Die Kunst des Weglassens

Das Thema der Polymedikation wird derzeit vielschichtig diskutiert. Bei der Behandlung von chronisch erkrankten und / oder alten Menschen hat es eine hohe Relevanz. Insbesondere bei multimorbiden Patientinnen und Patienten kann die Vielzahl der zu behandelnden Symptome und Krankheitsbilder entlang der jeweiligen Leitlinien zu Polymedikation führen. Die mangelnde Kommunikation zwischen den beteiligten Berufsgruppen, Sektoren und Fachdisziplinen, aber auch die Unwissenheit oder ungenaue Symptomschilderungen von Patientinnen und Patienten können Über-, Unter- und Fehlversorgung zur Folge haben. Ebenso kommt es vor, dass Patienten und Patientinnen frei verkäufliche Präparate erwerben, um eigenverantwortlich ihre Gesundheit zu fördern. Folgen dieser Selbstmedikation können zu gravierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Risiken für die Patientinnen und Patienten durch auftretende unerwünschte Arzneimittelwirkungen oder Interaktionen führen.

Für eine Behandlung mit „so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig“ Medikamenten sind eine enge Zusammenarbeit der behandelnden Akteure sowie eine genaue Aufklärung der Patientinnen und Patienten entscheidend. Regelmäßige Medikationsanalysen sollten dabei zur Routine werden. Welche Ursachen zu den bereits genannten hinzukommen, wie man diesen begegnen kann und wie man für die Problematik sensibilisiert, wird bei dieser Fachtagung erörtert. So richtet sich die Thematik vorrangig an Ärzte und Ärztinnen, Apotheker und Apothekerinnen sowie Interessierte. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der AOK – Die Gesundheitskasse für Niedersachsen und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Mit Fachvorträgen und Workshops sollen praktische Lösungsansätze zu den Themen Pulmologie, Kardiologie, Diabetes, Geriatrie und Demenz sowie Polymedikation auch aus Sicht von Apothekern und Apothekerinnen berufsgruppenübergreifend vermittelt und fallzentriert diskutiert werden.

Es wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit geboten,innerhalb der Workshops Fälle aus der eigenen Praxis zu diskutieren. Bitte senden Sie uns Ihre Fälle unter Angabe des gewählten Workshops bis zum 1. September 2016 an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Veranstaltungsflyer >>

Programm

09:30 Uhr | Anmeldung und Begrüßungskaffee

10:00 Uhr | Grußworte
Brigitte Käser, AOK – Die Gesundheitskasse für Niedersachsen, Hannover
Dr. Jörg Berling, Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, Hannover

10:15 Uhr | Polymedikation
Prof. Dr. med. Dirk O. Stichtenoth, Medizinische Hochschule Hannover | Vortrag

11:00 Uhr | Inhalative Therapie bei chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen – was kommt beim Patienten an?
Dr. med. Wolfgang Wedel, M.Sc, Krankenhaus Winsen I Vortrag
 
11:45 Uhr | Kaffeepause

12:00 Uhr | Polymedikation in der Herztherapie unter besonderer Berücksichtigung wichtiger Comorbiditäten
Dr. med. Helmut Riesner, Kard. Praxis Bad Bevensen, Danneberg I Vortrag
 
12:45 Uhr | Alte und neue Antidiabetika – Was ist bewährt, was ist belegt, was ist bezahlbar?
Dr. med. Andreas Klinge, Diabetes Schwerpunktpraxis Eidelstedt, Hamburg I Vortrag
 
13:30 Uhr | Mittagessen

14:30 Uhr | Parallele Workshops

1. Strategien zur Optimierung von Arzneimittelregimen bei Patienten und Patientinnen mit Polymedikation
Ina Richling, Doctor of Pharmacy, Menden
Isabel Waltering, Doctor of Pharmacy, Universität Münster I Vortrag
 
2. „Muß ich die alle nehmen?“ Praktische Strategien zum Absetzen in der hausärztlichen Versorgung
PD Dr. Guido Schmiemann, Universität Bremen I Vortrag

3. Absetzen oder nicht? Medikation bei geriatrischen Patienten und Patientinnen und bei Demenz
Prof. Dr. med. Klaus Hager, DIAKOVERE Henriettenstift, Hannover I Vortrag

4. Pulver, Treibgas oder Vernebler, welche Devices für welche Patienten? – praktische Übungen
Dr. med. Wolfgang Wedel, M.Sc, Krankenhaus Winsen

5. Fallbeispiele und Fallstricke in der Polymedikation herzkranker Patienten und Patientinnen
Dr. med. Helmut Riesner, Kard. Praxis Bad Bevensen, Danneberg

6. Therapie des Typ 2-Diabetes: Was, für wen und wann
Dr. med. Andreas Klinge, Diabetes Schwerpunktpraxis Eidelstedt, Hamburg

16:00 Uhr | Kaffeepause

16:15 Uhr | Abschlussdiskussion

17:00 Uhr | Ende der Veranstaltung

Moderation
Sandra Exner, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.