11. Oktober 2021 Verbote vs. Freigaben – Welche Art der Verhältnisprävention brauchen wir?

 
Erstellt am 20.08.21 von Alexandra Schüssler

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31. Niedersächsische Suchtkonferenz

Helfen Verbote, um frühzeitig riskantem Konsum von Suchtmitteln entgegenzuwirken oder nutzen diese den zumeist illegalen Anbietern? Und inwieweit schadet eine Freigabe der Gesundheit der Bevölkerung und nutzt eher den legalen Anbietern?

Aus der Forschung wissen wir, dass ein Mittelweg in der Regulierung den größten Nutzen für die öffentliche Gesundheit bietet. Die Praxis zeigt, dass ein Mix aus verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen wirksam ist, um der Entstehung von Abhängigkeitserkrankungen entgegenzuwirken.

Beispielsweise konnten durch Maßnahmen des Nichtraucherschutzes erfolgreich Verhältnisprävention umgesetzt werden. Dadurch hat sich seit Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes die Raucher*innenquote deutlich reduziert. In der Glücksspielpolitik wird aktuell ein gegenteiliger Weg eingeschlagen – weitgehende Liberalisierungen insbesondere des Online-Glücksspiels führen zu großer Besorgnis bei Suchtexperten*innen.
Die 31. Niedersächsische Suchtkonferenz rückt das Thema Verhältnisprävention in den Mittelpunkt und beleuchtet die Frage, inwieweit regulative Maßnahmen – im Sinne von Verboten und Freigaben auf nachfolgende verhaltenspräventive Maßnahmen wirken. Welcher Einfluss kann auf die Entstehung und Aufrechterhaltung unterschiedlicher Abhängigkeitserkrankungen ausgeübt werden und welche Maßnahmen erweisen sich davon als sinnvoll und richtig?

In verschiedenen Vorträgen werden aktuelle Erfahrungen und Erkenntnisse präsentiert und Schlüsse für die Praxis abgeleitet. Der Eröffnungsvortrag arbeitet zunächst die Bedeutung der Sucht aus der Public Health Perspektive heraus. Die anschließenden Vorträge greifen das Thema Verhältnisprävention in Zusammenhang mit Substanzmittelkonsum, darunter Tabak und Alkohol, sowie in Bezug auf süchtige Verhaltensweisen auf. Die Glücksspielpolitik wird unter dem Blickwinkel des Gemeinwohls beleuchtet und es werden Regulierungsmöglichkeiten im Online-Glücksspiel diskutiert. Vorgestellt wird auch, welche Rückzahlungsansprüche bei Verlusten durch Online-Glücksspiel geltend gemacht werden können. Eine mögliche Cannabis Freigabe wird unter dem Blickwinkel der Konsequenzen für Prävention und Versorgung diskutiert. Die Veranstaltung wird durch einen abschließenden Vortrag mit Blick auf das neue Suchtpräventionskonzept für das Land Niedersachsen abgerundet.

Herzlich eingeladen sind Mitarbeitende der ambulanten / stationären Suchthilfe und Suchtselbsthilfe, der Suchtprävention, der psychiatrischen Versorgung, Suchtmediziner*innen, Allgemeinmediziner* innen, Pädiater*innen, Psychotherapeut*innen, Mitarbeitende psychosozialer Beratungs- und Unterstützungssysteme, Pädagog*innen, Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendhilfe, der betrieblichen Suchtprävention sowie weitere fachlich Interessierte.

Programm

08:45 Uhr | Ankommen und Anmeldung

09:00 Uhr | Begrüßung
Daniela Behrens, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin

09:10 Uhr | Prävention von gesundheitsriskantem Verhalten in Bevölkerungen
Prof. Dr. Ulrich John, Universitätsmedizin Greifswald

09:40 Uhr | Am besten alles verbieten? Zum Einfluss von Werbung auf das Suchtverhalten
Dietmar Jazbinsek, Dipl.-Soziologe, freier Journalist

10:10 Uhr | Pause

10:30 Uhr | Cannabis-Freigabe: Ausweg oder Irrweg?
Prof. Dr. Stephan Mühlig, TU Chemnitz

11:00 Uhr | Online-Glücksspiel – Kann die Verfügbarkeit reguliert werden?
Dr. Michael Egerer, Centre for Research on Addiction, Control and Governance, Universität Helsinki

11:30 Uhr | Rückzahlungsansprüche bei Verlusten durch Online-Glücksspiel
Prof. Dr. Jan-Philipp Rock, Hochschule der Akademie der Polizei Hamburg, Landgericht Hamburg

12:00 Uhr | Pause

12:30 Uhr | Verhältnis- vs. verhaltensorientierte Ansätze in der Tabakprävention – was wirkt wirklich?
Prof. Dr. Ute Mons, Universität zu Köln

13:00 Uhr | Verhältnisprävention in Bezug auf Alkohol
Barbara Hansen, Geschäftsführung Guttempler in Deutschland e. V.

13:30 Uhr | Das neue Suchtpräventionskonzept des Landes Niedersachsen im Fokus der Verhältnisprävention
Prof. Dr. Knut Tielking, Hochschule Emden-Leer

14:00 Uhr | Ausblick und Schlussworte
Bärbel Lörcher-Straßburg, Drogenbeauftrage des Landes

14:10 Uhr | Ende der Veranstaltung

Gesamtmoderation
Thomas Altgeld, LVG & AFS Nds. e. V.