14. April 2021 Risikogruppe allein zu Haus

 
Erstellt am 08.03.21 von Martin Schumacher

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Leben im Alter zwischen Fürsorge und Stigmatisierung

In der gegenwärtigen Corona (SARS-CoV-2)-Pandemie wurde früh sichtbar, dass die Gefahr eines schweren COVID19-Krankheitsverlaufs mit dem Lebensalter steigt. Ältere, insbesondere hochbetagte, Menschen gelten als eine der vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen. Medial werden ältere Menschen seither als „Risikogruppe“ bezeichnet. Dieser Zuschreibung schließen sich auch viele Angehörige der Gesundheitsberufe an.

Kontaktbeschränkungen bis hin zur Selbstquarantäne werden älteren Menschen daher besonders eindringlich empfohlen. Der beidseits vielfach wichtige und unterstützende Kontakt zu Kindern und Enkelkindern musste ausgesetzt werden. Für ältere Menschen, die in einem Pflegeheim leben, gab und gibt es zum Teil stark einschränkende Infektionsschutzmaßnahmen.
Der Rückzug in die Häuslichkeit macht die Neugestaltung sozialer Kontakte notwendig. Wie gut Telefon, Skype und Gespräche hinter Glasscheiben die gewohnten Kontakte zum sozialen und familiären Netz aufrechterhalten können, ist Gegenstand kontroverser Diskussionen.

Erste Befunde zum Leben im Alter während der Corona-Pandemie zeichnen ein differenzierteres Bild, als es die pauschale Zuordnung älterer Menschen zur „Risikogruppe“ vermuten lässt. So variiert die Infektionsgefährdung zum Beispiel hinsichtlich des chronologischen Alters, individueller Lebensstile und Wohnsituationen beträchtlich. Ebenso sind das gesellschaftlich zugeschriebene und das subjektiv wahrgenommene Krankheitsrisiko nicht deckungsgleich.

Wo verläuft die Grenze zwischen notwendigem Infektionsschutz und gesellschaftlicher Ausgrenzung? Sind ältere Menschen in der Krisenbewältigung resilient oder bedürfen sie neuer Anspracheformen zur Förderung ihrer (psychischen) Gesundheit? Welche langfristigen Pandemie-Folgen sind zu erwarten und wie kann man diesen begegnen? Im Rahmen der diesjährigen Regionalkonferenz Niedersachsen der BZgA-Strategie „Gesund & aktiv älter werden“ soll diesen Fragen nachgegangen werden.

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Programm

09:45 Uhr | Onboarding

10:00 Uhr | Begrüßung und organisatorische Einführung
Sandra Surrey, Martin Schumacher, Landesagentur Generationendialog Niedersachsen

10:10 Uhr | Grußwort
Björn Kemeter, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

10:20 Uhr | Thematische Einführung „Gesund & aktiv älter werden“
Dr. Annette Bornhäuser, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

10:30 Uhr | Riskant geboren, riskant aufgewachsen, riskant alt geworden. Es hört nicht auf, aber fängt immer wieder an! Über Selbst-, Fremd- und Mitbestimmung im Lebensalltag
Prof. Dr. Annelie Keil, Gesundheitswissenschaftlerin und Autorin

11:15 Uhr | Pause

11:25 Uhr | Corona – nicht nur Virus, sondern auch Spaltpilz?

Statements und Diskussion

Medizinethische Implikationen von Risikozuschreibungen
Dr. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen

„Es trifft sowieso nur die Alten und Kranken“ – Risikostatus, Stereotype und Diskriminierung in der Corona-Pandemie
Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer, Deutsches Zentrum für Altersfragen

Heißt es Risikogruppe, Menschen mit erhöhtem Risiko oder Menschen?
Dayna Heiß, wo-ist-eigentlich-lingen.de e. V.

12:15 Uhr | Pause

12:45 Uhr | Leben im Alter in der Corona-Pandemie positiv gestalten (Kleingruppendiskussionen)

13:30 Uhr | „Es geht nicht einfach vorbei“ – Psychische und soziale Herausforderung der Corona-Krise
Prof. Dr. Frieder R. Lang, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

14:00 Uhr | Gemeinsamer Abschluss

14:15 Uhr | Ende der Veranstaltung

Gesamtmoderation
Sandra Surrey und Martin Schumacher, Landesagentur Generationendialog Niedersachsen