1,1 Millionen Asylsuchende wurden 2015 in Deutschland registriert. Nicht alle der Ankommenden haben eine gute Bleibeperspektive, sehen für sich aber auch keine Zukunft in ihrem Herkunftsland. Expertinnen und Experten vermuten daher, dass die Anzahl der Menschen ohne definierten Aufenthaltsstatus in Deutschland stark wachsen wird.

Diese Menschen leben in äußerst prekären Umständen und sind im Alltag vom regulären Zugang zu Bildung, Arbeit und Gesundheitsversorgung ausgeschlossen. Besonders akut auftretende Erkrankungen oder eine Schwangerschaft stellen Papierlose vor große Probleme. Aus Angst entdeckt und abgeschoben zu werden suchen sie nur in Notfällen medizinische Versorgungseinrichtungen auf.

Im Rahmen der Veranstaltung wird zunächst aus einer menschenrechtlichen Perspektive der Anspruch auf eine angemessene Gesundheitsversorgung dargestellt. Einen Einblick in die Lebenssituation sogenannter Papierloser gibt der anschließende Vortrag, der auf zehn qualitativen Interviews mit Betroffenen aufbaut. Abschließend wird das Modellprojekt zur Einführung eines anonymen Krankenscheins, das derzeit durch die Medizinische Flüchtlingshilfe Hannover und Göttingen durchgeführt und durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert wird, vorgestellt.

Fortbildungspunkte
Die Zertifizierung mit Fortbildungspunkten ist bei der Ärztekammer Niedersachsen beantragt.

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Programm

09:30 Uhr | Anmeldung

10:00 Uhr | Grußwort
Dr. Hans-Joachim Heuer, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

10:20 Uhr | Der menschenrechtliche Ansatz der Gesund- heitsversorgung von Zugewanderten | Vortrag
PD Dr. Michal Knipper, Justus-Liebig-Universität Gießen

11:10 Uhr | Kaffeepause

11:25 Uhr | Der unsichtbare Patient: Gesundheitsversorgung von Papierlosen | Vortrag
Dr. Mustapha Sayed, Deutsche BKK

12:00 Uhr | Modellprojekt: Anonymer Krankenschein in Hannover und Göttingen
Dr. Maren Mylius, Medizinische Flüchtlingshilfe Hannover

12:45 Uhr | Mittagsimbiss und Ende der Veranstaltung

Moderation
Thomas Altgeld, Geschäftsführer der LVG & AfS Nds. e. V.