Gesundheitliche Chancengleichheit als Leitmotiv?

In diesem Jahr wurde im vierten Anlauf das erste Präventionsgesetz für Deutschland verabschiedet, mit dem Ziel, die Bereiche Gesundheitsförderung und Prävention zu stärken. Die finanziellen Auswirkungen treten 2016 in verschiedenen Handlungsfeldern in Kraft. So sollen zum Beispiel die Früherkennungsuntersuchungen weiterentwickelt und der Bereich der Selbsthilfe gestärkt werden. Es sollen aber auch die Lebenswelten wie Kita, Schule, Arbeitsplatz und Pflegeeinrichtungen für Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention in den Fokus rücken.

Die Weichenstellungen für Projekte und Strukturen werden derzeitig vorgenommen. Alle erwarten mehr Geld für ihr jeweiliges Subsystem, aber wie sich mehr Geld sinnvoll auch in mehr Gesundheit umsetzen lässt, ist noch eine offene Frage. Die meisten Aktivitäten der Gesundheitsförderung und Prävention haben bislang vor allem die leicht erreichbaren Gruppen angesprochen, so dass sich die Gesundheitsunterschiede zwischen besser und schlechter gestellten Bevölkerungsgruppen eher vergrößern als verkleinern. Der Bremer Armuts- und Reichtumsbericht verdeutlicht an dieser Stelle gravierende gesundheitliche Unterschiede zwischen sozial stärkeren und sozial schwächeren Stadtteilen. So ist die Lebenserwartung von Männern in Gröpelingen um 8,2 Jahre und bei Frauen um 5,5 Jahre geringer als in Schwachhausen.

Stellt das Präventionsgesetz in diesem Zusammenhang eine Chance dar, mehr gesundheitliche Chancengleichheit herzustellen? Was bedeutet das Präventionsgesetz konkret für die Bundes-, Landes- und kommunale Ebene? Und welche Chancen und Grenzen sieht die Wissenschaft? Diese und andere Aspekte möchten wir auf der Veranstaltung beleuchten und mit Ihnen diskutieren.

Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Gesundheits-, Sozial-, Bildungs- und Politikbereich, Kooperationspartnerinnen und -partner der LVG Bremen sowie an alle Mitglieder und Interessierten.

Veranstaltungsflyer >>

Programm

14:00 Uhr | Anmeldung und Begrüßungskaffee

14:30 Uhr | Grußworte
Prof. Dr. Norbert Schmacke, Landesvereinigung für Gesundheit Bremen e. V.

14:40 Uhr | Was bedeutet das neue Präventionsgesetz für die Bundes-, Landes- und kommunale Ebene? | Vortrag
Olaf Liebig, Bundesministerium für Gesundheit, Berlin

15:30 Uhr | Chancen und Grenzen des Präventionsgesetzes | Vortrag
Prof. Dr. med. Hajo Zeeb, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS GmbH

16:15 Uhr | Pause

16:30 Uhr | Mehr gesundheitliche Chancengleichheit durch das Präventionsgesetz?
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.

17:15 Uhr | Gemeinsamer Abschluss

17:30 Uhr | Ende der Veranstaltung

Gesamtmoderation
Susanne Nolte, Bremer Volkshochschule