Im Zuge des Aktionsplans „Lernen braucht Bewegung – Niedersachsen setzt Akzente“ kommt der Bewegung, dem Spiel und dem Sport für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in den Bildungseinrichtungen Kita und Schule eine veränderte pädagogische Bedeutung zu.

Die Devise moderner Pädagogik lautet: Kompetenzerwerb statt Wissensmehrung. Der Kompetenzerwerb gelingt am besten durch eigenständiges, forschendes Lernen, durch erprobendes Handeln. Dem Lernen durch Versuch und Irrtum wird hohe Priorität eingeräumt. Diese zukunftsweisende pädagogische Ausrichtung wertet die Freiräume in ihrer Bedeutung als Lern- und Entwicklungsräume auf und bestätigt die noch immer unterschätzte Wirkung des Raums als „dritter Pädagoge“.
Durch den verstärkten Einbezug von Bewegung soll ganzheitliches Lernen gefördert und Entwicklung unterstützt werden. Dies ist - mit Blick auf die zunehmende Verweildauer der Kinder und Jugendlichen in „Ganztagsbetrieben“ wie Kita und Schule - von hoher Bedeutung. Mehr Bewegung und Spiel führen unter anderem auch zur besseren Aufenthaltsqualität in den Einrichtungen, zur Reduzierung von Unfällen, zu weniger Vandalismus und zur Abnahme von aggressiven Handlungen.
Zur Unterstützung der Kitas und Schulen in ihrem Entwicklungsprozess auf dem Weg zu einem bewegten und gesunden Profil stellen sich z. B. die Fragen:
  • Wie kann Spielen und Lernen im Alltag durch bewegende und bewegungsbegleitende Akti-vitäten für Mädchen, Jungen, Lehrkräfte und Erzieherinnen motivierender und wirkungsvoller gelingen?
  • Wie können Rahmenbedingungen (Außenräume) dazu beitragen, Bewegung zuzulassen, zu fordern und zu fördern?
  • Wie lassen sich förderliche Bedingungen für eine bewegte Kita / Schule in die Organisation einbinden?
Mittels Diskussionen, Vorträgen und Workshops werden diese Fragen diskutiert, Möglichkeiten zum Austausch gegeben sowie Praxisbeispiele und kreative Übungen vorgestellt und auspro-biert. Workshops mit konkreten Tipps und Hilfen für den Arbeitsalltag runden das Programm ab.
Die landesweite Fachtagung richtet sich an verantwortliche Fachkräfte in Kindertagesstätten, Kindergärten, Horten, Grundschulen, weiterführende Schulen sowie an andere Professionelle aus den Bereichen Erziehung, Gesundheit, Soziales, Bildung und Politik.

Programm + Anmeldebogen >>

Programm

09:30 Uhr | Ankommen und Steh-Café

10:00 Uhr | Begrüßung und "Trommelwirbel"

10:15 Uhr | So sehen wir unsere (Frei)- Räume
Statements von Schülerinnen und Schülern aus Hannover

10:30 Uhr | Die Bedeutung von vorschulischen und schulischen Freiräumen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
Was brauchen die Kinder von der Elementar- bis Sekundarstufe
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Christian Wopp, Universität Osnabrück, Fachbereich Sport und Sportwissenschaften

11:30 Uhr – 13:00 Uhr | Workshops für den Elementarbereich, Primarbereich und Sekundarbereich

Elementarbereich
a)
"Spielerich Fit!" - Ein Bewegungsprogramm für Kindergarten und Grundschule
Ludwig Artzt GmbH, Dornburg
b) Das Gelände modellieren statt möblieren – dem Spiel Freiraum geben
Andrea Wendtland, Landschafts- und Freiraumplanung – Freiräume an Kinder-gärten und Schulen
c) Alles fließt - das Spiel mit dem Wasser
Peter Heuken, Richter Spielgeräte GmbH

Primarbereich
d)
Mut tut gut – Risiko und Wagniskompetenz in Freiräumen entwickeln
Hermann Städtler, Fridtjof-Nansen-Grundschule Hannover
e) Bewegung und Lernen – Selber Tun in anregungsreichen Freiräumen
Miriam Lohs, Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförde-rung e. V., Wiesbaden
f) Die Bewegungsfreude wie „nebenbei“ als Entwicklungsbeschleuniger nutzen
Karsten Heilmann, Fridtjof-Nansen-Grundschule, Hannover

Sekundarbereich
g)
Wie sehen die Pausen- und Bewegungsbedürfnisse der Jugendlichen aus?
Wolfgang Vogelsänger, IGS Göttingen
h) Erfolgreiche Gestaltungsvorschläge für Schulhöfe
Torsten Frank, Geschäftsführer COROCORD Raumnetz GmbH, Berlin

13:00 Uhr | Mittagspause

14:00 Uhr | Aktionszeit – Risiko und Wagnis ein Kinderspiel
Julian Richter, Geschäftsführer Richter Spielgeräte GmbH und Hermann Städtler, Fridtjof-Nansen-Grundschule, Hannover

14:50 Uhr | Nachgefragt: Was "bewegt" unsere Nachbarn in Österreich und der Schweiz?
Vertreterinnen und Vertreter der Bewegten Schule Österreich und Schweiz

15:00 Uhr | Erwachsene – Spielverderber in (Frei)-Räumen?
Prof. Dr. Eva Busch, Winnicott-Institut, Hannover im Dialog mit Hermann Grams, Akademie des Sports, Hannover

15:30 Uhr | Statement des Kultusministeriumsprojekts „Bewegte Schule“ zur Bedeutung von (Frei)-Räumen als Lernorte in Kindertageseinrichtungen und Schulen

16:00 Uhr | Ausklang mit gemeinsamem Kugelschreiber-Blues für eine bewegte Kindheit

16:15 Uhr | Tagungsende