Die Förderung der psychischen Gesundheit und die Primärprävention psychischer Erkrankungen wird als Facette von Männergesundheit erst seit kurzer Zeit explizit thematisiert. Während Frauen bereits aus historischer Perspektive die Hauptadressatinnen von „Gesundheitsaufklärung“ darstellten, blieben Männer als Zielgruppe außer Betracht oder dienten lediglich als Negativbeispiel und Sinnbild eines bornierten Verständnisses von Körper und Seele.

Das Bild des Mannes als „Vorsorgemuffel“ hat teilweise bis heute Bestand und folgt dem Muster von Zuschreibungen und Stereotypen, welches einen ressourcenorientierten Ansatz in der Männergesundheitsförderung weitestgehend ausblendet. Dabei droht in Vergessenheit zu geraten, dass auch Männer sich um ihre Gesundheit sorgen, die bestehenden Angebote jedoch häufig als zu schwer erreichbar oder schlicht unattraktiv erleben. Trotz bekannter Unterschiede im Gesundheitsverhalten wird das Geschlecht als Qualitätskriterium in der Gesundheitsförderung und Prävention nur unzureichend in Handlungsansätze integriert, was nicht zuletzt mangelndem Handlungswissen geschuldet ist und zu einer geschlechtsbezogenen Ungleichheit beitragen kann.

 

Zielgruppe

  • (werdende) Väter
  • Männer der Babyboomer-Generation
  • Männer in spezifischen Belastungssituationen (z. B. hinsichtlich Work-Life-Balance)
  • Multiplikator*innen

 

Ziele

Vor dem Hintergrund des im Präventionsgesetz angestrebten Abbaus geschlechtsbezogener Ungleichheit entwickelt die LVG & AFS in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse und der Universität Bielefeld ein Angebot zur Förderung der psychischen Gesundheit von Männern in virtuellen und physischen (betrieblichen) Settings. Im Mittelpunkt des Projekts steht eine ressourcenorientierte, partizipative Vorgehensweise in der Lebenswelt von Männern, die sich an spezifischen Lebensphasen orientiert. In ausgewählten Modellbetrieben wird in Prozessschritten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements daran angesetzt, männerspezifische Angebote zu entwickeln und zu erproben.

Darüber hinaus wird eine interaktive Website entwickelt, die die Sensibilisierung für die psychische Gesundheit von Männern im internationalen Raum (z. B. Kanada, Neuseeland, Irland) auch in Deutschland unterstützen soll. Die Website dient einerseits der Aufklärung und Entstigmatisierung, andererseits bietet sie konkrete verhaltenspräventive Strategien und Hilfestellungen an. Sie richtet sich an Männer generell sowie an Multiplikator*innen. Das Onlineangebot erhebt keinen therapeutischen Anspruch, sondern fokussiert auf die Förderung von Gesundheitskompetenz sowie primärpräventiv wirksamer Lebensstile. Zugangswege in das Gesundheitssystem werden bedarfsorientiert aufgezeigt.

Mit einer jährlichen Fachtagung soll die öffentliche Auseinandersetzung mit der Gesundheit von Männern in unterschiedlichen Themenfeldern angeregt werden, dieses Angebot richtet sich insbesondere an Multiplikator*innen.

Das Kooperationsprojekt hat eine Laufzeit vom 01.05.2018 bis zum 30.04.2021.

 

Koordination & Kontakt
Martin Schumacher
Telefon: 0511 / 3 88 11 89 - 34
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Lennart Semmler
Telefon: 0511 / 3 88 11 89 - 370
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