Versorgungsprobleme und innovative Lösungsansätze zwischen Suchthilfe und Psychiatrie

Innerhalb der psychischen Störungen weisen Suchterkrankungen eine hohe Prävalenz auf. Die Betroffenen, aber auch diejenigen, die es werden könnten, sind in besonderer Weise auf Beratung, Hilfe, Betreuung und Behandlung angewiesen. Orientiert an diesen Bedürfnissen verfügt das deutsche Suchthilfesystem bereits über ein sehr breites und ausdifferenziertes Angebot, welches für nahezu jeden erdenklichen Hilfebedarf auch Interventionsmöglichkeiten bereithält. Aber: Jede positive Wirkung hat auch eine Nebenwirkung und so ergeben sich aus der Vielfalt des Hilfesystems auch problematische Konsequenzen: Unklare Zuständigkeiten auf Seiten der Leistungserbringer und Kostenträger durch unübersichtliche Rechtsgrundlagen, Schnittstellenprobleme mit anderen involvierten Systemen und damit einhergehende Versorgungsbrüche auf Seiten der Betroffenen oder konkurrierende Angebote durch verschiedenartige Leistungserbringer und Parallelstrukturen sind typische Herausforderungen in der Versorgungsrealität. Diese Probleme sind bekannt und die Lösungsansätze heißen hier: Institutionelle Kooperation, Koordination, Vernetzung und integrierte Behandlungskonzepte.


Die XXIV. Nds. Suchtkonferenz greift genau dieses Thema auf und nimmt insbesondere die Schnittstelle Suchthilfe und Psychiatrie in den Fokus. Nach einem epidemiologischen Fachvortrag zu aktuellen Daten des Suchtsurveys wird zunächst eine kritische Analyse des Hilfesystems vorgenommen, um dann der Frage nach sinnvoller Kooperation in der Versorgung und Prävention von Suchterkrankungen und weiteren psychischen Erkrankungen aus verschiedenen Blickwinkeln nachzugehen. Am Nachmittag werden anhand zweier ausgewählter Praxisbeispiele die Strukturen in Niedersachsen in den Fokus gerückt. Zum Abschluss wird es eine Perspektivdiskussion geben, in denen mögliche Lösungswege zu einem Mehr an Vernetzung erörtert werden sollen.

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Programm

09:30 Uhr | Anmeldung und Begrüßungskaffee

10:00 Uhr | Eröffnung und Grußworte
Dr. Sabine Brägelmann-Tan, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

10:20 Uhr | Epidemiologie von Substanzstörungen in der erwachsenen Allgemeinbevölkerung
Elena Gomes de Matos, IFT München

11:00 Uhr | Suchthilfe und Versorgungsituation in Deutschland
Hans Böhl, Vorstandsmitglied Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, Frankfurt

11:40 Uhr | Kaffeepause

12:00 Uhr | Zum Spannungsverhältnis zwischen traditioneller Suchthilfe und psychiatrischer Suchtkrankenversorgung: Wie zusammenwachsen kann, was zusammen gehört!
Dr. Martin Reker, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Bielefeld

12:40 Uhr | Wie macht Kooperation zwischen Suchthilfe und Psychiatrie Sinn? – Eine wissenschaftliche Perspektive
Nadja Wirth, LWL-Landesjugendamt, Münster

13:20 Uhr | Mittagspause

14:20 Uhr | Zwei Hilfesysteme und ein Netzwerk: Wirksame Zusammenarbeit in Prävention und Gesundheitsförderung
Jörg Zerche, Kreisverwaltung, Euskirchen

15:00 Uhr | Kaffeepause

15:20 Uhr | Kooperationen im Landkreis Celle
Wolfram Beins, Sozialpsychiatrischer Dienst, Celle

15:40 Uhr | Integrierte Versorgung bei Substanzgebrauchsstörungen für den Landkreis Emsland
Conrad Tönsing, Caritas, Osnabrück

16:00 Uhr | Perspektivdiskussion
• Dr. Manfred Rabes, Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen, Hannover
• Lothar Schlieckau, Sozialpsychiatrischer Verbund, Region Hannover
• Dr. Wilhelm Unkel, KRH Psychiatrie, Wunstorf

16:30 Uhr | Ende der Veranstaltung

Moderation
Dr. Ute Sonntag, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.