SUCHT ZUHAUSE? Familien und Sucht - Problemlagen und Handlungsmöglichkeiten

Suchterkrankungen sind kein Phänomen von alleinlebenden oder kinderlosen Personen. Sucht macht vor Familien keinen Halt. Jedes siebte Kind unter 18 Jahren wächst in Deutschland in einer suchtbelasteten Familie auf. Diese Zahl umfasst sowohl Eltern, die von illegalen Suchtmitteln als auch Eltern, die von Alkohol abhängig sind. Eltern mit Verhaltenssüchten sind hier noch nicht mitgezählt. Suchtbelastete Familien sind häufig multiplen Problemlagen ausgesetzt.

Suchtproblematiken können in vielen Fällen das Kindeswohl gefährden. Eltern können oft aufgrund ihrer Suchterkrankung ihre Versorgungsaufgaben und Erziehungspflichten nicht nachkommen. Kinder aus suchtbelasteten Familien erleben wesentlich häufiger Gewaltanwendungen und sind anfälliger für psychische Erkrankungen wie Angstzustände, Depressionen oder Essstörungen. Ebenso zeigen sich Signale der Überforderung dieser Kinder durch ihre familiäre Situation im Sozialverhalten. Auch das Risiko, eine eigene Suchtkarriere zu entwickeln, ist bei Kindern aus suchtbelasteten Familien größer. Hilfen für Familien, kindgerechte Informationen und Aufklärung sowie eine Stärkung der eigenen Potenziale und Ressourcen der Kinder sind wichtige Instrumente, um Situationen in suchtbelasteten Familien zu verbessern und Kinder zu stärken.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedenster Akteure aus dem Umfeld der Familien und das frühzeitige Erkennen erster Signale der Kinder kann ein wichtiger Schritt zum Wohl der Kinder und ihrer Familien sein.

Die XXII. Niedersächsische Suchtkonferenz wird das Span-nungsfeld Sucht und Familie mit seinen Problemlagen und Handlungsmöglichkeiten beleuchten. Sowohl Ergebnisse der Wissenschaft als auch Beispiele aus der Praxis geben einen Einblick in aktuelle Erkenntnisse und die Arbeit mit suchtbelasteten Familien.

Die Veranstaltung richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Suchthilfe, Jugend- und Sozialarbeit, Ärztinnen und Ärzte sowie Akteurinnen und Akteure der Gesundheitsförderung und Prävention.


PROGRAMM
(Programmflyer als PDF)

09:30 Uhr Anmeldung und Begrüßungskaffee

10:00 Uhr Grußwort
Dr. Sabine Brägelmann-Tan, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration

10:20 Uhr Einflussfaktoren auf die Entstehung und den Verlauf von Suchterkrankungen
Prof. Dr. Rainer Thomasius, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

11:20 Uhr Förderung von Resilienz bei Kindern aus suchtbelasteten Familien
Prof. Dr. Heino Stöver, Fachhochschule Frankfurt am Main - University of Applied Sciences
12:00 Uhr Kaffeepause

12:20 Uhr Was brauchen Kinder aus suchtbelasteten Familien?
Ines Andre-Lägel, Psychotherapeutische Praxis Andre-Lägel, Berlin

13:00 Uhr Mittagspause

14:00 Uhr Kooperationsvereinbarung zum besseren Schutz von Kindern suchtmittelabhängiger Eltern
Dr. Elke Bruns-Philipps, Niedersächsisches Landesgesundheitsamt
14:30 Uhr Trampolin – Kinder aus suchtbelasteten Familien entdecken ihre Stärken
Claudia Mierzowsky, Drogenhilfe Hildesheim gGmbH Vortragsfolien folgen
Veronika Breßer, Jugendamt der Stadt Hildesheim

15:00 Uhr Kaffeepause
15:15 Uhr Das ESCapade Projekt - ein familienorientiertes Interventionsprogramm für Jugendliche mit problematischer
Computernutzung
Markus Wirtz, Fachstelle für Suchtprävention – Drogenhilfe Köln gGmbH

15:45 Uhr Netzwerkprojekt Connect – Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien – Kooperationen und Vernetzung
Irene Ehmke, Büro für Suchtprävention Hamburg Vortragsfolien als PDF

16:15 Uhr Stehtischdiskussion

16:45 Uhr Ende der Veranstaltung

Veranstaltungsort
Akademie des Sports des LSB Niedersachsen e.V.
Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10, 30169 Hannover

Anreise
Mit der Bahn: Vom Kröpcke oder Hauptbahnhof aus mit den U-Bahn Linien 3 und 7 Richtung Wettbergen bis Station: Stadionbrücke, ca. 4 Min. Fußweg in Richtung AWD Arena (Niedersachsenstadion) zum LandesSportBund.
Mit dem PKW: Von allen BAB-Abfahrten Hannover in Richtung Stadtzentrum. In Zentrumsnähe bitte den weißen Hinweisschildern AWD Arena, Sporthalle/Sportpark folgen. Hinweis: Bei Großveranstaltungen steht ggf. nur wenig Parkraum zur Verfügung. Nutzen Sie dann bitte den Parkplatz Stadionbrücke und achten Sie auf besondere Beschilderungen.
Bitte beachten Sie, dass der Veranstaltungsort innerhalb der Umweltzone von Hannover liegt!

Teilnahmebedingungen
Die Teilnahmegebühr beträgt 40 Euro (inkl. Getränke und Mittagsimbiss).
Anmeldeschluss ist der 14.11.2012.

Anmeldungen nehmen wir nur schriftlich oder online entgegen. Sie erfolgen unter Anerkennung der Teilnahmebedingungen und sind verbindlich. Mit Anmeldung zur Fachtagung wird die Teilnahmegebühr fällig. Eine gesonderte Rechnungsstellung und Anmeldebestätigung erfolgt nicht. Bei Stornierung der Teilnahme bis zum 16.11.2012 erstatten wir die Teilnahmegebühr abzüglich 10 € Verwaltungsgebühr. Bei Nichterscheinen berechnen wir die volle Teilnahmegebühr.
Bitte überweisen Sie den Teilnahmebeitrag unter Angabe Ihres Namens und des Stichwortes „28.11.2012“ auf das Konto der Akademie für Sozialmedizin, Bank für Sozialwirtschaft,
Konto-Nr. 8 40 40 03, BLZ 251 205 10

Organisation
Landesvereinigung für Gesundheit und
Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.
Sabine Erven
Tel.: 05 11 / 38 81 18 98, Fax: 05 11 / 3 50 55 95
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.gesundheit-nds.de

Fortbildungspunkte
Die Zertifizierung mit Fortbildungspunkten ist bei der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Niedersachsen beantragt.