Im Altenpflegesektor stehen große Herausforderungen an: Demografische und epidemiologische Wandlungsprozesse bedingen eine drastische Zunahme der Anzahl der Pflegebedürftigen in der Gesellschaft. Wenngleich ein großer Anteil dieses Personenkreises noch immer im Familienkontext betreut wird, sind doch aufgrund einer steigenden Frauenerwerbstätigkeit, der wachsenden Wohnentfernungen zwischen den Generationen und veränderter Wertehaltungen zunehmend häufiger auch professionelle Dienste und Einrichtungen in die Versorgung mit eingebunden.

Der mit diesen Entwicklungen einhergehende Bedarf an Pflegekräften lässt sich jedoch bereits heute kaum decken. Vor diesem Hintergrund gewinnen Personalrekrutierungsstrategien im Altenpflegesektor an Bedeutung. Eine entscheidende Möglichkeit der Fachkräftesicherung stellt die Ausbildung von Pflegekräften dar. Ein bisher wenig ausgeschöpftes Potenzial liegt hier bei den jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Sie finden gegenwärtig noch kaum den Weg in eine Pflegeausbildung. Zudem verfügen sie durch Fremdsprachenkenntnisse und ihr Verständnis für die Auswirkungen einer Migration über wertvolle Ressourcen, die für die Umsetzung einer auf transkultureller Kompetenz fußenden kultursensiblen Pflege von großer Bedeutung sind. Bisher bestanden noch wenige Erkenntnisse darüber, wie Jugendliche mit Migrationshintergrund für den Altenpflegeberuf gewonnen werden können. Unklar ist, welche Strategien sich einsetzen lassen, um diesen Personenkreis anzusprechen, wie genau diese Strategien ausgestaltet sein müssen und ob sie sich von denjenigen Strategien unterscheiden, die für die Gewinnung von Jugendlichen ohne Migrationshintergrund geeignet sind.

Zielgruppe
Jugendliche (mit Migrationshintergrund) und ihre Eltern, Altenpflegeeinrichtungen und -schulen, allgemeinbildende Schulen

Ziele
Das primäre Ziel des Projekts besteht darin, Strategien zu entwickeln, mit Hilfe derer Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund für die Altenpflegeausbildung gewonnen werden können. Langfristig zielen diese Methoden darauf ab, den Anteil der Pflegekräfte mit Migrationshintergrund in der Altenpflege zu erhöhen und somit verbesserte Rahmenbedingungen für eine kultursensible Versorgung zu schaffen.

Laufzeit
April 2012 bis Dezember 2013

Tätigkeiten
Das Projekt lässt sich in eine Explorations- und Maßnahmenentwicklungsphase, eine Umsetzungs- sowie eine Reflexions- und Überarbeitungsphase gliedern. In der Explorations- und Maßnahmenentwicklungsphase standen die Suche nach möglichen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern, die Analyse von Erfolgsfaktoren für die Gewinnung von Jugendlichen für Ausbildungsgänge anhand von Projekten mit ähnlicher Zielsetzung, die Diskussion geplanter Aktivitäten im Rahmen von zwei Vernetzungsworkshops und die Entwicklung der Strategien im Vordergrund. In einem zweiten Schritt erfolgt die Erprobung der verschiedenen Maßnahmen in Zusammenarbeit mit allgemeinbildenden Schulen, Migrantenselbstorganisationen, Altenpflegeschulen, Pflegeeinrichtungen und sonstige von der Zielgruppe besuchten Einrichtungen in den Stadtteilen Linden-Limmer, Ricklingen, Bothfeld-Vahrenheide und Nordstadt-Hainholz in Hannover. Es handelt sich zum Beispiel um Informationsveranstaltungen nach dem Peer-to-Peer-Prinzip, Exkursionen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie spezifische Projektwochen an den beteiligten Schulen.

Evaluation
Die eingesetzten Strategien wurden im Prozessverlauf kontinuierlich dokumentiert. Auf dieser Grundlage konnten Erfolge und Fehlschläge analysiert werden.

Geldgeber
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Materialien
Powerpoint-Präsentation I care... u2?!

unter Informationen für Fachkräfte…

Kontakt
Dr. Maren Preuß
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Tel.: 0511 / 388 11 89 - 306