21.- 22. April 2016 »Segel setzen 2016«

 
Erstellt am 09.12.2015 von Sabine Erven

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Vahrenwalder Straße 92, 30165 Hannover

Armut behindert Teilhabe - Was können wir dagegen tun?

Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahre 2009 bekommt der Anspruch der von Behinderung betroffenen Menschen auf Gleichstellung und Teilhabe mehr Aufmerksamkeit. Im Fokus stehen bisher allerdings schulpflichtige Kinder und Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung. Die Situation chronisch psychisch erkrankter und seelisch behinderter Menschen spielt dagegen kaum eine Rolle. Ihre Teilhabe wird häufig durch Armut behindert, und im Lichte eines erweiterten Armutsbegriffs bedeutet das nicht nur Geldmangel, sondern auch Arbeitslosigkeit, Vereinsamung und Ohnmacht.

Um die Zusammenhänge zwischen mangelnder Teilhabe und aktuellen ökonomischen sowie politischen Trends geht es in den Plenarvorträgen, auch mit Blick auf das Risiko einer Anpassung unseres eigenen Denkens und Handelns. Laufen nicht auch wir im Hamsterrad, in dem die durchökonomisierte Gesellschaft ihre Resonanzräume verliert? Neigen auch wir dazu, unsere Angebote nach dem „Inverse Care Law“ nur noch auf messbare Erfolge bei den Betroffenen, zufriedene Gesichter bei den Teammitgliedern und glänzende Augen bei den Betriebswirtschaftlern auszurichten? Am Beispiel konkreter Herausforderungen wollen wir in parallelen Workshops diskutieren, wie sich ökonomische und soziale Armut auf unsere Alltagsarbeit auswirken und was wir dagegen setzen können.

Darüber hinaus beschäftigt sich ein Forum mit der Frage, wie wir Art und Umfang der Leistungen Sozialpsychiatrischer Dienste so darstellen können, dass sich daraus der Personalbedarf für eine gute Aufgabenbearbeitung ermitteln lässt.

Unsere bundesweite Fachtagung bietet Ihnen wieder einmal die Gelegenheit, mit vielen Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Berufsgruppen und Bundesländern Erfahrungen auszutauschen, miteinander zu diskutieren und neue Ideen auszubrüten. Seien auch Sie dabei, wenn die Sozialpsychiatrischen Dienste in Deutschland zum vierten Mal seit 2010 wieder ihre Segel setzen!

Programm

Donnerstag, 21. April 2016

Moderation des Tages
Claudia Zinke, Der Paritätische Gesamtverband, Berlin

09:00 | Registrierung und Begrüßungskaffee

10:00 | Veranstaltungseröffnung
Erwin Jordan, Sozialdezernent der Region Hannover

10:30 | Das „Inverse Care Law“ – Der Sozialdarwinismus infiltriert die Versorgungsstrukturen; was können wir tun?
Prof. Dr. Günther Wienberg, v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel

11:30 | Im Hamsterrad – Die Ökonomisierung der Gesellschaft zerstört die Resonanzräume; was können wir tun?
Prof. Dr. Hartmut Rosa, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Soziologie

12:30 | Mittagspause

14:00 - 17:00 | parallele Workshops

WS 1
Herausforderung Familienarmut: Kinder, Jugendliche und ihre Eltern (Kinder- und Jugendpsychiatrie)
Moderation: Martin Pölkow, SpDi Soltau
Input: Dr. Thomas Götz, Gesundheitsamt Frankfurt am Main

WS 2
Herausforderung Armut und Vereinsamung im Alter: alte, gebrechliche und demente Menschen (Gerontopsychiatrie)
Moderation: Wolfram Beins, SpDi Celle
Input: Bernd Meißnest, Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie, Gütersloh

WS 3
Herausforderung Langzeitarbeitslosigkeit und „Vermittlungshemmnisse“: gering qualifizierte, arbeitslose und erwerbsgeminderte Menschen (berufliche Rehabilitation, Teilhabe an Arbeit)
Moderation: Dr. Matthias Albers, SpDi Köln
Input 1: Manfred Becker, Bonn
Input 2: Annette Schmidt, SpDi Recklinghausen

WS 4
Herausforderung soziale Exklusion und Wohnungslosigkeit: vereinsamte und verarmte, wohnungslose und in Heimen untergebrachte Menschen (Eingliederungshilfe, soziale / kulturelle Teilhabe)
Moderation: Dr. Katharina Ratzke, Diakonie Deutschland - Evangelischer Bundesverband Berlin
Input: Ulla Schmalz, DRK-Kreisverband Köln e. V.

WS 5
Herausforderung chronisch mehrfach Abhängigkeitskranke: Menschen mit Abhängigkeit von Suchtmitteln / stoffungebundenen Süchten und zusätzlichen sozialen Problemen und/oder somatischen Erkrankungen (Suchtmedizin / Suchthilfe)
Moderation: Constantin v. Gatterburg, SpDi Heppenheim
Input 1: Uwe Reichertz-Boers, SuPA GmbH, Hannover
Input 2: Thomas Bader, Fachausschuss Suchthilfe der DGSP, Drogenhilfe Tübingen e. V.

WS 6
Herausforderung Migration und Flucht: Flüchtlinge und zugezogene Menschen aus fremden Kulturen (Migrantenpsychiatrie)
Moderation: Prof. Dr. Marc Ziegenbein, KRH Psychiatrie GmbH, Hannover
Input: Dr. Ibrahim Özkan, Asklepios Psychiatrie Niedersachsen GmbH, Göttingen

WS 7
Herausforderung Straffälligkeit: Menschen im Straf- oder Maßregelvollzug (forensische Psychiatrie)
Moderation: Dr. Detlev Gagel / Dr. Klaus Obert
Input 1: Helen v. Massenbach, ZeitRaum gGmbH, Berlin
Input 2: Martin Sickinger, Forensische Psychiatrie Weissenau, ZfP Südwürttemberg

Forum
Wie lassen sich für Sozialpsychiatrische Dienste Leistungsstandards beschreiben und entsprechende Personalbedarfe ermitteln?
Moderation: Dr. Hermann Elgeti, Hannover
Inputgebende: Peter Schlegel, SpDi Landkreis Harburg; Dr. Volker Heimeshoff, SpDi Stadt Wolfsburg; Martin Keck, SpDi Kreis Pinneberg; Dr. Heiko Heißenbüttel, SpDi Stadt Bremerhaven; Klaus Petzold, SpDi Kreis Ostholstein


Freitag, 22. April 2016

Moderation des Tages
Dr. Klaus Obert, Caritasverband für Stuttgart e. V.

09:00 | Begrüßungskaffee

09:30 | World-Café

11:00 | Kaffeepause

11:30 | Armut,Teilhabe und der alltags- und lebenswelt orientierte Ansatz: Strategien gegen sich verschärfende individuelle und kollektive Lebenslagen
Prof. Dr. Hans Thiersch, Tübingen

12:15 | Tagungsbeobachtungen
• Dr. Caroline Trautmann, Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker, Bonn
• Cornelia Diebow, PRENZLKOMM Soziale Dienstleistungen gGmbH, Berlin
• Thomas Schremmer, MdL, Bündnis 90 Die GRÜNEN, Hannover

13:00 | Ende der Veranstaltung