Sucht und Gewalt - Zwei Seiten einer Medaille?

Der Zusammenhang zwischen einer Suchtmittelabhängigkeit einerseits und Gewalthandeln bzw. Gewalterfahrungen andererseits ist bislang zu wenig in den Fokus der Suchthilfe- und anderer Hilfesysteme gerückt worden. Neuere Forschungsergebnisse belegen die Wechselwirkungen zwischen Sucht und Gewalt relativ gut. Die Erklärungsmuster dafür sind bislang jedoch noch nicht befriedigend.
Beispielsweise ist häufig unklar, ob der Substanzkonsum selbst (z. B. Alkohol) nur einen Begleitumstand von Gewaltverhalten oder dessen Hauptursache darstellt. Alkohol senkt bereits bei nicht-süchtigem, übermäßigem Gebrauch die Schwellen für Gewalthandlungen. Die Persönlichkeitsstörungen, die mit Suchterkrankungen meist einhergehen, können diese gewaltförmigen Verhaltensweisen stabilisieren und sich damit auf Dauer einstellen.


Im Rahmen der XX. niedersächsischen Suchtkonferenz sollen die Zusammenhänge zwischen Sucht und Gewalt näher beleuchtet und Erklärungsmuster angeboten werden. Da Gewalt häufig im häuslichen Umfeld stattfindet, werden hier Analysen und Hilfesysteme vorgestellt. Die Auswirkungen neuer Medien auf die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen stellt einen weiteren Tagungsschwerpunkt dar. Abschließend sollen Herausforderungen für integrierte Konzepte zur Sucht- und Gewaltprävention benannt und Modelle guter Praxis aufgezeigt werden. Die Suchtkonferenz ist gemäß ihrer Schwerpunktsetzung interdisziplinär angelegt und richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Suchthilfe und -prävention, der Gesundheitsversorgung, der Jugendhilfe, der Gewaltprävention, Frauen- und Männerarbeit, wissenschaftlichen Forschung in diesen Bereichen sowie der Sozialversicherungsträger.

PROGRAMM


9.30 Uhr | Anmeldung und Begrüßungskaffee


10.00 Uhr | Eröffnung und Begrüßung

10.05 Uhr | Grußwort
Heiner Pott, Staatssekretär des niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit
und Integration

10.20 Uhr | Sucht und Gewalt - Zwei Seiten einer Medaille? Hintergründe, Erklärungsmuster und Präventionsmöglichkeiten
Prof. Dr. Michael Klein, Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen, Köln

11.00 Uhr | Gewalt im Geschlechterverhältnis
Prof. Dr. Christine Morgenroth, Institut für Soziologie, Leibnitz Universität Hannover, Hannover

11.40 Uhr | Kaffeepause

12.00 Uhr | Landesaktionsplan „Häusliche Gewalt“ in Niedersachsen: Netzwerke(n) in der Intervention
Andrea Buskotte M.A., Koordinationsprojekt „Häusliche Gewalt“, Landespräventionsrat Nds., Hannover

12.40 Uhr | Diskussion

13.00 Uhr | Mittagspause

14.00 Uhr | Gewalterleben und -verhalten von Jugendlichen mit Substanzkonsum
Ellen Pflug, Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen, Köln

14.40 Uhr | Bindgedrinking, Sexualität und Geschlechterrollen
Susanne Herschelmann, Kajal / Frauenperspektiven e. V.

15.20 Uhr | Gewalt-Sucht-Internet
PD Dr. Bert te Wildt, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

16.00 Uhr | Diskussion

16.30 Uhr | Ende der Veranstaltung

Moderation:
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.


Organisation
Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.
Sabine Erven
Tel.: 05 11 / 38 81 18 98, Fax: 05 11 / 3 50 55 95
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Internet: www.gesundheit-nds.de | Arbeitsbereich AFS