Mit Inkrafttreten des Präventionsgesetzes im Jahr 2015 sind die gesetzlichen Pflegekassen verpflichtet, Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung für Bewohner*innen in voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen umzusetzen. Dabei sind die Bewohner*innen als auch die Pflegeeinrichtung zu beteiligen (§ 5 Abs. 1 SGB XI). Bewohner*innen weisen aufgrund von Multimorbidität oft komplexe gesundheitliche Situationen auf, dennoch lässt sich ihre Gesundheit fördern und die Lebensqualität steigern.

Grundlage und Rahmen für die Umsetzung von gesundheitsfördernden Maßnahmen für Bewohner*innen in stationären Pflegeeinrichtungen ist der Leitfaden „Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen“ des GKV-Spitzenverbandes. Dort werden Ein- und Ausschlusskriterien definiert.

 

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Das Projekt

Die Potenziale zur Gesundheitsförderung bei Bewohner*innen stehen im Mittelpunkt des Projektes „Gesundheitsförderung für Bewohner*innen stationärer Pflegeeinrichtungen“, das von Februar 2017 bis Januar 2019 lief. In dieser Zeit wurde in fünf Modelleinrichtungen in der Stadt und Region Hannover und der Stadt und dem Landkreis Hildesheim ein Analyse- und Entwicklungsprozess zur systematischen Umsetzung von gesundheitsfördernden Strukturen und Maßnahmen in den alltäglichen Ablauf angestoßen.

 

Abbildung: Modelleinrichtung (eigene Darstellung)

 

In allen Projektschritten war es zentral, dass alle Beteiligten einer Pflegeeinrichtung, wie z. B. Bewohner*innen, Angehörige, Leitungs-, Pflege- und Betreuungskräfte, aktiv einbezogen wurden und mitentscheiden konnten.

Als LVG & AFS Nds. e. V. standen wir den Einrichtungen in Kooperation mit dem pro familia Landesverband Niedersachen e. V. über die gesamte Projektlaufzeit zur Seite. Die Gesamtförderung des Projektes hat die BARMER übernommen.

        

Im Rahmen einer Bedarfs- und Ressourcenanalyse haben in den fünf Modelleinrichtungen jeweils getrennte Fokusgruppen mit Bewohner*innen und Angehörigen sowie mit Mitarbeitenden stattgefunden. In den Fokusgruppen kamen insgesamt 35 Mitarbeiter*innen sowie 52 Bewohner*innen und Angehörige zu Wort und haben lebhaft zu ihren Vorstellungen von Gesundheit und Wohlbefinden diskutiert.

In darauffolgenden Projektwerkstätten mit Bewohner*innen, Angehörigen und Mitarbeitenden wurden pro Einrichtung die Ergebnisse der Fokusgruppen diskutiert und Handlungsfelder zur weiteren Bearbeitung und Entwicklung von Gestaltungsansätzen ausgewählt. Als Handlungsfelder zur weiteren Bearbeitung wurden diese Themen favorisiert: Körperliche Aktivität, Ernährung, seelische und soziale Gesundheit, Tagesgestaltung, Struktur und Abwechslung sowie Selbstbestimmung.

In kleineren Projektgruppen bestehend aus Bewohner*innen/Angehörigen und Mitarbeitenden, wurden im weiteren Schritt in jeder Einrichtung konkrete Konzepte und Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung der Bewohner*innen entwickelt und umgesetzt.

 

Produkte des Projektes

Die Broschüre: In dieser Broschüre erfahren Sie kompakte Hintergrundinformationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen (Präventionsgesetz und Leitfaden), wie Sie sich Schritt für Schritt auf den Weg machen können und welche Maßnahmen konkret in den Einrichtungen umgesetzt und gefördert wurden. Ebenso erhalten Sie einen Einblick in die bisher gesammelten Erfahrungen der Pflegeeinrichtungen.

Der Erklärfilm: In diesem Erklärfilm erfahren Sie, wie Sie sich Schritt für Schritt auf den Weg machen können, wenn Sie gesundheitsfördernde Maßnahmen für Ihre Bewohner*innen in Ihrer Pflegeeinrichtung umsetzen möchten.

Veröffentlichungen

  • Fleischmann, N., Vanheiden, T., Wendland, S.,  Wolff, B. (2019): Gesundheitsförderung in stationären Pflegeeinrichtungen. In: Prävention und Gesundheitsförderung, Band 14, Heft 4, Springer-Verlag GmbH Germany, part of Springer Nature 2019, S. 343 - 348.

  • Fleischmann, N., Vanheiden, T., Wendland, S.,  Wolff, B. (2019): Prävention im Pflegeheim. Partizipation als Herzstück. In: CAREkonkret. Die Wochenzeitung für Entscheider in der Pflege, Ausgabe 9, Vincentz Network, S. 7. 

  • Vanheiden, T., Wendland, S., Wolff, B. (2019): Gemeinsam gesund bleiben. Wie kann Gesundheitsförderung für Bewohner nach den Möglichkeiten des Präventionsgesetzes gelingen? Ein Projekt aus Niedersachsen mit fünf stationären Pflegeeinrichtungen zeigt den Weg. In: Aktivieren. Mehr Lebensqualität durch Soziale Betreuung. 6. 2019, Vincentz Network, S. 22-25. 

  • Fleischmann, N., Vanheiden, T., Wendland, S.,  Wolff, B. (2019): “... einer macht den Anfang und andere kommen hinterher” Gesundheitsförderung für Bewohner*innen stationärer Pflegeeinrichtungen. In: Impu!se für Gesundheitsförderung, Nr. 102, S. 19-20. Online verfügbar unter gesundheit-nds.de/index.php/medien/impulse.

  • Fleischmann, N., Vanheiden, T., Wendland, S., Wolff, B. (2019): Gesundheitsförderung für Bewohner*innen stationärer Pflegeeinrichtungen. Artikel für das Fachpublikum.

  • Fleischmann, N. und Vanheiden, T. (2017): Einrichtungen setzen auf Prävention. In: CAREkonkret, Die Wochenzeitung für Entscheider in der Pflege, Ausgabe 40, Vincentz Network.

  • Vanheiden, T. und Fleischmann, N. (2017): Gesundheitsförderung für Bewohner*innen stationärer Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen. In: Impu!se für Gesundheitsförderung, Nr. 95, S. 24. Online verfügbar unter gesundheit-nds.de/index.php/medien/impulse.

  • Fleischmann, N. und Vanheiden, T. (2017): Gesundheitsförderung für BewohnerInnen stationärer Pflegeeinrichtungen, Journal Gesundheitsförderung 1/2017, S. 30-33.

 

Kontakt

Theresa Vanheiden

Birgit Wolff