30. Mai 2018 Traumata und Sucht

 
Erstellt am 02.03.2018 von Theresa Vanheiden

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Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10, 30169 Hannover

XXVII. Niedersächsische Suchtkonferenz
Vertiefungsveranstaltung

Sicherheit finden – Sucht als Bewältigungsstrategie erlebter Traumata

Da die Nachfrage nach der XXVII. Niedersächsischen Suchtkonferenz zum Thema Traumata und Sucht so stark war, möchten wir diese Veranstaltung noch einmal anbieten und dieses wichtige Thema vertiefend aufgreifen.

Mindestens die Hälfte aller suchtmittelabhängigen Menschen hat im Laufe ihres Lebens Traumatisierungen unterschiedlichster Art erlebt. Auslöser sind häufig Gewalterfahrungen, Vernachlässigung, Fluchterfahrungen. Sind Menschen suchtmittelabhängig, erleben sie häufig weitere Traumatisierungen. Die Wechselwirkungen von Traumata und Sucht werden im Hilfesystem noch nicht systematisch berücksichtigt, dies zeigt sich beispielsweise auch daran, dass Suchthilfe und psychiatrische Hilfen nicht flächendeckend aufeinander abgestimmt sind. Der Konsum von Suchtmitteln ist häufig der Versuch, mit erlebten Traumata umzugehen, Traumafolgeschäden abzuwehren. 

Bei der Behandlung von Patient*innen mit Traumatisierung und Suchtmittelabhängigkeit bedarf es spezieller Verfahren zur Suchtbehandlung. Patient*innen mit Traumatisierung und Suchtmittelabhängigkeit leiden häufiger an weiteren affektiven Störungen, brechen die Therapie häufiger ab oder erleiden häufiger Rückfälle als nichttraumatisierte suchtkranke Patient*innen. Bei der Behandlung von Suchterkrankungen sind zwingend erlebte Traumatisierungen in den Blick zu nehmen. Im Mittelpunkt dieser Tagung soll daher die praxisnahe Vorstellung des ressourcenorientierten Therapiemanulas „Sicherheit finden“ stehen, das an diesem Punkt ansetzt und Traumatisierung und Sucht zusammen behandelt.

Aber auch die Versorgung von vulnerablen Personengruppen, wie zum Beispiel Kinder in suchtbelasteten Familien und traumatisierte Flüchtlinge, stellt eine besondere Herausforderung dar. Erleben Menschen in jungen Jahren Traumatisierungen bleiben häufig gravierende Traumafolgeschäden bestehen. Kinder und Jugendliche suchtkranker Eltern erleben tagtäglich die Suchterkrankung der Eltern und die damit einhergehenden Belastungen. Ebenso hat ein Großteil der Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen auf der Flucht oder im Herkunftsland Traumatisierungen erlebt. Hier bedarf es aufgrund von möglichen kulturellen, religiösen oder sprachlichen Barrieren einer kultursensiblen Suchtberatung und Traumabehandlung. Nicht zuletzt sind auch genderspezifische Aspekte bei der Prävention und Behandlung von Sucht und Traumata zu berücksichtigen. 

Wir möchten mit dieser Veranstaltung für die Wechselwirkungen von Traumata und Sucht sensibilisieren und neue Perspektiven auf die Prävention und Behandlung von Traumata und Sucht aufzeigen.

Zielgruppe der Tagung sind u.a. Suchtmediziner*innen, Psychotherapeut*innen, Mitarbeitende aus Suchtberatungs- und Suchthilfestellen sowie aus der psychiatrischen Versorgung.


Programm

09:30 Uhr | Anmeldung und Begrüßungskaffee

10:00 Uhr | Begrüßung
Bärbel Lörcher-Straßburg, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

10:15 Uhr | Die Bedeutung von Traumatisierungen für die Entwicklung und den Verlauf von Suchterkrankungen
Viktoria Kerschl, Fachklinik DO IT! Therapiehilfeverbund e. V., Travemünde

11:00 Uhr | Kaffeepause

11:15 Uhr | Migration, Flucht und Sucht: Interkulturelle Lösungen für die Prävention und Beratung
Ahmet Kimil, Ethno-Medizinisches Zentrum e. V.

12:00 Uhr | Mittagspause

13:00 Uhr | Gender – Sucht – Trauma, Zusammenhänge und Implikationen für die Praxis
Sybille Teunißen, Praxis für Psychotherapie und Supervision, Wuppertal

13:45 Uhr | Kinder in suchtbelasteten Familien
Jessika Kuehn-Velten, Ärztliche KinderschutzAmbulanz am Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf

14:30 Uhr | Kaffeepause

14:45 Uhr | Praxisbeispiel „Sicherheit Finden – ein Therapieprogramm für traumatisierte Suchtpatient*innen“
Dr. Wibke Voigt, Fachklinik Kamillushaus, Essen

16:15 Uhr | Ende der Veranstaltung

Gesamtmoderation
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.