Das Leben in der Großfamilie ist das gängige Familienmodell vieler Menschen mit Migrationshintergrund. Über die Kernfamilie hinaus existieren weit verzweigte familiale Netzwerke mit hohem Solidarpotenzial. Ältere Familienmitglieder genießen großen Respekt und die Betreuung Pflegebedürftiger durch die Familie ist eine Selbstverständlichkeit. Doch lassen sich diese Vorannahmen auch bestätigen? Gibt es die funktionierende Großfamilie, die gemeinsam die Erziehung der Kinder sowie die Betreuung pflegebedürftiger Familienmitglieder problemlos schultert? Wie müssen Angebote zur Unterstützung und Entlastung für diese Zielgruppe aussehen? Das Ziel der Fachveranstaltung ist es, diese Fragen zu diskutieren und mögliche Antworten zu finden.


Dr. Liane Schenk wird die Ergebnisse einer qualitativen Studie zu den Vorstellungen von Menschen mit Migrationshintergund zu den Themen Altern, Pflege und pflegerische Versorgung präsentieren. Zwei weitere Referate schildern anhand von Erfahrungen aus der Praxis die Erreichbarkeit und Bedarfe von älteren Migrantinnen und Migranten sowie deren Angehörigen und zeigen Lösungsmöglichkeiten auf. Zudem werden die Ergebnisse eines Interviews mit einer Gruppe pflegender Angehöriger mit türkischem Hintergrund vorgestellt, das speziell für die Veranstaltung durchgeführt wurde. In der abschließenden Podiumsdiskussion kommen Vertreterinnen und Vertreter der professionellen Pflege, des öffentlichen Gesundheitsdienstes, der pflegenden Angehörigen sowie der Wissenschaft zu Wort. Hier hoffen die Veranstalterinnen und Veranstalter auf rege Beteiligung des Publikums.

Die Fachveranstaltung richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Migrantenselbstorganisationen, Migrationsdiensten, Pflegeanbietern, Beratungseinrichtungen, Politik und Verwaltung, Selbsthilfe- und Wohlfahrtsorganisationen sowie Interessierte. 

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Programm

14:00 Uhr | Begrüßung
Klaus Krancke, Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen, Leiter des Referats Ältere Menschen
Carola Bury, Arbeitnehmerkammer Bremen, Referentin für Gesundheitspolitik

14:15 Uhr | Pflegevorstellungen von älteren Migrantinnen und Migranten
Dr. Liane Schenk, Charitè - Universitätsmedizin Berlin, Abteilung Medizinische und pflegerische Versorgung

15:00 Uhr | Interkulturelle Pflegeberatung für Migrantinnen und Migranten - Erfahrungen aus der Praxis
Neriman Nisah, Pflegestützpunkt Hamburg-Harburg

15:30 Uhr | Pause 

16:00 Uhr | Kulturen der sozialen Teilhabe - Fragestellungen und erste Erkenntnisse der KUSTIS-Studie
Maya Stagge, Hochschule Bremen, Zentrum für Pflegeforschung und Beratung (ZEPB)

16:15 Uhr | Türkischsprachige Angehörige von Demenzerkrankten in Bremen
Funda Klein-Ellinghaus, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS GmbH, Abteilung Prävention und Evaluation

16:45 Uhr | Pflege in der Familie – Herausforderungen und Perspektiven
Ayse Özalp, ADVERTUS ambulant
Jenny Oldenburger, Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung
Eckhard Lotze, Gesundheitsamt Bremen, Referat Gesundheit und Pflege älterer Menschen
Irina Becker, Medizinischer Dienst der Krankenversicherung Niedersachsen und im Lande Bremen
Gudrun Münchmeyer-Elis, Zentrum für Migranten und interkulturelle Studien e.V. (ZIS)
Natalja Newmerschitski, Angehörige

17:30 Uhr | Ende

Gesamtmoderation
Libuse Cerna, Bremer Rat für Integration