Neue Perspektiven auf die Prävention und Behandlung von Alkoholabhängigkeit

Weltweit gehört Alkohol zu den gravierendsten Gesundheitsrisiken. Der Konsum von übermäßigem Alkohol birgt eine Vielzahl gesundheitlicher Risiken organmedizinischer (beispielsweise Organschäden, Krebs- und Infektionserkrankungen), psychischer und sozialer Art. In Deutschland sterben jährlich etwa 74.000 Menschen in direkter und indirekter Folge von Alkoholismus.

Dennoch ist der Konsum von Alkohol in Deutschland gesellschaftlich weit verbreitet und akzeptiertet. Von der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland konsumieren etwa 85 % regelmäßig Alkohol, etwa 20 % dieser Personengruppe konsumieren so viel Alkohol, dass auf Dauer von alkoholbedingten Schädigungen auszugehen ist. Auch bei Kindern und Jugendlichen zählt Alkohol zu der am häufigsten konsumierten psychoaktiven Droge.

Ein Alkoholmissbrauch wird bei etwa 3,1 % der erwerbsfähigen Bevölkerung und bei 3,4 % dieser Personengruppe eine Alkoholabhängigkeit vermutet. Ursächlich für eine Alkoholabhängigkeit ist nicht allein der Alkoholkonsum, sonder vielmehr verschiedenste biologische, psychische und soziale Bedingungen, die über längere Zeit zu einer Abhängigkeit führen können. So heterogen wie die Ursachen für eine Alkoholabhängigkeit sind, stellen sich auch die Erscheinungsbilder und Verläufe dar. Dies erfordert eine individuelle Diagnostik und Therapie. Der Alltag der Betroffenen orientiert sich an dem Konsum von Alkohol und führt häufig zu vielfältigen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Beeinträchtigungen, die sich gegenseitig bedingen können. Die Betroffenen selbst verleugnen ihre Abhängigkeit nicht selten, die befürchtete gesellschaftliche Diskriminierung unterstützt dies.
Obwohl der Alkoholkonsum im Vergleich zu den letzten Jahren leicht rückläufig ist, gibt der hohe verbreitete und akzeptierte Alkoholkonsum in Deutschland Anlass zum Handeln.

Durch den Ansatz der Prävention kann dem Alkoholkonsum und den damit einhergehenden gesundheitlichen Risiken entgegengewirkt werden. Eine Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure und eine Kombination von verhaltens- und verhältnisbezogenen Präventionsmaßnahmen sind anzustreben, um nachhaltige Erfolge erzielen zu können.
Die XXVI. Niedersächsische Suchtkonferenz möchte für das Thema sensibilisieren und neue Perspektiven auf die Prävention und Behandlung von Alkoholabhängigkeit aufzeigen.

Zielgruppe der Tagung sind u. a. Suchtmediziner und -medizinerinnen, Psychotherapeuten und -therapeutinnen und Mitarbeitende aus Suchtberatungs- und Suchthilfestellen sowie aus der psychiatrischen Versorgung.

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Programm

09:30 Uhr | Anmeldung und Begrüßungskaffee

10:00 Uhr | Grußworte
Dr. Sabine Brägelmann-Tan, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

10:15 Uhr | Epidemiologischer Überblick über den Alkoholkonsum in Deutschland
Dr. Cornelia Lange, Robert-Koch-Institut I Vortrag

11:00 Uhr | Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen verbessern – die neue S-3-Leitlinie
Prof. Dr. Ulrich W. Preuss, Vitos Klinik Psychiatrie und Psychotherapie Herborn I Vortrag

11:45 Uhr | Das Gesundheitsziel – Alkoholkonsum reduzieren
Prof. Dr. Elisabeth Pott, AG Gesundheitsziel „Alkoholkonsum reduzieren“, GVG e. V. I Es gibt keinen Vortrag

12:15 Uhr | Mittagessen

13:00 Uhr | Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) und seine lebenslangen Folgen
Prof. Dr. Hans-Ludwig Spohr, FASD-Zentrum Berlin

14:00 Uhr | GigA „Gemeinsam initiativ gegen den Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen“ – Netzwerkarbeit als Voraussetzung für eine erfolgreiche kommunale Alkoholprävention
Dr. Hans-Jürgen Hallmann, ginko Stiftung für Prävention I Vortrag

14:30 Uhr | Kaffeepause

14:50 Uhr | Zwischenbericht der Studie „Prävention und Hilfe bei stoffgebundenen und stoffungebundenen Suchterkrankungen in Niedersachsen“
Dr. Florian Rehbein, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e. V. I Es gibt keinen Vortrag

15:30 Uhr | Diskussion zur Studie „Prävention und Hilfe bei stoffgebundenen und stoffungebundenen Suchterkrankungen in Niedersachsen“
Dr. Florian Rehbein, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e. V.
Dr. Manfred Rabes, Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen
Dominika Lachowicz, Landesstelle Jugendschutz
Frederick Groeger-Roth, Landespräventionsrat Niedersachsen

16:00 Uhr | Ende der Veranstaltung

Gesamtmoderation
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.