Fachtagung zur Zukunft der Sozialpsychiatrischen Dienste in Deutschland

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Die Liste derjenigen, die vom sogenannten Regelsystem nicht mehr erreicht werden, wird von Tag zu Tag länger. Zunehmende Ökonomisierungsprozesse in Behandlung, Rehabilitation und dem Eingliederungshilfe-finanzierten Bereich der psychiatrischen Versorgung grenzen immer weitere Problemlagen aus und verwehren Menschen den Zugang zu Hilfen. Umfeldarbeit und Gemeinwesenorientierung werden gefordert, aber nicht finanziert. Auch erwünschte Modernisierungsprozesse bringen eine zunehmende Unübersichtlichkeit der Hilfen und den Wegfall strukturierender institutioneller Rahmen mit sich.


An Aufgaben für einen ambulant aufsuchenden multiprofessionellen gemeindepychiatrischen Dienst, der ohne erst sozialrechtliche Anspruchsvoraussetzungen klären zu müssen, Betroffene, ihre Angehörigen, Freunde, Nachbarn und Kollegen beraten und unterstützen kann, mangelt es also nicht.

Der Wind weht günstig für die Sozialpsychiatrischen Dienste! Oder etwa nicht?
Leere kommunale Kassen, der Rückzug des Staates aus der Verantwortung für die Bürger und die Tendenz der Verwaltung, nur noch zu steuern statt selber zu handeln, schränken Handlungsspielräume von Sozialpsychiatrischen Diensten ein.
Unsere Tagung soll eine Bestandsaufnahme liefern, aktuelle Handlungsfelder fachlich reflektieren und realistische Zukunftsperspektiven entwickeln.

PROGRAMM

Donnerstag, 08.07.2010

14.00 Uhr | Anmeldung und Begrüßungskaffee

15.00 Uhr | Veranstaltungseröffnung
Prof. Dr. Marc Ziegenbein, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

15.05 Uhr | Begrüßung durch die Medizinische Hochschule Hannover
Prof. Dr. Stefan Bleich, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

15.10 Uhr | Grußworte

  • Dr. Matthias Albers, Bundesverband der Ärztinnen und
    Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V., Mettmann


Einflussfaktoren auf die Arbeit der Sozialpsychiatrischen Dienste

Vorsitz:
Claudia Zinke, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Gesamtverband, Berlin

15.30 Uhr | Anspruch und gesellschaftliche Realität: Inklusion trifft auf Exklusion

Renate Schernus

16.00 Uhr | Kaffeepause

16.30 Uhr | Wandel im psychiatrischen Hilfesystem: Die Strukturen geraten in Bewegung
Jörg Holke, Aktion Psychisch Kranke e.V., Bonn

17.00 Uhr | Erwartungen von Psychiatrie-Erfahrenen und ihren Angehörigen
Christian Harig, Verein Psychiatrie-Erfahrener Hannover e.V., Hannover
Rose-Marie Seelhorst, Arbeitsgemeinschaft Angehöriger psychisch Kranker e.V., Hannover

17.30 Uhr | Ausblick auf den weiteren Tagungsverlauf

17.45 Uhr | Ende des ersten Veranstaltungstages

Freitag, 09.07.2010

ab 8.30 Uhr | Morgenkaffee

Bilanzen: Die Vielfalt der Dienste in den Bundesländern

Vorsitz: Dietmar Altenberg, AWO Trialog gGmbH, Hannover

9.00 Uhr | Bericht aus Norddeutschland (Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen)
Wolfram Beins, Landesfachbeirat Psychiatrie Niedersachsen, Celle

9.30 Uhr | Bericht aus Ostdeutschland
(Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg,
Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen)

Dr. Steffi Draba, Sozialpsychiatrischer Dienst der Stadt Halle und
Dr. Regine Krause-Döring, Gesundheitsamt der Stadt Leipzig

10.00 Uhr | Bericht aus Süddeutschland (Baden-Württemberg, Bayern)
Dr. Klaus Obert, Caritasverband für Stuttgart e.V., Stuttgart und
Gerd Mendel, Caritasverband München / Freising

10.30 Uhr | Kaffeepause

11.00 Uhr | Bericht aus Westdeutschland (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland)
Eva Dorgeloh, Sozialpsychiatrischer Dienst der Stadt Köln und
Klaus Jansen
, Kölner Verein für Rehabilitation e.V.

11.30 Uhr | Was machen eigentlich die Sozialpsychiatrischen Dienste?
Entwurf einer Leistungsbeschreibung

Dr. Matthias Albers, Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte im
Öffentlichen Gesundheitsdienst, Mettmannn

12.00 Uhr | Mittagspause

14.00 Uhr | Workshops zu den Herausforderungen und Lösungswegen...
(für die Workshops können Sie sich am ersten Veranstaltungstag eintragen)

WS 1: ...bei der Hilfeplanung
Friedrich Walburg, Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie, Stuttgart

WS 2: ...bei erweitertem Leistungsspektrum
Dr. Jörg Kalthoff, Sozialpsychiatrische Dienst Bochum, Bochum

WS 3: ...bei der Krisenintervention
Dr. Detlev E. Gagel und Dr. Klaus Petzold,
Sozialpsychiatrischer Dienst Berlin-Pankow bzw. Kreis Ostholstein

WS 4: ...in der Arbeit mit Migranten
Prof. Dr. Marc Ziegenbein, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

WS 5: ...in der Arbeit mit Jugendlichen
Dr. Hans-Joachim Kirschenbauer, Abteilung Psychiatrie Stadt Frankfurt a. M.
und Psychiatriekoordination, Frankfurt

WS 6: ...in der Arbeit mit alten Menschen
Heinz-Peter Kuhlmann, LWL-Klinik Gütersloh, Gütersloh

WS 7: ...im ländlichen Raum
Constantin von Gatterburg, Sozialmedizinischer Dienst Kreis Bergstraße, Heppenheim

WS 8: ...in der Prävention und Gemeinwesenarbeit
Dr. Klaus Obert, Caritasverband für Stuttgart e.V., Stuttgart

WS 9: ...in der regionalen Koordination und Planung
Dr. Hermann Elgeti, Sozialpsychiatrische Poliklinik der MHH, Hannover

17:00 Uhr | Ausklang des Veranstaltungstages bei einem Imbiss und Musik


Samstag, 10.07.2010


9.30 Uhr | Morgenkaffee

Perspektiven: Ratschläge und Ermutigungen

Vorsitz: Friedrich Walburg, Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie, Stuttgart

10.00 Uhr | Tagungsbeobachtungen

  • Ruth Fricke, Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V., Herford
  • Leonore Julius, Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker, Bonn
  • Matthias Rosemann, TRÄGER gGmbH, Berlin

11.00 Uhr | Plädoyer für eine Orientierung auf den Sozialraum
Dr. Hermann Elgeti, Sozialpsychiatrische Poliklinik der MHH, Hannover

11.30 Uhr | Plädoyer für die Stärkung von Souveränität und Selbsthilfe
Dr. Manfred Jehle, Bayerische Gesellschaft für soziale Psychiatrie e.V., München

12.00 Uhr | Schlusswort
Prof. Dr. Marc Ziegenbein, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

12.15 Uhr | Ende der Veranstaltung

Organisation und Information
Landesvereinigung für Gesundheit und
Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.
Sabine Erven, MPH
Tel.: 05 11 / 3 50 00 52, Fax: 05 11 / 3 50 55 95
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.gesundheit-nds.de