Fortbildung zum/zur Demenzbeauftragten im Allgemeinkrankenhaus

Eine Pflegerin geht mit einer älteren Frau spazieren

Wir planen die erneute Durchführung der Fortbildung ab Anfang 2023.

Melden Sie sich bei Interesse gerne!

Fortbildung zum/zur Demenzbeauftragten im Allgemeinkrankenhaus

 

Die Versorgung von Menschen mit demenziellen Einschränkungen ist für Mitarbeitende in Krankenhäusern inzwischen alltäglich. Etwa die Hälfte aller Patient*innen im Krankenhaus sind älter als 60 Jahre. Eine Studie der Robert Bosch Stiftung (2019) legt nahe, dass circa 40% der über 65-jährigen Patient*innen im Krankenhaus demenzielle oder ähnliche kognitive Einschränkungen aufweisen – mit stark steigenden Trend. Eine Einweisung ins Krankenhaus ist für Menschen mit demenziellen Einschränkungen und ihre Angehörigen mit vielfältigen krisen- und stressbehafteten Situationen verbunden. Während des Krankenhausaufenthaltes verschlechtert sich häufig der Allgemeinzustand der Patient*innen und auch Komplikationen, wie zum Beispiel ein Delir oder Stürze treten vermehrt auf. Dies führt nicht selten zu einer verlängerten Verweildauer, welche weitere Auswirkungen nach sich zieht.

Die niedersächsische Landesregierung hat das Problem erkannt und einen neuen Entwurf des niedersächsischen Krankenhausgesetzes auf den Weg gebracht. Er sieht unter anderem vor, dass pro Allgemeinkrankenhaus mindestens ein*e Demenzbeauftragte verpflichtend gestellt wird.

 

Wir planen die erneute Durchführung der Fortbildung ab Anfang 2023.

Melden Sie sich bei Interesse gerne!

Ziele

Zur Verbesserung der stationären Versorgung von Menschen mit demenziellen Einschränkungen ist die Qualifikation von Demenzbeauftragten ein wesentliches Instrument. Mit der 160-stündigen Fortbildung sollen Beschäftigte in Krankenhäusern dazu befähigt werden, eine qualitätssichernde und demenzsensible Versorgung zu schaffen, indem sie Konzepte zur Verbesserung der Versorgungssituation fachlich entwickeln und ihre Umsetzung unterstützen. Zugleich sollen sie anderen Mitarbeitenden im Setting Krankenhaus für Patient*innen mit demenziellen Einschränkungen sensibilisieren und als Multiplikator*innen in Basisschulungen ihr Fachwissen vermitteln.  

Eine fehlende Berücksichtig der spezifischen Bedürfnisse und Bedarfe von Menschen mit demenziellen Einschränkungen hat nicht nur weitreichende Auswirkungen für die erkrankte Person selbst und deren Angehörigen. Auch aus wirtschaftlicher Sicht ergibt sich der Handlungsbedarf für Krankenhäuser. Kognitive Einschränkungen von Patient*innen, die in den Behandlungsabläufen unberücksichtigt bleiben, wirken sich auch auf die ohnehin schon stark überlasteten Mitarbeitenden aus.

Maẞnahmen

Das Curriculum zur 160-stündigen Fortbildung zum/zur Demenzbeauftragten wurde im Rahmen der „Arbeitsgruppe Menschen mit demenziellen Einschränkungen“ entwickelt, von der LVG & AFS evaluiert und in Kooperation mit der Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen veröffentlicht.

Die Fortbildung ist multiprofessionell und richtet sich an Mitarbeitende aus unterschiedlichen Funktionsbereichen und Fachdisziplinen, an Personen aus Pflegeberufen, Ärzteschaft, Qualitätsmanagement, Sozialdienst oder Überleitungs- und Entlassungsmanagement,  die im Rahmen ihrer Tätigkeit koordinierende und beratende Aufgaben als Demenzbeauftragte*r wahrnehmen und ausbauen möchten.

Die Weiterbildung hat einen zeitlichen Umfang von insgesamt 160 Stunden. In acht übergreifenden Modulen befassen sich die Teilnehmenden mit folgenden Inhalten:

  • Demenz und Delir
  • Beobachtung und (Selbst-)Wahrnehmung
  • Beispiele guter Praxis – Erarbeitung eigener Lösungsansätze
  • Verstehen und Annehmen
  • Menschen mit demenziellen Einschränkungen im Krankenhaus
  • Kontakt und Umgang mit demenziell eingeschränkten Menschen
  • Zusammenarbeit mit den Angehörigen

In einer viertägigen Hospitation können die Teilnehmenden ihr erworbenes theoretisches Wissen mit praktischen Fertigkeiten in einer demenzspezifischen Einrichtung ihrer Wahl verzahnen. Bei deren Auswahl unterstützen wir gerne. Für den erfolgreichen Abschluss ist außerdem die Anfertigung einer Abschlussarbeit notwendig. Ein Reflexionstreffen nach sechs Monaten stärkt zusätzlich den Austausch mit anderen Teilnehmenden zur Förderung demenzsensibler Strukturen im Krankenhaus.

In drei durchgeführten Fortbildungen konnte die LVG & AFS bereits 46 Demenzbeauftragte für Niedersachsen ausbilden. Sie haben Interesse an der Fortbildung zum/zur Demenzbeauftragten? Sprechen Sie uns gerne an, wir freuen uns auf Sie!

Kooperationspartner

  • Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen