Kunstfehler! Und was folgt daraus?

Dass sexuelle Übergriffe kein Kavaliersdelikt sind, gehört mittlerweile zum Selbstverständnis von Psychotherapie und psychosozialer Beratung. Vor 20 Jahren war dies noch anders. Heute hat jeder Therapieverband, der etwas auf sich hält, eine Ethikkommission und bietet Fortbildungen zu diesem Thema an.

1991 organisierte die Fachgruppe „Frauen in der psychosozialen Versorgung“ der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie e. V. (DGVT) das erste Hearing „Übergriffe in Therapie und Beratung – Kunstfehler oder Kavaliersdelikt?“. Ihr 20jähriges Engagement in diesem Bereich nimmt die Fachgruppe zum Anlass, eine Bestandsaufnahme zu machen und neue unbequeme Fragen zu stellen: Unter welchen Bedingungen und bei welchem Verhalten von Therapeutinnen, Therapeuten und von Beratenden stellen sich unerwünschte Nebenwirkungen ein? Wie geht es politisch weiter mit dem Thema?

Zielgruppen der Tagung sind Psychotherapeutinnen, Psychotherapeuten und Beratende in psychosozialen Arbeitsfeldern, Studierende, die Beratungsberufe erlernen, sowie Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen aus diesem Feld.

Die Tagung wird von der DGVT e. V. finanziert und der Fachgruppe „Frauen in der psychosozialen Versorgung“ der DGVT in Kooperation mit der LVG & AFS Niedersachsen e. V. organisiert.

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Erklärung zur Tagung >>

Programm

09:30 Uhr | Anmeldung und Stehkaffee

10:00 Uhr | Eröffnung und Begrüßung
Mechthild Greive, DGVT
Gertrud Corman-Bergau, Präsidentin der Psycho- therapeutenkammer Niedersachsen

Geleitwort
Dr. Cornelia Goesmann, Vorsitzende der Ärztekammer Niedersachsen, Bezirksstelle Hannover

10:30 Uhr | Grenzverletzungen in Psychotherapie und Beratung: Rückblick und Ausblick
Monika Bormann, Caritasverband für Bochum und Wattenscheid e. V., Beratungsstelle Neue Wege

11:15 Uhr | Wie wirken sich Grenzverletzungen auf die Betroffenen aus?
Monika Holzbecher, Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie e. V., Köln

12:00 Uhr | Kaffeepause

12:15 Uhr | Die Rolle der Ausbildungsinstitute, der Berufs- und Fachverbände und der Kammern im Umgang mit Grenzüberschreitungen und ethischen Fragen in der Psychotherapie
Dr. Giulietta Tibone, Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie, München

13:00 Uhr | Mittagspause

14:00 Uhr | „Giftige“ Psychotherapeut / innen und Berater / innen: Wenn Behandler / innen schaden
Prof. Dr. Irmgard Vogt, Frankfurt/M., DGVT Fachgruppe „Frauen in der psychosozialen Versorgung“

14:45 Uhr | Grenzverletzungen – was tun?
Dr. Andrea Schleu, Fachverband für Eye-Movement Desensitization and Reprocessing, Essen

15:30 Uhr | Sexuelle Übergriffe in Therapie und Beratung – Kunstfehler! Und was folgt daraus? | Vortrag
Podiumsdiskussion u. a. mit Dr. Steffen Fliegel, DGVT-AusbildungsAkademie, Münster Dr. Veronika Hillebrand, Verein Ethik in der Psycho- therapie, München

17:15 Uhr | Ende der Veranstaltung

Moderation
Dr. Ute Sonntag, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V., DGVT- Fachgruppe „Frauen in der psychosozialen Versorgung“
Prof. Dr. Eva Arnold, Universität Hamburg