26. November 2018 Luft nach oben – Zugänge erleichtern durch Prävention, Frühintervention und zielgruppengerechte Hilfen?

 
Erstellt am 30.07.2018 von Theresa Vanheiden

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XXVIII. Niedersächsische Suchtkonferenz

Hinweis:
Im Forum 2 sind keine Plätze mehr frei.
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Niedersachsen hat ein hochwertiges, ausdifferenziertes Präventions-, Beratungs- und Behandlungssystem für suchtgefährdete und suchtkranke Menschen. Obwohl Niedersachsen „gut aufgestellt“ ist, liegt die suchtspezifische Behandlungsquote abhängigkeitserkrankter Menschen im bundesweiten Durchschnitt von circa 25 Prozent. Sowohl suchtgefährdete Menschen als auch Menschen mit Abhängigkeitsproblemen sind zwar aufgrund somatischer, psychischer oder sozialer Probleme in Beratung und Behandlung, kommen aber häufig erst über Umwege und mit erheblicher Verzögerung im Suchthilfesystem an. Experten*innen gehen von einer zeitlichen Verzögerung von durchschnittlich 10,7 Jahren aus. Diese lange Dauer kann bei den Betroffenen zu erheblichen Einschränkungen in der sozialen Teilhabe sowie zu chronischen Verläufen, Komorbiditäten und vermeidbaren Folgeschäden führen.

Das von 2015 bis 2017 in Niedersachsen durchgeführte Forschungsprojekt „Prävention und Hilfe bei stoffgebundenen und stoffungebundenen Suchterkrankungen in Niedersachsen“ (die sogenannte Delphi-Studie) weist ebenfalls darauf hin, dass der Übergang von präventiven Angeboten zur Suchtberatung und Suchthilfe Optimierungsmöglichkeiten bietet. Potentiale sind im Rahmen der indizierten Suchtprävention, der Angebote für vulnerable Zielgruppen, sowie der Früherkennung und Frühintervention erkennbar, insbesondere in allgemein-medizinischen Settings und im Rahmen sozialer, psychosozialer und arbeitsbezogener Beratungskontexte.

Die XXVIII. Niedersächsische Suchtkonferenz möchte die Thematik der „Zugänge“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten und dazu beitragen, Lücken im Versorgungs- und Hilfesystem zu erkennen. Sowohl im Hinblick auf aktuelle Veränderungen, die sich aus neuen Substanzen, neuen Zielgruppen als auch aus nicht stoffgebundenen Abhängigkeiten ergeben sind die sektorenübergreifende Vernetzung zu stärken und Lücken im Versorgungs- und Hilfesystem zu schließen. Ein zentrales Anliegen der Niedersächsischen Suchtkonferenz ist, einen Beitrag zur Entstigmatisierung von Suchterkrankungen zu leisten, um auch dadurch betroffenen Menschen den Zugang zu erleichtern.

Herzlich eingeladen sind Mitarbeitende der ambulanten und stationären Suchthilfe, Suchtprävention und psychiatrischen Versorgung, Suchtmediziner*innen, Psychotherapeut*innen, Mitarbeitende weiterer psychosozialer Beratungs- und Unterstützungssysteme, sowie fachlich Interessierte.

Programm

09:30 Uhr | Anmeldung und Begrüßungskaffee

10:00 Uhr | Grußwort
Dr. Carola Reimann, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

10:15 Uhr | Zugangswege – Frühintervention – Behandlungserfolge
Aktuelle Entwicklungen – Anforderungen an die Praxis
Dr. Volker Weissinger, Fachverband Sucht e. V.

11:15 Uhr | Kaffeepause

11:30 Uhr | Hilfe für die Helfer*innen – brauchen wir andere Hilfen und Zugangswege?
Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel, IFT München/DBDD

12:15 Uhr | Mittagspause

13:15 Uhr | Anregungen zur Weiterentwicklung der niedersächsischen Suchtprävention auf der Basis der Daten der Delphi-Studie
PD Dr. Florian Rehbein, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e. V.

14:00 Uhr | Kaffeepause
Rolle von Prävention und Frühintervention, zwei parallele Foren:

14:30 Uhr | Forum 1: Glücksspielsucht: Alte und neue Herausforderungen für Prävention, Frühintervention und Hilfeangebote
Dr. Tobias Hayer, Universität Bremen

Forum 2: Frühintervention in der medizinischen Versorgung
PD Dr. Hans-Jürgen Rumpf, Universität zu Lübeck

15:45 Uhr | Das Wichtigste zum Schluss – drei Thesen des Tages
Thomas Altgeld, LVG & AFS Nds. e. V.

16:00 Uhr | Ende der Veranstaltung

Gesamtmoderation
Thomas Altgeld, LVG & AFS Nds. e. V.