als Genussdroge an.

Anmeldung

Der Begriff „kontrollierte Abgabe“ ist bislang nur in groben Zügen umrissen. Die Kette vom Anbau über den Vertrieb bis zur*m Verbraucher*in gilt als komplex und erfordert zahlreiche Detailregelungen. Neben einer Altersprüfung ist beim Verkauf eine qualifizierte Beratung über Risiken des Konsums vorgesehen. Die Regelungen zum legalen Verkauf sollen wissenschaftlich evaluiert werden. Etwaige gesundheitsbezogene Verkaufslimitationen (zum Beispiel Höchstmengen) oder Ausschlussgründe für Cannabisverkauf sind, abgesehen von der Volljährigkeitsregelung, noch weitgehend offen.

Befürworter*innen der Legalisierung verweisen auf bessere Chancen zur Qualitätskontrolle der Produkte sowie bei der Ansprache von Konsument*innen mit dem Ziel des Gesundheitsschutzes. Der Schwarzmarkt solle dadurch obsolet werden. Mit der Entkriminalisierung soll auch eine Entlastung von Polizei und Justiz erreicht werden.

Dass in zertifizierten Geschäften Prävention von Cannabis-assoziierten Erkrankungen gelingt, halten Kritiker*innen der geplanten Legalisierung für zweifelhaft. Auch sei mit einer nennenswerten Austrocknung des Schwarzmarktes kaum zu rechnen, da sich dieser in der Konsequenz noch stärker auf Minderjährige fokussieren würde.

Im Lichte des beträchtlichen Anteils Minderjähriger am Konsumgeschehen werden Fragen des Jugendschutzes somit zukünftig noch relevanter. Zudem gilt es, dem durch die Legalisierung vermittelten Bild von Cannabis als legitimen Genussmittel eine realistische Vermittlung von Gesundheitsrisiken entgegenzusetzen. Dies sowohl im Sinne des Jugendschutzes als auch einer risikoreflektierten Konsumentscheidung von Volljährigen.

Wie kann wirksame Prävention und Intervention unter den neuen Rahmenbedingungen gelingen? Die XXXII. Niedersächsische Suchtkonferenz wird die Pläne der Bundesregierung unter die Lupe nehmen und ihre Konsequenzen für Niedersachsen aus Sicht von Forschung und Praxis diskutieren. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Herzlich eingeladen sind Mitarbeitende der ambulanten / stationären Suchthilfe und Suchtselbsthilfe, der Suchtprävention, der psychiatrischen Versorgung, Suchtmediziner*innen, All-gemeinmediziner* innen, Pädiater*innen, Psychotherapeut*innen, Mitarbeitende psychosozialer Beratungs- und Unterstützungssysteme, Pädagog*innen, Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendhilfe, der betrieblichen Suchtprävention sowie weitere fachlich Interessierte.

Programm

09:30 Uhr

Anmeldung und Begrüßungskaffee

10:00 Uhr

Grußwort
Daniela Behrens, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

10:10 Uhr

Cannabisgebrauch in Deutschland aus klinischer und epidemiologischer Sicht
Prof. Dr. Derik Hermann, Therapieverbund Ludwigsmühle

10:50 Uhr

Cannabis: Was lässt die 20. Wahlperiode erwarten? – Stand der Dinge
Dr. Kirsten Kappert-Gonther MdB, Fraktion Bündnis90/Die Grünen, stv. Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags

11:30 Uhr

Kaffeepause

11:45 Uhr

Modelle des Umgangs mit Cannabis im internationalen Vergleich
Prof. Dr. Stephan Mühlig, Technische Universität Chemnitz

12:30 Uhr

Cannabisprävention heute – bestehende Programme und Ansätze… und was brauchen wir zukünftig?
Ricarda Henze, Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS)

13:00 Uhr

Mittagspause

14:00 Uhr

Fishbowl
Cannabis für alle?! – Ihre Meinung ist gefragt!

15:00 Uhr

Vorstellung Workshops

15:10 Uhr

Kaffeepause, Raumwechsel

15:30 Uhr

Best Practice (Sekundär-) Prävention und Intervention: Was muss sich weiterentwickeln? (Workshops)

 

Workshop 1
Frühintervention bei Drogenmissbrauch in der Adoleszenz (FriDA)

Andreas Gantner, Verein zur sozialen und psychotherapeutischen Betreuung Suchtmittelgefährdeter e. V., Berlin

Workshop 2
Cannabisspezifische Behandlungspfade

Moritz Radamm, STEP gGmbH, Klinik am Kronsberg, Hannover

Workshop 3
DELTA – Dresdner Multimodale Therapie für 
Jugendliche mit chronischem Suchtmittelkonsum
Dr. Sören Kuitunen-Paul, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und Technische Universität Chemnitz

Paula Kutzner, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Workshop 4
FreD – Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsument*innen

Sandy Doll, Landschaftsverband Westfalen-Lippe, LWL-Koordinationsstelle Sucht, Münster

 

16:45 Uhr

Ende der Veranstaltung

Moderation
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachen e. V.

Fortbildungspunkte

Fortbildungspunkte der Ärztekammer Niedersachsen werden beantragt.

Teilnahmebedingungen

Die Teilnahmegebühr beträgt 60 Euro. Anmeldeschluss ist 7 Tage vor Veranstaltungsdatum. Anmeldungen werden nur schriftlich über unsere Website unter www.gesundheit-nds.de entgegengenommen. Die Anmeldung ist verbindlich. Reservierungen sind nicht möglich. Mit Ihrer Anmeldung akzeptieren Sie die Teilnahme- und Stornobedingungen und erklären sich zur Zahlung der Teilnahmegebühr bereit. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie im Anhang der Bestätigungsmail die Rechnung zur Begleichung der Teilnahmegebühr innerhalb von 10 Tagen. Bis 7 Tage vor Veranstaltungsbeginn ist eine kostenfreie Stornierung möglich. Folgen Sie hierfür bitte den Schritten in Ihrem Buchungscenter unter dem Punkt „Storno“. Bei späterer Absage, Nichtteilnahme oder technischen Problemen, die nicht in unserem Verantwortungsbereich liegen, erfolgt keine Rückerstattung.

ORGANISATION

Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Nds. e. V. (LVG & AFS Nds. e. V.)
Tel.: 0511 / 388 11 89 - 0
Fax: 0511 / 388 11 89 - 31
E-Mail: info@gesundheit-nds.de
Internet: www.gesundheit-nds.de

Die LVG & AFS Nds. e. V. wird institutionell gefördert durch: