Armut und Ernährung in unserer Gesellschaft

Die Armutsquoten sind im reichen Deutschland nach wie vor hoch. Viele Menschen sehen in den Tafeln daher eine Reaktion auf einen erkennbaren Hilfebedarf. Darüber hinaus sind sie aber auch ein prägnantes Indiz für den schleichenden Wandel in unserer Gesellschaft: Unser Sozialstaat wird transformiert, die soziale Spaltung nimmt zu und sie beeinflusst Gesundheit und Teilhabe.


Aufwachsen und Leben in Armut begünstigt Mangel- und Fehlernährung mit schwerwiegenden, langfristigen gesundheitlichen Folgen. Das haben wir bereits im Jahr 2000 auf der ersten „Suppenküchen“-Tagung so formuliert. Jetzt sollen diese Zusammenhänge erneut aufgegriffen werden, denn die Zahl der Tafeln hat seitdem sogar noch zugenommen.

Brauchen wir immer mehr Suppenküchen in einem Land, das mit Blick von außen vielen Menschen als das Schlaraffenland überhaupt erscheint? Ist der Anstieg bzw. der „Erfolg“ der Tafeln in Deutschland – die zwar die Not lindern – der richtige Weg? Benötigen wir nicht weitere Strategien zur Armutsbekämpfung und gegen Ernährungsarmut? Eine weitere sinnvolle Maßnahme wäre zumindest eine gute, vollwertige und leckere Mittagsverpflegung in Kindertagesstätten und Schulen! Nach verbindlichen Qualitätsstandards. Und mit gesichertem Zugang dazu für alle Kinder und Jugendlichen!

Die Veranstaltung bietet dazu Vorträge und Diskussionsrunden. Sie richtet sich an Fachkräfte aus Gesundheitswesen, Bildung, Jugendhilfe, Soziales und an die Politik.

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Programm

09:30 Uhr | Anmeldung, Begrüßungskaffee, Milchbar

10:00 Uhr | Grußworte
N.N., Niedersächsische Landesregierung
Ärztekammer Niedersachsen

10:30 Uhr | Armut, Gesundheit und Teilhabe in Deutschland
Dr. Thomas Lampert, Robert Koch-Institut, Berlin

11:15 Uhr | „Der Mensch lebt nicht von Brot allein“ – Auswirkungen von Ernährungsarmut auf die Gesundheit
Prof. Dr. Hans K. Biesalski, Universität Hohenheim

12:00 Uhr | Mittagessen – Gutes aus der Suppenküche
Von und mit „Essenszeit“, Dietmar Hagen & Team, Hannover

13:00 Uhr | Themenblock 1: Wofür stehen Tafeln?

Tafeln, Armut und schleichender Wandel – Analyse eines gesellschaftlichen Phänomens
Prof. Dr. Stefan Selke, Hochschule Furtwangen

Statement:
Rainer Müller-Brandes, Diakonisches Werk Stadtverband Hannover

Statement:

Angelika Kleideiter, Caritasverband für die Diözese Hildesheim e. V.

14:30 Uhr | Getränkepause

14:50 Uhr | Themenblock 2: Schulverpflegung und Kinderarmut

Angebot, Qualität und Preis der Schulverpflegung – ein Armutszeugnis? | Vortrag
Prof. Dr. Ulrike Arens-Azevedo, Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), Hamburg

Statement:
Hier essen (fast) alle! – Keine hungrigen Kinder in der Schule! | Vortrag
Herwig Dowerk, KGS Neustadt

Statement:
Gutes Essen, gute Laune, gute Leistung – ein erfolgreiches Praxisbeispiel

Monika Frank-Ohls, IGS Wilhelmshaven

16:30 Uhr | Abschlussdiskussion

17:00 Uhr | Ende der Veranstaltung

Moderation
Thomas Altgeld & Dr. Antje Richter, Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V., Helga Strube & Dörthe Hennemann, DGE Sektion Niedersachsen e. V.