Süchte älterer Menschen und Handlungsmöglichkeiten in der Suchthilfe

Dokumentation der XIX. Nds. Suchtkonferenz als PDF


Süchte werden hauptsächlich mit jungen Menschen in Verbindung gebracht und deren Suchtproblematiken diskutiert. Möglicherweise hängt das auch mit der höheren Sichtbarkeit des jugendlichen Konsumverhaltens im öffentlichen Raum und dessen Folgen zusammen. Aber nicht nur durch die sich ändernde Bevölkerungsstruktur nimmt die Bedeutung von Suchterkrankungen im Alter zu.

Die Anzahl älterer Menschen, die alkohol- oder medikamentenabhängig ist, nimmt stetig zu. Aber Süchte im Alter bleiben eher eine Grauzone, fast noch ein Tabuthema, weil sie nicht zu den gängigen Altersbildern passen. Dennoch tauchen suchtkranke ältere Menschen verstärkt in Allgemeinarztpraxen, Krankenhäusern, Einrichtungen der Sucht und Altenhilfe sowie in Altenheimen auf. Derzeit werden ältere Menschen mit Suchterkrankungen allerdings nicht adäquat versorgt. Die Einrichtungen der Altenhilfe sind häufig mit diesen Problematiken überfordert, während die Einrichtungen der Suchthilfe mit ihrer Angebotsstruktur stärker auf jüngere Bevölkerungsgruppen ausgerichtet sind.

Dabei sind die Erfolgswahrscheinlichkeiten für eine effektive Behandlung einer Suchterkrankung im Alter genauso gegeben wie für jüngere Altersgruppen auch. Außerdem werden die Möglichkeiten von Suchtpräventionsstrategien bislang ebenfalls nicht ausgeschöpft.

Die neunzehnte Niedersächsische Suchtkonferenz soll die Süchte älterer Menschen und die Handlungsmöglichkeiten der Sucht- und Altenhilfe von mehreren Seiten beleuchten. Wie sehen altersspezifische Beratungs- und Behandlungsangebote aus? Wie lassen sich älter werdende süchtige Menschen erreichen? Welche Süchte überwiegen bei älteren Menschen? Welche Präventionsstrategien sind erfolgreich?

Die Konferenz findet in Kooperation mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit statt.

Programm

9:30 Uhr | Anmeldung und Stehkaffee

10.00 Uhr | Eröffnung und Begrüßung
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.

10.10 Uhr | Grußwort
Ministerialdirigent Dr. Thomas Sporn, Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit

10.25 Uhr | Problematischer Alkoholkonsum im Alter: Häufigkeit und Behandlungsmöglichkeit
PD Dr. Hans-Jürgen Rumpf, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck

11.10 Uhr | „Die Tablette ist für mich wie ein Freund“ Medikamentengebrauch, -missbrauch und -abhängigkeit im Alter
Prof. Gerd Glaeske, Zentrum für Sozialpolitik Bremen

11.55 Uhr | Kaffeepause
12.10 Uhr | Europäisches Projekt zur Lebenssituation älterer drogenabhängiger Frauen und Männer
Prof. Dr. Irmgard Vogt, Institut für Suchtforschung (ISFF), Frankfurt am Main

12.55 Uhr | Diskussion

13.10 Uhr | Mittagspause

14.10 Uhr | „Es lohnt sich“ - Erfahrungen in der Behandlung älterer suchtkranker Menschen
Dr. Dieter Geyer, Fachklinik Fredeburg, Schmalleberg - Bad Fredeburg

14.45 Uhr | „Zwischen allen Stühlen?“ - Über die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Altenhilfe, Suchthilfe und Gerontopsychiatrie
Hartwig von Kutzschenbach, Sozialpsychiatrischer Dienst für alte Menschen (SOFA), Nürtingen

15.20 Uhr | Sucht im Alter - psychosoziale Interventionen
Prof. Dr. Heike Dech, Alice Salomon Hochschule Berlin

15.55 Uhr | Diskussion

ca. 16.30 Uhr | Ende der Veranstaltung

Moderation:
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.