erkennen, kompetent handeln und vorbeugen

Gewalt gegen Kinder hat viele Gesichter: Kindesmisshandlung, Vernachlässigung oder sexueller Missbrauch kann die Entwicklung von Kindern und deren Chancen auf ein gelingendes Leben nachhaltig negativ beeinflussen.


Ärztinnen und Ärzte, aber auch andere Gesundheitsberufe sind im Rahmen der gesundheitlichen Betreuung der Kinder in besonderer Weise prädestiniert, die Auswirkungen von Gewalt an Kindern frühzeitig zu erkennen und als „Türöffner“ für die Inanspruchnahme weiterführender psychosozialer Unterstützung zu fungieren. Entscheidend ist, dass erste Symptome und frühe Hinweise richtig gedeutet werden sowie angemessen, kompetent und rasch gehandelt wird. Damit die Kinder nach einer Diagnose gut versorgt werden können, müssen Ärztinnen und Ärzte sowie Kinderkliniken eng mit Jugendämtern, Einrichtungen des Kinderschutzes, Beratungsstellen und anderen Partnern vor Ort zusammenarbeiten. Hilfenetzwerke können nur funktionieren, wenn alle Beteiligten koordiniert und effektiv vorgehen. Eine Vernetzung von Einrichtungen der Gesundheitsversorgung mit den Einrichtungen der Jugendhilfe und zuständigen Behörden ist deshalb notwendig. Durch die Neuregelungen im Kinderschutzgesetz wurde der gesetzliche Rahmen für eine verbindliche Zusammenarbeit verschiedener Fachkräfte und einen professionellen Blick auf Gefährdungsrisiken erneut geschärft.

Diese Fachtagung soll Möglichkeiten für ein gemeinsames, berufsgruppenübergreifendes Fallmanagement aufzeigen. Sie richtet sich deshalb insbesondere an Ärztinnen und Ärzte, Hebammen, medizinisches Fachpersonal sowie Mitarbeitende aus Jugendämtern, dem Kinder- und Jugendschutz und anderen sozialen Institutionen.

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Programm

15:00 Uhr | Begrüßung
Dr. Sabine Voermans, Techniker Krankenkasse – Landesvertretung Niedersachsen

Dr. med. Gisbert Voigt, Ärztekammer Niedersachsen

15:15 Uhr | Grußwort
Gabriele Erpenbeck, Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familien, Gesundheit und Integration

15:30 Uhr | Aktuellen Trends und Entwicklungen im Kinderschutz und im Umgang mit Gefährdung von Kindern
Prof. em. Dr. Hans-Jürgen Schimke, Institut für soziale Arbeit (ISA) e. V., Münster

16:00 Uhr | Verletzungen bei Kindern – Unfall, Krankheit, Gewalt | Vortrag
Prof. Dr. med. Anette Solveig Debertin, Institut für Rechtsmedizin, Medizinische Hochschule Hannover

16:30 Uhr | Kaffeepause

16:45 Uhr | Die Koordinierungszentren Kinderschutz in Niedersachsen – Meilensteine und Netzwerke früher Hilfen zur Umsetzung des Bundeskinder- schutzgesetzes
Dr. Frank Lammerding, Arbeitsgemeinschaft der Jugendämter der Länder Niedersachsen und Bremen

17:25 Uhr | Abschlussdiskussion

17:50 Uhr | Abschluss
Antje Möllmann, Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen e. V.

18:00 Uhr | Ende der Veranstaltung

Moderation
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.