Weiterbildungsveranstaltung zu »Arbeitslosigkeit und Gesundheit bei U-25 jährigen« in der Nordwestregion Niedersachsens

Arbeitslosigkeit ist ein Gesundheitsrisiko und gesundheitliche Einschränkungen führen zu Arbeitsplatzverlust oder erschweren die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Die Forschung in diesem Bereich liefert viele Belege für dieses Phänomen und man spricht von einem fatalen Kreislauf.


Neben körperlichen Erkrankungen führt Erwerbslosigkeit besonders häufig zu einer Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit. Erwerbslose sind drei- bis viermal so häufig psychisch krank wie Erwerbstätige. Identitätsverlust, Verlust des Gefühls für Zeitstruktur und Zweckbestimmung, Abbau der sozialen Integration und finanzielle Probleme sind häufig genannte Gründe dafür. Dies erfordert Wissen über die Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit sowie über Teilstrukturen des Gesundheitssystems. Auf Seiten der Arbeitsvermittlung wie auch bei anderen Institutionen, die in Aufgaben der Arbeitsmarktintegration eingebunden sind (z. B. Beratungsstellen, Weiterbildungs- und Qualifizierungsträger), fehlt ein solches Wissen im Detail.

Förderlich ist außerdem eine genaue Kenntnis bestehender Konzepte zur arbeitsmarktintegrativen Gesundheitsförderung und der Erfahrungen, die bereits damit gesammelt wurden.

Diese Themen sind Inhalt einer eintägigen gemeinsamen Weiterbildung, die sich an die Beschäftigten des Zentrums für Arbeit in Leer, der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft GAQ in Wilhelmshaven und der ARGE Oldenburg richtet. Neben Fachvorträgen wird die Thematik in Workshops mit Kleingruppen bearbeitet.

Ziel ist die Erhöhung des Wissensstandes zum Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Gesundheit bei den Beschäftigten der drei genannten Einrichtungen. Neben Austausch und kollegialer Beratung geht es außerdem um die Entwicklung von Handlungsperspektiven in diesem Bereich.


Programm

09.00 Uhr | Begrüßung und Einführung

09.15 Uhr | Fachvortrag
Arbeitslosigkeit und Gesundheit

Manfred Dickersbach, Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit NRW, Zentrum für Öffentliche Gesundheit, Düsseldorf

Diskussion

10.45 Uhr | MYKnetz - Beispiel guter Praxis
... und wir bewegen es doch!
| Vortrag
Möglichkeiten und Chancen von Netzwerkarbeit
Christoph Kretschmer, MYKnetz – Projekt der Arbeitsgemeinschaft Mayen-Koblenz
Erika Sander, IRR-Institut Koblenz

Kleingruppenarbeit

13.00 Uhr | Mittagspause

13.45 Uhr | Psychosoziale Bewältigung von Jugendarbeitslosigkeit
Was gibt es schon?
| Vortrag
Diskussion unterschiedlicher Ansätze
Dr. Gert Beelmann, QUOTAC, Bremen

Kleingruppenarbeit

16.30 Uhr | Ende der Veranstaltung

Gesamtmoderation
Dr. Antje Richter-Kornweitz, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.