Wie kann die Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen langfristig sichergestellt werden?

Deutschland erlebt in diesen Tagen einen so noch nie dagewesenen Zustrom von Flüchtlingen. Neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Behörden in Bund,  Ländern und Kommunen sowie von Einrichtungen aus dem Sozial- Gesundheits- und Bildungsbereich sind es vor allem freiwillig Engagierte, die dazu beitragen, die grundlegendsten Bedürfnisse der ankommenden Menschen zu decken.

Doch was passiert wenn die Welle der Hilfsbereitschaft wieder abebbt? Welche Strukturen brauchen wir um die große Zahl an Asylsuchenden langfristig versorgen und integrieren zu können? Wie kann das Gesundheitswesen auf den Zustrom von Menschen mit geringen Kenntnissen der deutschen Sprache reagieren? Die parallel aufgebauten Systeme zur Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen sind vieler Orts bereits jetzt überlastet. Nur durch die weitere interkulturelle Öffnung der Regeldienste kann dem Bedarf an medizinischer Versorgung begegnet werden.

Die Veranstaltung greift genannte Fragen auf und diskutiert diese anhand grundsätzlicher Statements zum Umgang mit Flüchtlingen aber auch mittels Praxisbeispielen aus der Gesundheitsversorgung.

Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte der Flüchtlingsarbeit sowie aus dem Sozial- und Gesundheitswesen.

Programm

09:30 Uhr | Anmeldung

10:00 Uhr | Begrüßung
Marion Charlotte Renneberg, Ärztekammer Niedersachsen

10:20 Uhr | Erfahrungen und Eindrücke einer Flucht - aus der Perspektive eines Jugendlichen!
Runak Sabbar-Letaief, Journalistin

10:50 Uhr | Integration von Flüchtlingen in die medizinische Regelversorgung
Dr. med. Kayvan Bozorgmehr, Universitätsklinikum Heidelberg

11:30 Uhr | Pause

11:45 Uhr | Gesundheitsversorgung undokumentierter Eingewanderter
Uwe Erbel, IBIS e. V.

12:25 Uhr | Sprachmittlung in der kommunalen Migrations- und Flüchtlingsarbeit
Figen Köksal, Servicestelle für Interkulturelle Übersetzungen / Stadt Braunschweig

13:00 Uhr | Mittagspause

14:00 Uhr | Gesundheitskarte für Flüchtlinge und Einführung des anonymen Krankenscheins in Niedersachen
Dr. med. Christos Pantazis, MdL

14:45 Uhr | Praxisbeispiele aus Niedersachsen I

Angebote für geflüchtete Frauen und Familien
Katja Weber-Khan, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Osnabrück
Malu Piepenbrink, Mütterzentrum Osnabrück e. V.

Hebammenhilfe für Flüchtlinge
Brigitte Salisch, Hebammenverband Niedersachsen e. V.

Frühe Hilfen zur Integration durch gesundheitliche Betreuung von Frauen und Kindern aus Flüchtlingsfamilien
Prof. Dr. Adolf Windorfer, Stiftung „Eine Chance für Kinder“

15:30 Uhr | Pause

15:45 Uhr | Praxisbeispiele aus Niedersachsen II

Transkulturelle psychotherapeutisch-psychiatrische Behandlung im Rahmen der Institutsambulanz des Asklepios Fachklinikums Göttingen
Maria Belz, Asklepios Fachklinikum Göttingen

Hausärztliche Versorgung von Flüchtlingen
Dr. med. Anja Fröhlich, Praxis Dres. Scholber, Fröhlich, Höbbel-Schnell

Zusätzliche Anforderungen durch Flüchtlinge im Krankenhausalltag
Björn-Oliver Bönsch, Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT

Zur Bedeutung der Kausalität in der Gesundheitsförderung afrikanischer Migrantinnen und Migranten
Kass Kasadi, Aids-Hilfe Niedersachsen e. V.

17:00 Uhr | Ende

Gesamtmoderation
Dr. Ute Sonntag, LVG & AFS