Dokumentation
05. Februar 2020

Wo ein Wille ist, da ist auch…

Health in All Policies in der Stadtentwicklung

Lebensqualität, Wohlbefinden und Gesundheit sind untrennbar mit der Frage verbunden, wo und wie wir leben. Dabei spielen nicht nur individuelle Lebens- und Verhaltensweisen eine Rolle, sondern auch Kontextfaktoren wie soziale und kommunale Netzwerke, Teilhabechancen, Mobilität, das Wohnumfeld, der öffentliche Raum und die Umwelt, die uns umgibt. Dies wird nirgendwo so deutlich wie in Städten und Gemeinden. Ob wachsende urbane Räume oder Schrumpfung im ländlichen Raum: Die Entwicklung von Städten, ihren Infrastrukturen und Rahmenbedingungen hat vielfältige Auswirkungen auf unser Leben. Neben Herausforderungen bieten solche Prozesse auch die Chance, die Lebenswelt Stadt neu und vor allem gesundheitsfördernder zu gestalten.

Der Gesundheitssektor allein ist nicht in der Lage, die Voraussetzungen für mehr Gesundheit zu schaffen. Es bedarf vielmehr umfassenderer Strategien und eines koordinierten Zusammenwirkens unterschiedlichster Akteur*innen, um die Lebenswelten und den Alltag der Menschen gesundheitsfördernd zu gestalten. Hierbei sind alle Politikbereiche gefragt, die Förderung von Gesundheit und Lebensqualität als ihre Aufgabe zu begreifen.

Im Fokus der Tagung steht die WHO-Strategie „Health in All Policies (HiAP)“ bzw. Gesundheit in allen Politikbereichen. HiAP ist ein ressortübergreifender Ansatz, der dafür Sorge tragen soll, dass Gesundheit und der Gesundheitszustand der Bevölkerung systematisch in den Entscheidungen aller Politikbereiche mitgedacht werden. Hiervon sollen alle Menschen profitieren, insbesondere aber auch benachteiligte Gruppen. Menschen in schwierigen sozialen Lagen sind oft mehrfachen Belastungen ausgesetzt, etwa auch durch prekäre Wohnverhältnisse. Health in All Policies soll deshalb zu gesundheitlicher Chancengleichheit beitragen.

In der Praxis scheitert eine ressortübergreifende Zusammenarbeit allerdings noch allzu oft an bürokratischen Hürden und Silo-Denken. Anhand von Beispielen aus der Stadtentwicklung aus Deutschland und den Niederlanden soll daher aufgezeigt werden, wie Gesundheit als gemeinsames Ziel und Querschnittsaufgabe tatsächlich verfolgt und umgesetzt werden kann – wenn der Wille da ist. Fragen der sozialen Teilhabe und der Mobilität werden dabei ebenso berührt wie die Themen Nachhaltigkeit und Umwelt. Gemeinsam werden Referierende und Teilnehmende die übergreifenden Fragen diskutieren: Wie kann eine ressortübergreifende Zusammenarbeit gelingen, in der Gesundheit mitbedacht wird? Was können wir in unserer eigenen Arbeit dazu beitragen?

Die Tagung richtet sich an Fachkräfte und Entscheidungsträger*innen unterschiedlichster Fachbereiche (von Gesundheit und Soziales, über Stadtentwicklung bis hin zu Umwelt und Verkehr) aus Kommunen, Verbänden und Vereinen, an Wissenschaftler*innen, zivilgesellschaftliche Initiativen sowie alle Interessierten. Ziel soll explizit ein interdisziplinärer Austausch sein.

Programm

  • 09:30 Uhr
    Ankommen und Anmeldung
     
  • 10:00 Uhr
    Begrüßung
    Claudia Schröder, Abteilung Gesundheitsförderung und Prävention, Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
     
  • 10:10 Uhr
    Health in All Policies – Gesundheit als Aufgabe für alle Politikbereiche
    Janine Sterner, LVG & AFS Nds. e. V.
    Vortrag
     
  • 10:50 Uhr
    Gemeinsam Städte gesundheitsfördernd gestalten
    Prof. Dr. Heike Köckler, Hochschule für Gesundheit Bochum
    Vortrag
     
  • 11:30 Uhr
    Building a healthy Utrecht for all!
    Miriam Weber, Stadt Utrecht, Niederlande
    Vortrag
     
  • 12:30 Uhr
    Mittagessen
     
  • 13:30 Uhr
    Walkability und aktives Mobilitätsverhalten: Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis
    Prof. Dr. Jens Bucksch,Pädagogische Hochschule Heidelberg
    Vortrag
     
  • 14:00 Uhr
    Erst dagegen, dann dafür? Autoarme Stadtquartiere – Strategien und Modellversuche
    Philine Gaffron, Ober-Ingenieurin für Verkehrsplanung und Logistik an der TU Harburg
    Vortrag
     
  • 14:40 Uhr
    Eine Planstadt neu gestalten – Vorschläge für ein lebenswerteres Mannheim
    Klaus Elliger, Fachbereich Stadtplanung, Stadt Mannheim
    Vortrag
     
  • 15:30 Uhr
    Wenn wir wollen… wie gehen wir es an?
     
  • 16:00 Uhr
    Förderinstrumente für eine gesunde Stadt- und Quartiersentwicklung –Perspektiven für Niedersachsen
    Stefanie Nöthel, Abteilung Städtebau und Wohnen, Nds. Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz
     
  • 16:20 Uhr
    Abschluss
     
  • 16:30 Uhr
    Ende der Veranstaltung

Moderation

Thomas Altgeld, LVG & AFS Nds. e. V.