3. Männergesundheitskongress der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Bundesministeriums für Gesundheit

Auf die psychische Gesundheit von Männern wird im Gesundheitswesen seltener fokussiert als auf deren physische Konstitution, für Männer selbst ist sie in der Regel kaum ein Thema. Gesellschaftlicher Wandel, steigende persönliche und gesellschaftliche Anspruchshaltungen in Arbeitsleben und Freizeit sowie zunehmend komplexere Rollenbilder eines als „modern“ geltenden Mannes bereiten jedoch immer häufiger (Stress-)Belastungen und in der Folge auch psychischen Erkrankungen den Boden.


Die Erwerbsarbeit stellt für Männer im mittleren und höheren Lebensalter eine der bedeutendsten identitätsstiftenden und gesundheitsförderlichen Ressourcen dar. Unter prekären Rahmenbedingungen kann sich Arbeit jedoch auch in einen Risikofaktor verkehren. Das Nichterreichen beziehungsweise der Verlust beruflicher Funktionen und Netzwerke hat häufig psychosoziale Belastungen zur Folge, die sich auch auf andere Lebensbereiche auswirken bzw. in Wechselwirkungen mit diesen stehen. Multifaktorielle Belastungen stehen einer ausgeprägten Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen bei Männern gegenüber. Trotz hoher Belastungsdichte führen eine geringe Symptomaufmerksamkeit bei Männern und das gesellschaftliche Bild von Männlichkeit zu einer Unterdiagnostik und zu defizitären Präventions- und Versorgungsangeboten für Männer im Bereich der psychischen Erkrankungen.

Erfolgreiche Konzepte der geschlechtsspezifischen Förderung von psychischer Gesundheit und die Prävention von Erkrankungen sollten die Lebenswelten von Männern sowie die unterschiedlichen Lebensphasen berücksichtigen.

Im Mittelpunkt des 3. Männergesundheitskongresses soll daher der Aspekt der psychischen Gesundheit von Männern in der Lebenslaufperspektive stehen. Anhand aktueller Daten und Praxisbeispiele soll aufgezeigt werden, welche Konzepte und Ressourcen vorhanden und welche Vorgehensweisen erfolgversprechend sind, um in unserer Gesellschaft des langen Lebens die psychische Gesundheit von Männern zu fördern. Der Kongress wird durch eine visuelle Live-Dokumentation (Graphic Recording) begleitet. Wir laden Sie herzlich ein, sich in die Weiterentwicklung männergerechter Angebote zur Gesundheitsförderung einzubringen!

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Programm

10:00 Uhr | Anmeldung und Begrüßungskaffee

10:30 Uhr | Eröffnung
Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

10:45 Uhr | Grußwort
Regina Kraushaar, Leiterin der Abteilung „Pflegesicherung, Prävention“, Bundesministerium für Gesundheit

11:00 Uhr | Status Quo der seelischen Gesundheit von Männern
Prof. Dr. med. Harald Gündel, Universitätsklinkum Ulm | Abstract

11:30 Uhr | Handlungsfelder identifizieren, Gesundheitsförderung optimieren: Erkenntnisse des Männergesundheitsberichts des Robert Koch-Instituts
Anne Starker, Robert Koch-Institut

12:00 Uhr | Mittagsimbiss

13:00 Uhr | Und was schluckst du so? − Medikamentenkonsum von Männern
Prof. Dr. rer. nat. Gerd Glaeske, Universität Bremen | Abstract

13:30 Uhr | Überleitung zu den Workshops: Welche Angebote der Gesundheitsförderung motivieren Männer?
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. | Abstract

14:00 Uhr | Parallele Workshops
(mit integrierter Kaffeepause)

Workshop 1
Betriebliches Gesundheitsmanagement für Männer

Männer im Betriebszustand – Zugangswege und Gesundheitskommunikation im betrieblichen Kontext
Dr. med. Peter Kölln, Facharzt für Arbeitsmedizin & Berater der Stiftung Männergesundheit, Bremen | Abstract

Männerspezifische Präventions- und Interventionsstrategien bei Substanzkonsum im Arbeitsleben
Prof. Dr. rer. pol. Heino Stöver, Frankfurt University of Applied Sciences

Gesundheitslotsen der Berliner Stadtreinigung (BSR)
Angela Janecke, Berliner Stadtreinigungsbetriebe AöR | Abstract

Moderation
Dr. med. Thomas Kunkel, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)


Workshop 2
Lebenslagensensible Gesundheitsförderung für Männer

(Werdende) Väter als Zielgruppe des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
Hans-Georg Nelles, Väter & Karriere, Düsseldorf | Abstract

Chancen und Perspektiven neuer Arbeitszeitmodelle für die psychische Gesundheit von Männern
Andy Keel, Gründer Projekt Teilzeitmann, Teilzeit AG | Abstract

Identitätskonstruktionen im Lebenslauf – Ergebnisse einer Modellstudie zu Gender, Arbeit und Familie
Dr. phil. Thomas Kühn, Universität Bremen

Moderation
Martin Rosowski, Bundesforum Männer


Workshop 3
Empowerment in der Gesundheitsförderung für Männer

Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit bei Männern
Prof. Dr. rer. biol. hum. habil. Elmar Brähler, Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Universitätsklinikum Leipzig | Abstract

Gemeinsam Handeln: Gesundheitsförderung bei männlichen Arbeitslosen im kommunalen Raum
Stefan Bräunling, Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit | Abstract

„Mach mit – werd` fit“ – Gesundheitsförderung und Integration durch den organisierten Sport
Philipp-Leonard Karow, Stadt-Sport-Bund Osnabrück | Abstract

Leistungsstarke Kerle – Gesundheitsförderung für männliche Auszubildende
Dieter Schulenberg, Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e. V. (HAGE)  | Abstract

Moderation
Martin Schumacher, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.

16:00 Uhr | Ergebnispräsentationen und Diskussion im Plenum

16:45 Uhr | Schlusswort
Dr. sportwiss. Monika Köster, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

17:00 Uhr | Veranstaltungsende

Moderation
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.

Weitere Informationen: www.maennergesundheitsportal.de