Selbsthilfe im Web 2.0

Selbsthilfeangebote im Web 2.0 eröffnen Möglichkeiten schneller Kontaktaufnahme und Informationsbeschaffung. Ratsuchende können dabei (relativ) anonym bleiben, so dass sich Hemmschwellen leichter überwinden lassen. Es können Personen erreicht werden, die aus zeitlichen Gründen oder aufgrund von Mobilitätseinschränkungen keine Möglichkeiten zum Aufsuchen von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen haben.


Zu dieser Gruppe gehören auch Ratsuchende mit sehr seltenen Erkrankungen oder Problemlagen, für die in der physischen Welt keine erreichbaren Angebote zur Verfügung stehen. Die Umsetzung virtueller Selbsthilfe erfordert jedoch bei Anbietern und Ratsuchenden ein gewisses Maß an Medienkompetenz. Computervermittelte Kommunikation ist anderen Regeln unterworfen als die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht. Herausforderungen wie die nutzerorientierte Umsetzung von Web 2.0-Funktionalitäten, Wahrung des Datenschutzes und Beachtung zahlreicher weiterer gesetzlicher Bestimmungen sowie die barrierefreie Umsetzung von Internetangeboten werden immer komplexer.

Die Fachtagung am 16.03.2012 wird einen Überblick über die bereits etablierte vielfältige Selbsthilfelandschaft im Internet und die Chancen und Grenzen ihrer Weiterentwicklung im Web 2.0- Zeitalter geben. Neben den oben genannten Themen wird unser Augenmerk auch auf die Frage gerichtet werden, wie das Verhältnis von „virtueller“ Selbsthilfe zu „physischer“ Selbsthilfe aussieht und wie eine fruchtbare Kooperation dieser Selbsthilfeausprägungen aussehen kann.

Der darauf aufbauende Workshop am 17.03.2012 richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Selbsthilfeorganisation, die ihren Internetauftritt fit für das Web 2.0 machen wollen. Für bereits bestehende Angebote besteht zudem Gelegenheit, vor Ort eine Qualitätsprüfung des Aktionsforums Gesundheitsinformationssystem (afgis) e. V. zu absolvieren.

Veranstaltungsflyer >>

Programm

Tag 1 Fachtagung
Ärztekammer Niedersachsen

09:30 Uhr | Anmeldung, Begrüßungskaffee

10:00 Uhr | Eröffnung und Begrüßung
Dr. Gisbert Voigt, stv. Präsident der Ärztekammer Niedersachsen
Björn Kemeter, Nds. Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, Referat 307 – Seniorenpolitik, Bürgerschaftliches Engagement, Selbsthilfe
Dörte von Kittlitz, Selbsthilfe-Büro Niedersachsen

10:20 Uhr | Selbsthilfestrukturen im virtuellen Sozialraum
Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrmann, Hochschule
Darmstadt, University of Applied Sciences, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit

11:00 Uhr | Chancen und Risiken internetbasierter Selbsthilfe
Dr. Jutta Hundertmark-Mayser, Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen, NAKOS, Berlin

11:30 Uhr | Kaffeepause

11:45 Uhr | Erfahrungen mit Online-Selbsthilfe im Feld Krebserkrankungen – aus der Praxis für die Praxis
Enzia Selka, VulvaKarzinom-SHG e. V., Wilhelmshaven

12:10 Uhr | Online-Selbsthilfe aus Nutzerperspektive Gesprächsrunde mit Nutzerinnen und Nutzern von Online-Selbsthilfeangeboten
Rolf Blaga, Psoriasis-Netz
Birgit Schneegold, SHG Fibro-Schlicktown
Enzia Selka, VulvaKarzinom-SHG e. V.
Annette Weddy, Deutsche DepressionsLiga e. V.


anschließend Plenumsdiskussion

12:45 Uhr | Mittagsimbiss

13:45 Uhr | „Mit einem Bein im Gefängnis?“ – Herausforderungen der Online-Selbsthilfe im sozialpsychiatrischen Kontext
Martin Schumacher, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.

14:15 Uhr | Qualität durch Transparenz – (Mindest-) Standards für Selbsthilfe im Internet - Teil 1 - Teil 2
Raimund Dehmlow und Evelyne Hohmann, Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis) e. V.

14:45 Uhr | Podiumsdiskussion: Gräbt die virtuelle Selbsthilfe den traditionellen Strukturen das Wasser ab?
Michael Bellwinkel, BKK Bundesverband
Dr. Jutta Hundertmark-Mayser, NAKOS
Daniel Pilgrim, KIS – Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Prenzlauer Berg
Ines Teschner, Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e. V.

16:00 Uhr | Veranstaltungsende

Gesamtmoderation
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.


Tag 2 Workshop
Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen

09:00 Uhr | Begrüßungskaffee

09:30 Uhr | Selbsthilfe im Web 2.0 – Workshopphase 1

  • Das richtige CMS für meine Selbsthilfeorganisation
    Christian Riemen, eye-server
  • Rahmenbedingungen, Rechte und Pflichten von Anbieterinnen und Anbietern

anschließend Kaffeepause

anschließend Selbsthilfe im Web 2.0 – Workshopphase 2

  • afgis-Qualitätsprüfungen und -Zertifizierungen vorhandener selbsthilfebezogener Internetangebote
  • Umsetzungsberatung zu zukünftig geplanten selbsthilfebezogenen Internetangeboten
  • Präsentationen verfügbarer Produkte und Dienstleistungen zur Umsetzung selbsthilfebezogener Internetangebote

13:00 Uhr | Mittagsimbiss

13:30 Uhr | Fortsetzung Selbsthilfe im Web 2.0 – Workshopphase 2

15:30 Uhr | Workshopabschluss, Verabschiedung

Workshopleitung
Raimund Dehmlow und Evelyne Hohmann, Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis) e. V.
Martin Schumacher, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.

Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt. Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Sie werden informiert, falls der Workshop bei Anmeldung ausgebucht sein sollte.