03. September 2020 FGM

 
Erstellt am 26.03.20 von Dr. Ute Sonntag

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Lister Meile 4, 30161 Hannover

Reproduktive Gesundheit im Kontext von weiblicher Genitalverstümmelung

Weibliche Genitalverstümmelung (Englisch: FGM = Female Genital Mutilation) stellt eine schwere Menschenrechtsverletzung dar und verwehrt Mädchen und Frauen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit. Aktuellen Angaben der WHO zufolge sind weltweit mehr als 200 Millionen Frauen und Mädchen von Genitalverstümmelung in weltweit 30 Ländern betroffen. Im Zuge der Migration und der teilweise fortgeführten Praxis der Einwanderfamilien leben auch in Niedersachsen nach aktuellen Angaben von Terre des Femmes 4.769 betroffene Frauen und 1.501 gefährdete Mädchen.

Das Beschneiden und zum Teil anschließende - bis auf eine kleine Öffnung - Verschließen des weiblichen Genitals hat fatale gesundheitliche Folgen auf Sexualität, Schwangerschaft und Geburt. In der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung ist somit ein sachkundiger, sensibler und verantwortungsvoller Umgang mit den von FGM betroffenen und bedrohten Frauen unabdingbar. Ein wesentliches Ziel der Fortbildung ist es, Fachkräfte im Beratungskontext zu sensibilisieren und das Thema FGM nachhaltig in den Berufsalltag zu integrieren.

 

Programm

10:00 Uhr | Ankommen bei Kaffee und Tee

10:30 Uhr | Begrüßung
Uta Engelhardt, Geschäftsführung pro familia LV Nds.

Lesung:
My body belongs to me
Mona Habib Allah, Corinna Heider-Treybig

10:50 Uhr | Grußwort
Nds. Sozialministerin Dr. Carola Reimann (angefragt)

11:00 Uhr | Medizinische Folgen von FGM/FMC und die Bedeutung für die Familienplanung, Schwangerschaft und Geburt
Dr. med. Helmut Jäger, Gynäkologe

11:15 Uhr | Rechtliche Situation der in Deutschland lebenden von FGM betroffenen oder bedrohten Mädchen und Frauen
Dr. Anna Lena Göttsche, Juristin

12:00 Uhr | Fragen/Diskussion zu den Vorträgen

12:30 Uhr | Mittagspause

13:30 Uhr | Mein Körper gehört mir – Erfahrungen aus der Community
Mona Habib Allah, Aktivistin

14:00 Uhr | Austausch und Diskussion zu FGM im Fishbowl unter folgenden Aspekten:

• Information und Aufklärung - Aufgaben der Fachkräfte

• Möglichkeiten der Thematisierung von FGM im kultursensiblen Beratungskontext

• Vernetzung mit medizinischem Fachpersonal und unterstützenden Organisationen/Communities
 

15:00 Uhr | Zusammenfassung der Veranstaltung – Graphic Recording
Tanja Wehr

15:30 Uhr | Ende der Veranstaltung

Moderation
Dr. Ute Sonntag, stv. Geschäftsführung Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Nds. e. V.
Corinna Heider-Treybig, pro familia Landesverband Niedersachsen, Fachleitung Familienplanung