Chancen und Perspektiven für die Gesundheit von Frauen und Männern in der zweiten Lebenshälfte

Die gendersensible Perspektive auf Gesundheitsförderung und -versorgung in der zweiten Lebenshälfte gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ältere Frauen und Männer profitieren davon jedoch noch sehr unterschiedlich. Während im Bereich der Frauengesundheit bereits vor 15 Jahren ein erster Gesundheitsbericht auf Bundesebene erstellt wurde, ist das männerspezifische Pendant des Robert Koch-Instituts erst noch im Entstehen begriffen.


Männer beschäftigen sich zumeist seltener als Frauen mit dem Thema Gesundheit – und das Thema wird seltener als bei Frauen vom Gesundheitswesen an Männer herangetragen. Insbesondere in der Gruppe der älteren Männer ist festzustellen, dass traditionelle Rollenbilder oftmals einen fürsorglichen Umgang mit dem eigenen Körper verhindern und Risikobereitschaft begünstigen.

Gleichzeitig ist bei älteren Frauen zu hinterfragen, inwieweit sie tatsächlich von der um rund fünf Jahre höheren Lebenserwartung im Vergleich zu den Männern profitieren oder ob nicht vielmehr nur das Phänomen „men die quicker, women die sicker“ zum Tragen kommt. So betreffen etwa medikamentöse Fehlversorgungen und Abhängigkeitserkrankungen ältere Frauen deutlich häufiger als Männer.

Im Rahmen dieser zweiten niedersächsische Regionalkonferenz der Veranstaltungsreihe „Gesund & Aktiv Älter werden“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) soll der Blick darauf gerichtet werden, wie eine gendersensible Gesundheitsförderung für eine Gesellschaft des langen Lebens aussehen kann und welche Voraussetzungen zu ihrem Gelingen erfüllt sein sollten. Wir laden Sie herzlich ein, sich daran zu beteiligen.

Veranstaltungsflyer >>

Programm

09:30 Uhr | Anmeldung und Begrüßungskaffee

10:00 Uhr | Begrüßung
Jörg Röhmann, Staatssekretär des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Prof. Dr. Elisabeth Pott, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

10:30 Uhr | Gesundheit in Deutschland aktuell – Daten und Fakten zur Gesundheit älterer Männer und Frauen
Dr. Cornelia Lange, Robert Koch-Institut

11:15 Uhr | Kaffeepause

11:30 Uhr | Gesundheitsangebote für Ältere geschlechtersensibel gestalten
Dr. Martina Wolfinger, Wolfinger – Beratung & Konzeption / Universität der Bundeswehr, München

12:15 Uhr | Geschlechtsspezifische Aspekte der medizinischen Rehabilitation in der 2. Lebenshälfte
Dr. Peter Kupatz, Reha-Klinik „Moorbad“ Bad Doberan, stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises Gender und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern

13:00 Uhr | Mittagspause

14:00 Uhr | Workshops

Workshop 1
Ausgewählte männliche Problemlagen im mittleren und höheren Lebensalter


Als Mann mit Suchtproblemen älter werden
Prof. Dr. Heino Stöver, Fachhochschule Frankfurt am Main

Betriebliches Gesundheitsmanagement für den „Mann in den besten Jahren“ (anhand eines betrieblichen Beispiels)
Dr. Peter Kölln, Facharzt für Arbeitsmedizin & Berater für Betriebliches Gesundheitsmanagement, Bremen

Wenn Männer „männlich“ pflegen

Prof. em Dr. Manfred Langehenning ,Fachhochschule Frankfurt am Main

Moderation: Martin Schumacher, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.

Workshop 2
Ausgewählte weibliche Problemlagen im mittleren und höheren Lebensalter


Aktuelle Aspekte der Frauengesundheit in der zweiten Lebenshälfte

Dr. Ute Sonntag, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.

Wechseljahre: Abschied und Neubeginn
Dr. Ursula Meiners, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Thalfang

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen – Zugangswege zu Prävention und Intervention bei häuslicher Gewalt
Silvia Knotte, Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben

Moderation: Sandra Exner, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.

16:00 Uhr | Zentrale Ergebnisse der Workshops

16:15 Uhr | „Die alten Knochen“
Botschafter des Turnens im Turnkreis Nienburg

16:30 Uhr | Ende der Veranstaltung

Gesamtmoderation
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.