Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderungen

Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen haben aufgrund ihrer eingeschränkten Alltagskompetenzen spezifische Bedarfe an Assistenz, Begleitung und Betreuungsangeboten. Diese ermöglichen ihnen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, aber auch an Leistungen des Gesundheitssystems. Sie sind in einem erhöhten Maße von Krankheiten betroffen, die nicht selten besondere Ausprägungen haben. Ihre gesundheitliche Versorgung beispielsweise in Arztpraxen, Krankenhäusern und Rehaeinrichtungen weist jedoch Mängel auf.


Ursache dafür ist, dass ambulante und stationäre Einrichtungen des Gesundheitswesens auf die besonderen Bedarfe dieser Patientengruppen meistens nicht ausreichend vorbereitet sind. Behinderungsbedingte Besonderheiten können die Diagnostik und Behandlung erschweren. Zu einer zielgruppenspezifischen gesundheitlichen Versorgung gehören beispielsweise ein höherer Zeitbedarf sowie ein verständnisvoller Umgang und persönliche Assistenz. Häufig sind mangelnde Kenntnisse über Krankheitsbilder und -verläufe bei Menschen mit geistigen oder mehrfachen Behinderungen, sowie spezifische Behandlungserfordernisse Gründe für Versorgungsprobleme. Es treten zudem Schwierigkeiten in der Kommunikation und Unsicherheiten im Umgang auf. Menschen mit Behinderungen, Bezugspersonen, Angehörige sowie rechtliche Betreuerinnen und Betreuer müssen besser in die medizinische Betreuung einbezogen werden. Ohne den Einbezug der unterschiedlichen Lebenswelten kann eine gute gesundheitliche Versorgung nicht gelingen.

Zu einer teilhabeorientierten Gesundheitsversorgung gehört, dass die besonderen Bedarfe von Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen berücksichtigt werden. Die LEBENSHILFE Landesverband Niedersachsen und die LVG & AFS Niedersachsen e. V. haben das gemeinsame Ziel zur Verbesserung der medizinischen Versorgung dieser Personengruppen anzuregen und durch gezielte Maßnahmen beizutragen. Ein erster Fachtag soll über das Thema informieren und sensibilisieren. Es werden Mitarbeitende in Krankenhäusern, Rehaeinrichtungen, Arztpraxen, Altenpflege, Einrichtungen der Behindertenhilfe und Wohlfahrtsverbänden sowie Eltern und Selbstvertreterinnen bzw. -vertreter angesprochen.

Veranstaltungsflyer >>

Programm

09:30 Uhr | Begrüßungskaffee und Anmeldung

10:00 Uhr | Grußworte
Claudia Schröder, Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Abteilungsleiterin Soziales

10:15 Uhr | Die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Behinderungen – eine Bestandsaufnahme | Vortrag
Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust, Bundesgeschäftsführerin der Bundesvereinigung der Lebenshilfe, Berlin

11:15 Uhr | Die gesundheitliche Versorgung aus unterschiedlichen Perspektiven | Vortrag
Dr. Klaus Müller, Bern (CH)

12:15 Uhr | Mittagspause

13:15 Uhr | Praktische Erfahrungen zur medizinischen‚ Versorgung erwachsener Menschen mit Behinderungen aus Rheinland-Pfalz und der Region Weser-Ems:
• Barrieren in der gesundheitlichen Versorgung, Matthias Mandos, Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe Rheinland-Pfalz | Vortrag
• Menschen mit Behinderungen im Krankenhaus, Gertrud Hanenkamp, Landes-Caritasverbandes für Oldenburg e. V., Vechta | Vortrag
• Diskussion und Austausch über Praxiserfahrungen

14:30 Uhr | Kaffeepause

14:45 Uhr | Perspektivdiskussion zur:

1. Elternperspektive
Ingried Koch, Lebenshilfe Niedersachsen Goslar

2. Selbstvertreterperspektive
Andrea Tischner mit Co-Referentin

3. Ärztliche Perspektive
Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust

4. Perspektive der Begleitung von Assistenz bei klinischen Aufenthalten
Birgit Wolff, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.

16:00 Uhr | Expertentalk mit Expertinnen und Experten

16:45 Uhr | Abschlussworte
Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen e. V.

Gesamtmoderation
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.