Februar 2020 - Juli 2020 Fortbildung zum*r Demenzbeauftragten

 
Erstellt am 12.09.19 von Isabelle Rudolph

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Prinzenstraße 1, 30159 Hannover

Für Menschen mit demenziellen Einschränkungen lösen die Verlegung und der Aufenthalt in der akutklinischen, geriatrischen oder rehabilitativen Versorgung häufig eine stressverursachende und krisenhafte Lebenssituation aus. Demenzbedingte Einschränkungen und Verhaltensweisen können sich erschwerend auf die pflegerische Versorgung und Durchführung der ärztlichen und therapeutischen Behandlung auswirken. Vor dem Hintergrund einer deutlichen Zunahme von älteren und hochaltrigen Patientinnen und Patienten und dem damit einhergehenden Anstieg derjenigen mit demenziellen Einschränkungen im Akut- und Rehabilitationsbereich sind besondere Anforderungen an das Personal und die Organisation gerichtet. Krankenhäuser können die Versorgung und Begleitung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen durch die Sensibilisierung des gesamten Personals sowie demenzsensible Konzepte verbessern. Ein erster Schritt dazu ist die Einführung von Demenzbeauftragten, die abgestimmte Projekte fördern, gezielte Maßnahmen ergreifen, sowie die Kommunikation aller stärken können.
Das Curriculum für die Fortbildung zur*m Demenzbeauftragten im Krankenhaus wurde von der LVG & AFS Niedersachsen evaluiert und von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. veröffentlicht.

Die modulare Fortbildung soll die Teilnehmenden qualifizieren:

I. Konzepte zur Verbesserung der Versorgungssituation zu entwickeln und umzusetzen
II. Für andere Mitarbeitende im Krankenhaus eine Basisfortbildung anzubieten
III. Qualitätssichernde Maßnahmen zu ergreifen

 

Teilnahmevoraussetzungen
Die Fortbildung richtet sich an Personen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit koordinierende und beratende Aufgaben als Demenzbeauftragte*r wahrnehmen und ausbauen möchten. Das Angebot richtet sich an alle im Krankenhaus Tätigen und darüber hinaus alle Interessierten.

Struktur der Fortbildung

Die Fortbildung hat einen zeitlichen Umfang von insgesamt 160 Stunden. Die einzelnen Module finden in Blöcken im Zeitraum von Februar 2020 bis Juli 2020 an jeweils 3 aufeinanderfolgenden Tagen statt. Die Abschlussveranstaltung erfolgt im Herbst 2020.

 

Modulübersicht

Block I  
Modul 1: Demenz und Delir 05. + 06. Februar 2020
Modul 5: Demenz im Krankenhaus 07. Februar 2020
   
Block II  
Modul 3: Demenzgerechte Ansätze 04. + 05. März 2020
Modul 2: (Selbst-)Wahrnehmung 06. März 2020
   
Block III  
Modul 7: Zusammenarbeit mit Angehörigen 27. April 2020
Modul 6: Kontakt und Umgang 28. + 29. April 2020
   
Block IV  
Modul 6: Kontakt und Umgang 13. - 15. Mai 2020
   
Block V  
Modul 4: Verstehen und Annehmen 07. + 08. Juli 2020
Zusatz: Nichtärztliche Angebote 09. Juli 2020

 

Modul 8: viertägige Hospitation: eigenverantwortlich zu planen 

 

Hospitation
Im Rahmen der Fortbildung sollen die Teilnehmenden eine viertägige Hospitation in einer demenzspezifischen Einrichtung ihrer Wahl absolvieren. Dabei soll das theoretisch erworbene Wissen in der Praxis vertieft werden. Mögliche Einrichtungen sind spezielle Abteilungen in Krankenhäusern mit Demenzprojekten, Pflegeeinrichtungen mit demenzspezifischem Gesamtkonzept, ambulante Angebote für Menschen mit Demenz, Beratungsdienste oder Bildungseinrichtungen.
Der Zeitpunkt der viertägigen Hospitation ist von den Teilnehmenden innerhalb der Fortbildung selbst festzulegen.

Abschlussarbeit
Die Teilnehmenden erarbeiten einzeln oder in Kleingruppen Abschlussarbeiten in Form eines eigenen Projektkonzeptes. Diese werden im Plenum und vor den Fortbildungsverantwortlichen vorgestellt. Abschließend erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an der Fortbildung.

Empfehlung: Tandembildung!
Für eine erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen und Projekten
wird die Teilnahme von zwei Mitarbeitenden aus einer Einrichtung empfohlen. Die Bildung von Tandems hat den Vorteil eine
gegenseitige Vertretung gewährleisten zu können und bei Ausfall einer der beiden Tandempartner*innen die Weiterführung von Maßnahmen nicht zu gefährden. Idealerweise arbeiten beide Teilnehmenden in unterschiedlichen Bereichen.

Reflexionstreffen
Nach sechs Monaten werden die Teilnehmenden zu einem Reflexionstreffen eingeladen. Dieses Treffen soll den Erfahrungsaustausch und die Möglichkeit einer Netzwerkbildung eröffnen.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Projektentwicklung
I. Unterstützung des Projektes durch Vorgesetzte
II. Maßnahmen zur demenzsensiblen Gestaltung sollten mit den Unternehmenszielen abgestimmt sein
III. Angemessene Freistellung und Bereitstellung geeigneter Ressourcen für die Umsetzung von Maßnahmen
IV. Finanzielle und materielle Ressourcen für die Umsetzung von Projekten