Risikokompetenz und Körperwahrnehmung von männlichen Jugendlichen

Jungen + Risiko = männlich! – solche oder so ähnliche Botschaften bekommen junge Männer heute überall zu hören und augenscheinlich auch vorgelebt. Erst kürzlich sprang ein Mann aus dem All auf die Erde und zeigte so der Welt, dass er ein ganzer Kerl ist. Freizeitbeschäftigungen entwickeln sich nach dem Motto schneller, höher, weiter. Künstliche Optimierung von Körper und Lebenslauf scheinen Pflicht zu sein, um in der heutigen Gesellschaft bestehen zu können. Individualität in allen Lebenslagen und zu jeder Zeit ist gefragt … wo bleibt da eine gesunde Entwicklung gerade von männlichen Jugendlichen?  Wie kann eine gesunde Körperwahrnehmung und Risikokompetenz im Sport und in Schule gefördert und unterstützt werden?


Natürlich sollen Jungs nicht in Watte gepackt und vom „Hotel Mama“ vor allen Gefahren beschützt werden, so dass sie sich zu unselbständigen Muttersöhnchen entwickeln. Doch wie werden aus gesunden Jungen gesunde Männer? Die Sensibilisierung für die Eigen- und Körperwahrnehmung ist dabei ein wichtiger erster Schritt und wesentlicher Bestandteil für die Ausbildung von Risikokompetenz. Die Fachtagung zeigt, welchen entscheidenden Faktor die Entwicklung von Risikokompetenz für männliche Jugendliche darstellt, damit sie gesundheitsgefährdende Situationen und Verhaltensweisen erkennen und Alternativen finden können. 

Die Veranstaltung richtet sich an Akteurinnen und Akteure aus der Jungen-, Jugend- und Sozialarbeit, dem Schulkontext, Gesundheitsförderung und Prävention, Sport, Politik, Wissenschaft und Forschung sowie Interessierte.
Diskussionen zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus Wissen- schaft und Praxis sollen erfolgreiche Strategien und neue Wege in der Jungenarbeit aufzeigen sowie eine Sensibilisierung für die Thematik fördern.

Die Veranstaltung wird mit 5 LE zur Verlängerung der ÜL-C Lizenz (Breitensport/sportartübergreifend) anerkannt.


Veranstaltungsflyer >>

Programm

09:30 Uhr | Anmeldung

10:00 Uhr | Grußwort 
Christian Hoenisch, Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend
Karl-Heinz Steinmann, Sportjugend Niedersachsen

10:20 Uhr | More risk, more Mann!? – Jungen und ihr Risikoverhalten zwischen „männlichen“ Bedürfnissen, zugestandenen Rechten, pädagogischen Sorgen und unguten Zwängen
Dr. Reinhard Winter, SOWIT Sozialwissenschaftliches Institut Tübingen GbR.

11:00 Uhr | „Muskelkult“ im Fitness-Studio – junge Männer zwischen Gesundheitsorientierung und Körperfetisch
Dr. Mischa Kläber, Ressortleiter „Präventionspolitik und Gesundheitsmanagement“, Deutscher Olympischer Sportbund

11:40 Uhr | Kaffeepause

11:55 Uhr | Warum Onlinespiele auch nicht viel besser als Mannschaftssport sind - Motivation, Engagement und Selbstwahrnehmung in der virtuellen Welt
Moritz Becker, smiley - Verein zur Förderung der Medienkompetenz e.V., Hannover

12:35 Uhr | Rote Karte für die Jungs?– Jungenförderung durch Bewegung, Spiel und Sport
Prof. Dr. Nils Neuber, Institut für Sportwissenschaften, Bildung und Unterricht im Sport, Universität Münster

13:05 Uhr | Mittagspause

14:05 Uhr | Être et durer – Parkour als Erfahrung eigener Körperlichkeit und wettkampflosen Trainings 
Monkey Movements, Hannover 

14:35 Uhr | Von der Festung zum Tempel, Das Gesundheitsverständnis von Jungen mit Migrationshintergrund
Hakan Aslan, DTK-Wasserturm, Jugend- Kultur und Kommunikationszentrum, Berlin

15:10 Uhr | Tischdiskussionen

16:20 Uhr | Ausblick

16:30 Uhr | Ende der Veranstaltung