Seit mehr als 30 Jahren wird in der Gesundheitspolitik die Forderung nach engerer Kooperation, Verzahnung und Integration zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor erhoben. Dabei steht die bestmögliche Versorgung von Patientinnen und Patienten im Fokus. So können zum Beispiel im neuen Zusammengehen von ambulanter und stationärer Versorgung tatsächlich Doppeluntersuchungen vermieden werden. Zudem erfahren die Patientinnen und Patienten eine ganzheitliche Behandlung und eine noch bessere Versorgung durch die Abstimmung der Behandlungsabläufe.


Es gibt im Gesundheitswesen kaum jemanden, der nicht diese wichtige Schnittstelle zwischen niedergelassenen Vertragsärzten und Krankenhäusern verbessern will. Doch bei der Umsetzung beißt man sich regelmäßig die Zähne aus. Folge sind gesetzgeberische Regelungen, die letztendlich die Probleme nicht nachhaltig lösen. So befindet sich der Bereich in einem dichten Paragrafendschungel, der die Kooperationsansätze nicht wirklich weiterbringt. Im Gegenteil: Es werden neue Versorgungssektoren und somit neue Schnittstellen erfunden – wie bei der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung, die, im Ansatz sinnvoll, in der Umsetzung sehr kompliziert geworden ist.

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) will aktiv die Entwicklung gestalten und hat dies zum Anlass genommen, ein Vorstandsziel für die Wahlperiode zu formulieren: „Wir brechen die Sektorengrenzen zwischen ambulanter und stationärer Patientenversorgung auf. Dabei achten wir darauf, dass die Flexibilisierung sowohl für Krankenhausärzte als auch für niedergelassene Ärzte möglich ist, um Patienten optimal in beiden Sektoren zu betreuen und zu behandeln. Allerdings wehren wir uns gegen die einseitige Öffnung der Krankenhäuser für die fachärztliche Versorgung.“ Dieses Ziel soll auf der Veranstaltung konkretisiert und diskutiert werden.

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Programm

14:30 Uhr | Anmeldung

15:00 Uhr | Eröffnung und Begrüßung
Dr. Jörg Berling, Stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen

15:10 Uhr | Warum ist Verzahnung notwendig? – Aus Sicht der Landesregierung
Cornelia Rundt, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

15:30 Uhr | Die Notwendigkeit der Verzahnung – Perspektive Ambulant | Vortrag
Mark Barjenbruch, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen

16:00 Uhr | Die Notwendigkeit der Verzahnung – Perspektive Stationär | Vortrag
Helge Engelke, Verbandsdirektor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft

16:30 Uhr | Kaffeepause

16:45 Uhr | Perspektiven aus Sicht des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen | Vortrag
Prof. Dr. Marion Haubitz, Ratsmitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen

17:15 Uhr | Verzahnung – ein rechtlich vermintes Feld | Vortrag
Prof. Dr. Ulrich Wenner, Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht

17:45 Uhr | Podiumsdiskussion
Dr. Jörg Berling, Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen
Helge Engelke, Niedersächsische Krankenhausgesellschaft
Prof. Dr. Marion Haubitz, Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen
Jörg Niemann, Verband der Ersatzkassen e. V.
Staatssekretär Jörg Röhmann, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Prof. Dr. Ulrich Wenner, Bundessozialgericht

19:00 Uhr | Come together

Gesamtmoderation
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.