Fachkräfte aus Gesundheit, Soziales und Bildung im Dialog: Erfahrungen nutzen – Wissen vertiefen – Praxis verbessern

In Deutschland rauchen ca. 13 % der schwangeren Frauen weiter – durchschnittlich zehn Zigaretten täglich. Mindestens jede siebte schwangere Frau trinkt Alkohol. Entwicklungsrückstände, Früh- bzw. Fehlgeburten bis hin zu bleibenden Schädigungen wie dem Fetalen Alkoholsyndrom können die unmittelbare Folge für das Kind sein. Solche zu 100% vermeidbaren Schäden stellen die betroffenen Kinder und Familien vor lebenslange Herausforderungen.

Über dieses Thema zu reden, ist für viele immer noch ein Tabu. Dem wollen wir mit unserer Veranstaltung entgegenwirken. Wir wissen: Es ist oft schwierig, die Frauen mit präventiven Angeboten zu erreichen. Der soziale Druck, bei einer Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören oder auf den Alkohol zu verzichten, ist groß. Dennoch wird es aus Gründen einer bestehenden Abhängigkeit oder aus unwissender Leichtigkeit zu oft nicht eingehalten.

In Kooperation mit der bayerischen Staatsministerin für Gesundheit Melanie Huml, MdL möchte ich mit der Tagung daher auf neue Wege und Möglichkeiten aufmerksam machen, wie die Fachkräfte der Gesundheits-, Sozial- und Bildungsberufe die Beratung zu Tabak- und Alkoholkonsum noch erfolgreicher in ihren beruflichen Alltag integrieren können. Die Veranstaltung gibt einen Überblick über die Erfahrungen aus Modellprojekten, die vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert werden und informiert über den bayerischen Präventionspakt „Null Promille!“. Neben der Präsentation neuer Erkenntnisse werden in zahlreichen Workshops Strategien zur Umsetzung und Kooperation diskutiert.

Mir ist es wichtig, dass sich die Jahrestagung speziell an die Fachkräfte der beteiligten Berufsgruppen, Verbände und weiterer Organisationen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich wendet. Angesprochen werden zudem Interessierte aus dem Gesundheits-, Sozial-, Bildungs- und Politikbereich. Unter dem Motto „Erfahrungen nutzen – Wissen vertiefen – Praxis verbessern“ erhoffe ich mir wertvolle Impulse für die künftige Arbeit aller Beteiligten.

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Programm

09:00 Uhr | Anmeldung

10:00 Uhr | Begrüßung
Marlene Mortler MdB, Drogenbeauftragte der Bundesregierung

10:10 Uhr | Prävention von Alkohol- und Tabakkonsum in der Schwangerschaft und frühen Elternschaft – Erkenntnisse aus dem Förderschwerpunkt des Bundesgesundheitsministeriums | Vortrag

Moderiertes Podiumsgespräch mit

Dr. Sabina Ulbricht, Universität Greifswald und Frauen Aktiv Contra Tabak e. V., für das Projekt „Weniger ist mehr – Rauchfreiberatung durch (Familien-)Hebammen“ | Projektvorstellung
Corinna Oswald, Caritasverband Region Schaumberg- Blies e. V., Neunkirchen, für das Projekt „Schwanger ohne Nikotin und Alkohol“ | Projektvorstellung
Beate Laux, Sozialdienst katholischer Frauen Köln e. V., für das Projekt „Alkohol- und Tabakprävention in Schwangerschaftsberatung und Frühen Hilfen“ – Kölner Kooperationsprojekt des SkF Köln e. V. und der Katholische Hochschule NRW | Projektvorstellung
Ina Schaefer, Universität Bielefeld, für die externe Evaluation | Projektvorstellung


11:10 Uhr | Netzwerke nutzen: Die bayerische Kampagne „Schwanger? Null Promille!“ | Vortrag
Dr. Martina Enke, Bayerisches Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) | Abstract

11:40 Uhr | Kaffeepause

12:00 Uhr | Problembewusstsein schaffen, Verhaltensänderung unterstützen.
Angebote der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für eine alkohol- und rauchfreie Schwangerschaft und Stillzeit | Vortrag
Peter Lang, BZgA, Köln | Abstract

12:30 Uhr | IRIS II: Individualisierte, internetbasierte Beratung schwangerer Frauen mit Alkohol- oder Tabakkonsum in der Schwangerschaft | Vortrag
Prof. Dr. Anil Batra, Universitätsklinikum Tübingen | Abstract

13:00 Uhr | Mittagsimbiss

14:00 Uhr Grußwort der Bayerischen Regierung
Melanie Huml MdL, Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege

14:10 Uhr | Workshops zu Strategien für die Umsetzung von Suchtmittelprävention in Schwangerschaft und Stillzeit

1. Wie lassen sich die Kommunikationsstrategien verschiedener Berufsgruppen verbinden? Beispiel Tabakkontrolle und Hebammen | Abstract

Dr. Edith Weiß-Gerlach, Charité, Berlin, Barbara Staschek, Hebammenverband Niedersachsen, Bad Gandersheim

2. Tabak- und Alkoholprävention in den Frühen Hilfen
Dr. Gabriele Oefner, „Willkommen von Anfang an – Gesunde Kinder in Kassel“
Regine Bresler, Gesundheitsamt Region Kassel

3. Wie wird ein breites Kampagnenbündnis geschmiedet? Beispiel Alkoholverzicht in der Schwangerschaft | Abstract
Dr. Martina Enke, Kampagne „Schwanger? Null Promille!“, ZPG
Dr. Sibylle Mutert, Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

4. Wie wir Gesundheits- und Sozialberufe für Alkohol- und Tabakprävention gewonnen haben? | Abstract
Corinna Oswald, Caritasverband Schaumberg-Blies e. V., Neunkirchen
Gabriele Wahlen, Landkreis Merzig-Wadern

5. Implementierung und Verbreitung erprobter Präventionsansätze zur Vermeidung und Reduzierung von Suchtmittelkonsum in Schwangerschaft und Stillzeit: Beispiel Schwangerschaftsberatung | Abstract
Beate Laux, Sozialdienst katholischer Frauen Köln e. V. Brigitte Münzel, Suchtberaterin

6. Gründe für die Implementation internetbasierter Angebote: Warum und wer wird erreicht? | Abstract
Dr. Anette Stiegler, Dr. Jan Pauluschke-Fröhlich, Universitätsklinikum Tübingen

7. Intervention danach ist Prävention davor – Erziehungskompetenzförderung für Mütter mit riskantem Substanzkonsum in der Schwangerschaft am Beispiel „Mehr MUT!“ | Abstract
Prof. Dr. Tanja Hoff, Katholische Hochschule NRW, Köln

8. Umgang mit Rauchenden in der eigenen Berufsgruppe | Abstract
Dr. Sabina Ulbricht, Universität Greifswald | Projektvorstellung
Katharina Brandt, Hebamme, Greifswald

9. Wie kann ich erfolgreiche Projekte / Projektteile für meine Arbeit nutzen? | Abstract
Helga Kudjer-Lauer, Sozialdienst katholischer Frauen Trier e. V.
Jana Alfes, Universität Bielefeld

10. FASD-Prävention in Schulen für Jugendliche und junge Frauen / Männer vor der Schwangerschaft | Abstract
Dr. Heike Kramer, Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e. V. (ÄGGF), Erlangen
Dr. Gisela Bolbecher, FASD-Netzwerk Nordbayern e. V., Erlangen

15:20 Uhr | Kaffeepause

15:40 Uhr | Thesen aus den Workshops

16:00 Uhr | Selektive Prävention in der Schwangerschaft - eine wissenschaftliche Einordnung | Vortrag
Dr. Anneke Bühler, IFT-München | Abstract

16:30 Uhr | Bilanz und Verabschiedung
Marlene Mortler MdB, Drogenbeauftragte der Bundesregierung

16:40 Uhr | Ende

Gesamtmoderation
Dr. Sandra Dybowski, Bundesministerium für Gesundheit