XXIII. Niedersächsische Suchtkonferenz
Stoffungebundene Süchte als Herausforderung für Prävention und Hilfesysteme

Die virtuelle Welt ist für die allermeisten Jugendlichen ein ganz normaler Ort zum Spielen, Freunde oder Freundinnen treffen, Einkaufen oder der Selbstdarstellung. Schon die Unterscheidung virtuelle und reale Welten würden sie wohl so nicht treffen, sondern sie wird eher pädagogisierend von außen an sie herangetragen. Im Zweifelsfall von Professionellen in Altersklassen, für die der Umgang mit Computern und Internet nicht selbstverständlich war, sondern die in diese Welten erst „immigrieren“ mussten. Die Gefahren für Kinder und Jugendliche, sich in diesen Welten zu verlieren, sind aber dennoch ganz real: So zeigen laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung mittlerweile 250.000 der 14- bis 24- Jährigen Anzeichen einer Internetabhängigkeit. Neben sozialen Netzwerken stellen vor allem Computerspiele eine beliebte Freizeitbeschäftigung dar, die ganz andere Selbsterfahrungsmöglichkeiten bietet als Alltage in Schulklassen und Universitäten – denn die Tricks der Computerspiele werden immer raffinierter.

Auch Glücksspiele können durch den Einsatz von Geld einen zusätzlichen Kick bieten, zumal sich auch hier mittlerweile durch zahlreiche Websites mit Glücksspielangeboten ein erleichterter Zugang für Kinder und Jugendliche findet. Aber auch Geldspielautomaten, Sportwetten oder Spielhallen sind weiterhin stark verbreitet und erfahren eine entsprechende Nutzung.

Doch wann kann eigentlich von einer pathologischen Spielsucht gesprochen werden? Wie kann der Umgang mit dem Suchtverhalten bei stoffungebundenen Süchten aussehen? Wie können Kinder und Jugendliche in ihrer Risikokompetenz gestärkt werden? Und inwieweit nehmen die Lebenswelten der Jugendlichen einen Einfluss auf ihr Suchtverhalten und welche Rolle spielen Prävention und Hilfesysteme in der Gestaltung gesundheitsförderlicher Lebenswelten?

Diese und ähnliche Fragen sollen im Rahmen der XXIII. Niedersächsischen Suchtkonferenz mit wissenschaftlichen Vorträgen und praktischen Beispielen aufgegriffen und diskutiert werden. In einer Perspektivdiskussion wird abschließend beleuchtet, inwieweit stoffungebundene Süchte eine Herausforderung für Prävention und Hilfesysteme darstellen. Die Veranstaltung richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Suchthilfe, Jugend- und Sozialarbeit, Ärztinnen und Ärzte sowie Akteurinnen und Akteure der Gesundheitsförderung und Prävention.

Moderation
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.

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Programm

09:30 Uhr | Anmeldung und Begrüßungskaffee

10:00 Uhr | Grußwort
Cornelia Rundt, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration

10:20 Uhr | Wie Jugendliche ticken - Lebenswelten von Jugendlichen | Vortrag
Inga Borchard, Sinus Institut, Sozialforschung Berlin

11:00 Uhr | Grundlagen der Suchtprävention und des Risikokompetenzansatzes | Vortrag
Johannes Thrul, Institut für Therapieforschung (IFT), München

11:40 Uhr | Kaffeepause

12:00 Uhr | Mediengebrauch: Ist die Norm normal? | Vortrag
Dr. Florian Rehbein, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e. V.

12:40 Uhr | Problematischer Mediengebrauch – Beratungspraxis im Spannungsfeld | Vortrag
Philipp Theis, Vitos Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik, Bad Wilhelmshöhe

13:10 Uhr | Mittagspause

14:10 Uhr | Jugendliche und glücksspielbezogene Probleme | Vortrag
Dr. Jens Kalke, Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD)
Dr. Tobias Hayer, Universität Bremen

14:50 Uhr | Kaffeepause

15:10 Uhr | Glücksspielfieber – Jugendgerechte Prävention von Glücksspielsucht | Vortrag
Daniel Ensslen, tätig bei Aktion Jugendschutz Bayern e. V.

15:40 Uhr | Perspektivdiskussion: Stoffungebundene Süchte als Herausforderung für Prävention und Hilfesysteme
• Prof. Dr. Christoph Klimmt, Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
• Martina Kuhnt, Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen
• Prof. Dr. Christoph Möller, Teen Spirit Island, Kinder- und Jugendkrankenhaus
• Traudel Schlieckau, Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen

16:30 Uhr | Ende der Veranstaltung