Die Impfung gegen humane Papillomviren, die zu Gebärmutterhalskrebs führen können, kurz HPV-Impfung genannt, wurde 2006 erstmalig zugelassen. Im europäischen Ausland sind Langzeitstudien durchgeführt worden, die zu positiven Ergebnissen gelangen. Ist die Kritik, die bei der Zulassung der Impfung aufkam, damit entkräftet? Aber wer soll eigentlich geimpft werden? Die Zielgruppen werden ständig ausgeweitet. Waren es zuerst die 12 bis 17-jährigen Mädchen, so wurde im August 2010 ein Impfstoff auch für Frauen bis 45 Jahren zugelassen. Im August 2011 wurden erstmals Daten zum patientenrelevanten Nutzen bei jungen Männern in die Fachinformationen zum Impfstoff aufgenommen.

Die Fachtagung
  • bilanziert die bisherigen Erfahrungen und internationalen Studienergebnisse zu Nutzen und Wirksamkeit der Impfung;
  • stellt eine systematische Bewertung zur Kosteneffektivität der Impfung vor;
  • thematisiert die Erfordernisse rund um die HPV-Impfung aus Public Health Perspektive;
  • erörtert die Folgen der Impfung für die Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung;
  • beleuchtet Informationsstrategien: Wer braucht welche Informationen, um eine qualifizierte Entscheidung treffen zu können? Wie laufen Entscheidungsprozesse in Familien und unter den Jugendlichen ab? Auf welche Art von Informationen stoßen Interessierte?
  • diskutiert die Rolle des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und anderer AkteurInnen.
  • formuliert Anforderungen für einen transparenten Umgang mit dem Thema HPV-Impfung.

Die Fachtagung richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, SexualpädagogInnen, Interessierte aus dem Bildungs-, Gesundheitsund Politikbereich.

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Programm

10:00 Uhr | Anmeldung

11:00 Uhr | Begrüßung
Prof. Dr. Daphne Hahn, pro familia Bundesverband

11:15 Uhr | Wie wirksam ist die HPV-Impfung und für wen? | Vortrag | Manifest
Aktuelle Daten- und Studienlage zu Nutzen und Wirksamkeit der HPV-Impfung und der Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung
Prof. Dr. Ingrid Mühlhauser, Universität Hamburg

12:00 Uhr | Kosteneffektivität der Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV): Eine gesundheits-ökonomische Informationssynthese unter Berücksichtigung von Public Health Aspekten
Prof. Dr. Dea Niebuhr, Hochschule Fulda

12:45 Uhr | Mittagspause

13:45 Uhr | Wie kommen Mädchen / junge Frauen und Jungen / junge Männer zu der Entscheidung, sich impfen zu lassen oder nicht?
Informationsstrategien zum Thema und ihre Folgen
Prof. Dr. Daphne Hahn, Hochschule Fulda

14:30 Uhr | Auf den Kontext kommt es an – ganzheitliche Informationsvermittlung im Rahmen eines sexualpädagogischen interkulturellen Mädchen- gesundheitsprojektes | Vortrag
Susan Bagdach, Interkulturelles Frauen- und Mädchen Gesundheitszentrum Holla e. V., Köln

15:00 Uhr | Kaffeepause

15:30 Uhr | HPV-Impfung im Fokus
Diskussion unter Einbeziehung des Publikums mit
Statements von:
  • Prof. Ingrid Mühlhauser: Die Manifest-Gruppe – Was sie wollte, was sie erreicht hat
  • Dr. med. Yvonne Deleré, Robert Koch-Institut „5 Jahre nach Impfempfehlung: Herausforderungen und Perspektiven aus Sicht der Öffentlichen Gesundheit“
  • Sebastian Kempf, pro familia: Das Thema HPV (- Impfung) in der sexualpädagogischen Arbeit von pro familia
  • Dr. Burckhard Ruppert, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V.:“ HPV-Impfung in der kinder- und jugendärztlichen Praxis – was ist mit den Jungs?“
  • Dr. Britta Reckendrees, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: „Jugendgerechte Aufklärung zum Impfen aus Sicht der BZgA“
  • Dr. Elsbeth Saucke: Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e. V.: Was Gynäkologinnen für eine bessere Versorgung tun können
anschl. Tagungsbeobachtung mit Statements von
Harriet Langanke, DSTIG – Deutsche STI-Gesellschaft
Stefan Pospiech, Gesundheit Berlin-Brandenburg

17:15 Uhr | Ende der Veranstaltung

Nach den Vorträgen ist jeweils eine Diskussion geplant.

Moderation
Dr. Ute Sonntag, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.