25. September 2019 12. Aktionstag seelische Gesundheit

August Klett, Wurmlöcher, 1919, Sammlung Prinzhorn, Heidelberg, Inv.Nr. 568
Erstellt am 03.07.19 von Susan Radant

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Hannoversche Str. 30B, 29221 Celle

Kunst trifft Seele…

„Ob wir Kunst sehen, hören oder fühlen. Ob wir sie als solche überhaupt erkennen oder nicht. Ob es sich um ein Gemälde, eine Fotografie, eine Skizze, ein Bauwerk, ein Musikstück, ein Ballett- oder Theaterstück, um ein Arrangement oder eine Installation von Gegenständen, eine Skulptur, ein Essay, ein Gedicht, einen Roman oder was auch immer handelt. Wir werden in irgendeiner Weise konfrontiert, sind mehr oder weniger angenehm berührt, beglückt oder bestürzt. Kunst ist eine wesentliche Ausdrucksform für Gefühle und Gedanken, welche den Menschen bewegen. In seinem Werk hat der Künstler ein Stück von sich selbst gegeben, es ist Ausdruck einer expressiven Schaffenskraft und des Bedürfnisses, sich mitzuteilen.“ Dieser Versuch einer Definition auf artfocus.com weist auf den engen Zusammenhang von Kunst und seelischer Befindlichkeit hin.

Die Kunstgeschichte liefert viele Beispiele für die Beziehung zwischen persönlichen Krisen, psychischen Störungen und einer herausragenden kreativen Schaffenskraft. Künstler*innen, die mit hoher Sensibilität und Kreativität ausgestattet sind, sich häufig in den Grenzgebieten existentieller Problematiken bewegen, sind anfällig für persönliche Krisen bis hin zu psychischen Störungen. Die Kunst ist andererseits für Menschen in psychischen Krisen ein Weg zur Darstellung des verbal nicht vermittelbaren Erlebens. Kunst ist gleichermaßen Ausdruck und Therapie.

Die starken Kunstwerke psychiatrieerfahrener Künstler*innen sind in ihrer künstlerischen Qualität gleichwertig mit Werken „psychisch gesunder“ Künstler*innen. Die Kunst psychiatrieerfahrener Menschen ist nicht mehr als „Outsider Kunst“ von einer kulturell akzeptierten Kunst zu unterscheiden.

Künstlerisches Schaffen kann therapeutisch wirken. Joseph Beuys hat beispielsweise seine schweren depressiven Krisen künstlerisch genutzt. Er konnte persönlich erfahrenes Leid und sensibel wahrgenommenes gesellschaftliches Konfliktpotential in Form von Bildern und Plastiken in Aktionen umsetzen. Er fasste den Kunstbegriff sehr weit und verstand unter Kunst die in jedem Menschen innewohnende Möglichkeit zur kreativer Lebensgestaltung. Beuys brachte es auf den Punkt: „Kunst ist ja Therapie“.

Mit dem 12. Niedersächsischen Aktionstag für seelische Gesundheit wollen wir uns mit den verschiedenen Aspekten der Verbindung von Kreativität und psychischen Krisen und Störungen beschäftigen. Dieses Mal steht nicht die Verbesserung der gemeindepsychiatrischen Versorgung im Fokus der Veranstaltung. Wir wollen vielmehr die Bedeutung von Kunst und Kultur für die Förderung der psychischen Gesundheit in der Gemeinde und für das seelische Wohlbefinden jedes einzelnen Menschen hervorheben.

1991 erklärte die World Federation für Mental Health den 10. Oktober zum internationalen Aktionstag für Seelische Gesundheit. 2007 wurde in Deutschland das entsprechende Aktionsbündnis gegründet. Seit 2008 finden auch in Niedersachsen, abwechselnd in verschiedenen Kommunen, Aktionstage statt, zusammen mit dem jeweiligen Sozialpsychiatrischen Verbund vor Ort. In diesem Jahr ist der Sozialpsychiatrische Verbund und die Gesundheitsregion des Landkreises Celle Kooperationspartner.

 

Programm

09:30 Uhr | Anmeldung

10:00 Uhr | Grußworte
Klaus Wiswe, Landrat
Wolfram Beins, Leitung Sozialpsychiatrischer Dienst Celle

10:20 Uhr | Kunst aus psychiatrischem Kontext – früher und heute
PD Dr. Thomas Röske, Leitung der Sammlung Prinzhorn am Universitätsklinikum Heidelberg

10:45 Uhr | Chancen und Grenzen der Kunsttherapie
Sabrina Gebhard, Geschäftsführerin der AuE-Kreativschule e. V., Hannover

11:10 Uhr | Kaffeepause

11:25 Uhr | Theater in der Psychiatrie
Dr. Silke Echterhoff, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Herten
Dr. Idun Uhl Kotsani, Oberärztin Allgemeine Psychiatrie und Ambulanz, Herne

11:50 Uhr | Musik und ihre Wirkung auf den Menschen
Prof. Dr. Gunter Kreutz, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

12:15 Uhr | Pause einschließlich Wegzeit

12:30 Uhr | 1. Workshopphase / Forumsdiskussion

1. Forumsdiskussion
PD Dr. Thomas Röske

2. Workshop
Chancen und Grenzen der Kunsttherapie
Prof. Dr. Georg Franzen

3. Workshop
Theater in der Psychiatrie
Dr. Silke Echterhoff, Dr. Idun Uhl Kotsani und Andreas Döring

4. Workshop
Musik und ihre Wirkung auf den Menschen
Gesa Behrens

13:15 Uhr | Mittagspause

14:00 Uhr | 2. Workshopphase / Forumsdiskussion

1. Forumsdiskussion 
PD Dr. Thomas Röske

2. Workshop
Chancen und Grenzen der Kunsttherapie
Prof. Dr. Georg Franzen

3. Workshop
Theater in der Psychiatrie
Dr. Silke Echterhoff, Dr. Idun Uhl Kotsani und Andreas Döring

4. Workshop
Musik und ihre Wirkung auf den Menschen
Gesa Behrens

15:00 Uhr | Kaffeepause

15:15 Uhr | Tagungsabschluss, Poetry Slam
Jessy James Lafleur

16:00 Uhr | Ende der Veranstaltung