26. - 27. März 2020 Segel setzen 2020

 
Erstellt am 12.12.19 von Sabine Erven

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Vahrenwalder Straße 92, 30165 Hannover

Anpassung und Widerstand – Sozialpsychiatrisches Handeln in einer neoliberal formierten Gesellschaft

Bitte achten Sie bei der Anmeldung darauf, im Bemerkungsfeld anzugeben, ob und an welchem Abendessen Sie auf Selbstkostenbasis teilnehmen.

Die Geschichte der Sozialpsychiatrie ist originär eine des Aufbegehrens gegen das naturwissenschaftlich-medizinische Modell sowie das Euthanasieprogramm als dessen unsäglichem Höhepunkt. Sozialpsychiatrie war Teil des Widerstandes gegen autoritäre und verkrustete Strukturen und unterstützte gleichzeitig die Suche nach demokratischeren, gleichberechtigten und solidarischen Lebensverhältnissen. Sozialpsychiatrie war und ist die ethisch-gesellschaftskritische Antwort auf das Paradigma von Ausgrenzung, Defizit und Gewalt.

Auf der 6. Segel setzen – Tagung soll der Doppelfunktion der Sozialpsychiatrie von Hilfe und Kontrolle, von solidarischer Unterstützung und gesellschaftlichem Auftrag zur Normalisierung ebenso nachgegangen werden wie den Auswirkungen neoliberaler Versorgungspolitik. In acht Workshops, die in ihren Fragestellungen überwiegend dialektisch ausgerichtet und trialogisch strukturiert sind, gibt es dann die Möglichkeit miteinander zu diskutieren. Es werden unter anderem Fragen von Autonomie und Heteronomie bei psychischen Störungen aufgeworfen und die Fallarbeit zwischen Selbsthilfe und Fremdhilfe thematisiert. Nicht zuletzt soll die Psychiatriepolitik zwischen Pragmatismus und Radikalität betrachtet werden.

Wir laden Sie ein sich gemeinsam mit diesem nicht zu umgehenden Spannungsverhältnis auseinanderzusetzen. Lassen Sie sich inspirieren von anregenden Gesprächen und Begegnungen, genießen Sie dabei Hannover und nehmen Sie eine sozialpsychiatrische Brise mit in Ihre heimatlichen Regionen!

Die Veranstaltung richtet sich an alle im Sozialpsychiatrischen Dienst tätigen Berufsgruppen.

 

Programm

Mittwoch, 25. März 2020

Abendessen ab 19 Uhr im Restaurant Meteora, Hamburger Allee 37, 30161 Hannover.
Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich.

Donnerstag, 26. März 2020

09:00 Uhr | Registrierung und Begrüßungskaffee

Moderation im Plenum:
Claudia Scheytt, Der Paritätische Gesamtverband, Berlin

10:00 Uhr | Veranstaltungseröffnung
Dr. Matthias Albers, SpDi, Köln

Grußworte
Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur, Region Hannover
Prof. Dr. Anke Bramesfeld, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

10:30 Uhr | Ursachen und Folgen der Ökonomisierung im Gesundheits- und Sozialwesen
Prof. Dr. Christian Thielscher, FOM Hochschule
für Oekonomie & Management, Essen

11:30 Uhr | Erfahrungen mit Anpassung und Widerstand in der Sozialpsychiatrie
Dr. Hermann Elgeti, Hannover

12:30 Uhr | Mittagspause

14:00 Uhr | Parallele Workshops

Workshop 1: Transitionspsychiatrie – junge Menschen zwischen den Systemen von Kinder- und Jugendpsychiatrie und Erwachsenenpsychiatrie
Moderation: Dr. Matthias Albers, SpDi, Köln
Inputs: Dr. Ulrike Bowi, SpDi Kreis Mettmann und
Franz Reimering, Beirätekonferenz, Köln

Workshop 2: Umgang mit herausforderndem Verhalten in der Gemeindepsychiatrie
Moderation: Dr. Raoul Borbé, Univ.-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Ulm
Inputs: Hermann Stemmler, NetzG e. V. und
Ute Müller-Ridinger, GPZ, Stuttgart Süd, Mitte und Nord

Workshop 3: Fachkompetenz zwischen spezifischen Techniken und Erfahrungswissen
Moderation: Constantin v. Gatterburg, DGSP e. V.
Inputs: Andreas Jung, Ex-In-Hessen e. V. und
Gisela Petersen, Angehörige Darmstadt

Workshop 4: Fallarbeit zwischen Selbsthilfe und Fremdhilfe (oder: zwischen fürsorglicher Belagerung und Freiheit zur Verwahrlosung)
Moderation: Dr. Detlev Gagel, SpDi, Berlin-Pankow
Inputs: Christoph von Seckendorff, Interessengemeinschaft seelisch gesundender Menschen in Arbeit o. Rehabilitation und
Rose-Marie Seelhorst, Arbeitsgemeinschaft der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen in Niedersachsen und Bremen (AANB) e. V.

Workshop 5: (Zwangs-) Therapie! – Zwischen Disziplinierung und Hilfe zur Selbsthilfe?!
Moderation: Dr. Heiko Heißenbüttel, SpDi, Bremerhaven und
Dr. Thomas Leyk, SpDi, Rostock
Inputs: ein*e Psychiatrieerfahrene*r und ein*e Angehörigenvertreter*in

Workshop 6: Rehabilitation zwischen progressiver Normalisierung und kontinuierlicher Assistenz
Moderation: Klaus Petzold, SpDi, Kreis Ostholstein
Inputs: Thomas Bartels und Christan Sach, AGH Kiel,
Dr. Peter Schlegel, SpDi, Landkreis Harburg

Workshop 7: Psychiatriepolitik zwischen Pragmatismus und Radikalität
Moderation: Claudia Reinhardt, GPZ, Stuttgart-Bad Cannstatt
Inputs: Dr. Klaus Obert, Caritasverband für Stuttgart e. V.,
Harald Metzger, Landesverband der Psychiatrie Erfahrenen Baden-Württemberg und
Alfred Ehret, Landesverband der Angehörigen psychisch kranker Menschen Baden-Württemberg

Workshop 8: Workshop zur Definition einer Kernaufgabe 5 „Gemeinwesenarbeit und Prävention“
Moderation: Dr. Hermann Elgeti, Hannover und
Sabine Erven, LVG & AFS Nds. e. V., Hannover
Inputs: Karin Aumann, Ex-In Niedersachsen e. V. und
Jörg Gapski, Region Hannover

17:00 Uhr | Ende des Veranstaltungstages

Come-together: gemeinsames Essen im Bell´Arte
Kurt-Schwitters-Platz 1, 30169 Hannover (im Sprengel Museum am Maschsee).
Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich.

 

Freitag, 27. März 2020

09:00 Uhr | Begrüßungskaffee

Moderation im Plenum:
Klaus Obert, Caritasverband für Stuttgart e. V.

09:30 Uhr | World-Café
Einführung im Plenum
Sabine Erven, LVG & AFS Nds. e. V., Hannover
anschließend drei Runden an acht Tischen (Moderation und Inputgeber*innen)

11:30 Uhr | Kaffeepause

12:00 Uhr | Wie bleiben wir handlungsfähig?
Prof. Dr. Gerhard Trabert

13:00 Uhr | Schlusswort und Verabschiedung