Für Menschen mit demenziellen Einschränkungen lösen die Verlegung und der Aufenthalt in der akutklinischen, geriatrischen oder rehabilitativen Versorgung häufig eine stressverursachende und krisenhafte Situation aus. Demenzbedingte Einschränkungen und Verhaltensweisen können sich erschwerend auf die pflegerische Versorgung und Durchführung der ärztlichen und therapeutischen Behandlung auswirken. Vor dem Hintergrund einer deutlichen Zunahme von älteren und hochaltrigen Patientinnen und Patienten und dem damit einhergehenden Anstieg derjenigen mit demenziellen Einschränkungen im Akut- und Rehabilitationsbereich sind besondere Anforderungen an das Personal und die Organisation gerichtet.

Krankenhäuser können die Versorgung dieser Patientengruppe mit demenzsensiblen Konzepten verbessern. Ein erster Schritt dazu ist die Einführung von Demenzbeauftragten , die abgestimmte Projekte fördern und gezielte Maßnahmen ergreifen können.

Das Curriculum für die Fortbildung zur/m Demenzbeauftragten im Krankenhaus wurde von der LVG & AFS Niedersachsen evaluiert und von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. veröffentlicht. Die modulare Fortbildung soll die Teilnehmenden befähigen:

I. Konzepte zur Verbesserung der Versorgungssituation zu entwickeln und umzusetzen,
II. für andere Mitarbeitende im Krankenhaus eine Basisfortbildung anzubieten und
III. qualitätssichernde Maßnahmen zu ergreifen.

Fortbildungsflyer >>

Teilnahmevorraussetzungen

Die Fortbildung richtet sich an Mitarbeitende, die sich persönlich und aufgrund ihrer Funktion in der akuten oder rehabilitativen Versorgung eignen, als Demenzbeauftragte/r koordinierende und beratende Aufgaben wahrzunehmen. In Frage kommen Mitarbeitende aus folgenden Bereichen:

  • Pflegedienst
  • Qualitätsmanagement
  • Ärzteschaft
  • Sozialdienst
  • Überleitungs- und Entlassungsmanagement


Empfehlung: Tandembildung!


Für eine erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen und Projekten wird die Teilnahme von zwei Mitarbeitenden aus einer Einrichtung empfohlen. Die Bildung von Tandems hat den Vorteil eine gegenseitige Vertretung gewährleisten zu können und bei Ausfall einer der beiden Tandempartner die Weiterführung von Maßnahmen nicht zu gefährden. Idealerweise arbeiten beide Teilnehmenden in unterschiedlichen Bereichen.

Struktur der Fortbildung

Die Fortbildung hat einen zeitlichen Umfang von insgesamt 160
Stunden. Die einzelnen Module finden in Blöcken im Zeitraum von
Juni bis November 2015 an jeweils 3 bis 4 Tagen statt.

Modulübersicht

Modul 1
Demenz und Delir

Modul 2
(Selbst-) Wahrnehmung

Modul 3
Demenzgerechte Ansätze

Modul 4
Verstehen und Annehmen

Modul 5
Menschen mit demenziellen Einschränkungen im Krankenhaus

Modul 6
Kontakt und Umgang mit demenziell eingeschränkten Patientinnen und Patienten

Modul 7
Zusammenarbeit mit Angehörigen

Modul 8
Hospitation und Praxisreflektion

Einführungsveranstaltung: 18. Mai 2015

Fortbildungsblöcke: 01.-03. Juni, 16.-18. Juni, 13.-16. Juli, 07.-10. September, 12. Oktober 2015 (der Zeitpunkt der viertägigen Hospitation ist von den Teilnehmenden selbst festzulegen).

Hospitation

Im Rahmen der Fortbildung sollen die Teilnehmenden eine viertägige Hospitation in einer demenzspezifischen Einrichtung ihrer
Wahl absolvieren. Dabei soll das theoretisch erworbene Wissen in der Praxis vertieft werden. Mögliche Einrichtungen sind spezielle
Abteilungen in Krankenhäusern mit Demenzprojekten, Pflegeheime, ambulante Angebote für Demenzkranke, Beratungsdienste
und Bildungseinrichtungen.

Abschluss

Die Teilnehmenden erarbeiten einzeln oder in Kleingruppen Abschlussarbeiten in Form eines eigenen Projektkonzeptes. Diese werden im Plenum und vor den Fortbildungsverantwortlichen vorgestellt. Abschließend erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat über der Teilnahme an der Fortbildung.

Abschlussveranstaltung: 05. November 2015

Reflexionstreffen

Nach sechs Monaten werden die Teilnehmenden zu einem Reflexionstreffen eingeladen. Dieses Treffen soll den Erfahrungsaustausch und die Möglichkeit einer Netzwerkbildung eröffnen.

Vorrausetzung für eine erfolgreiche Projektentwicklung

I. Unterstützung des Projektes durch Vorgesetzte
II. Abstimmung der Demenzbeauftragung mit den Unternehmenszielen
III. Angemessene Freistellung und Bereitstellung geeigneter Ressourcen für die Umsetzung von Maßnahmen
IV. Finanzielle und materielle Ressourcen für die Umsetzung von Projekten