Für eine gelingende kommunale Gesundheitsförderung müssen alle Akteur*innen an einem Strang ziehen und nach Möglichkeit in Netzwerken zusammenarbeiten. Nicht immer ist es jedoch leicht, einen Überblick über bestehende Strukturen und Projekte zu erhalten und die Wünsche der Bevölkerung in die Planung einzubeziehen. Im Projekt Kontextcheck begleitet die LVG & AFS Kommunen dabei, ihre kommunale Gesundheitsförderung als strategischen Prozess zu gestalten und bedarfs- und bedürfnisorientiert auszubauen.

Das Projekt wurde im Mai 2016 in Kooperation mit der BKK Mobil Oil initiiert. In Zusammenarbeit mit Expert*innen der jeweiligen Fachgebiete wird ein umfassender Leitfaden für die Bedarfs- und Bedürfnisermittlung der kommunalen Prävention und Gesundheitsförderung entwickelt. Zum Beispiel werden Hilfsmittel zur Basisdatenerhebung, zur Ermittlung von Struktur- und Sozialdaten, Checklisten und Ablaufraster für die partizipative Bedürfniserhebung ausgearbeitet und in verschiedenen Modellkommunen erprobt. Dazu werden kommunale ressortübergreifende Arbeitsgruppen gebildet und spezifische Fragestellungen oder Bezugsräume aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet (siehe Prozesskreislauf der Modellphase). So können z. B. Netzwerke analysiert und optimiert sowie Prioritäten und Handlungsempfehlungen für die Arbeit vor Ort entwickelt und damit eine Basis für neue Projekte oder den Ausbau bestehender Angebote geschaffen werden. Es wird in der Modellphase Bezug auf die Gruppen Kinder und Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund und ältere Menschen genommen.

 

Zielgruppe
Im engeren Sinne ist die Zielgruppe des Projekts die Kommune (ressortübergreifende Strategieentwicklung). Im weiteren Sinne ist der Leitfaden auf eine kommunale Bedarfs- und Bedürfniserhebung der Zielgruppen Kinder und Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund sowie ältere Menschen ausgelegt.

Ziele

  • Entwicklung eines Leitfadens mit verschiedenen Hilfsmitteln zur kommunalen Bedarfs- und Bedürfniserhebung
  • Erprobung des Instruments in sechs Modellregionen
  • Wissensvermittlung an Multiplikator*innen

Laufzeit
Das Projekt erstreckt sich über einen Zeitraum von Mai 2016 bis August 2018. Die Abschlusstagung ist am 09. Mai 2018 in Hannover angesetzt.

Tätigkeitsbereiche

  • Literaturrecherche
  • Instrumententwicklung unter anderem durch Expert*innenbefragungen
  • Entwicklung von Rastern, Checklisten und Arbeitsbögen als Hilfsmittel
  • Modellhafte Erprobung und Prozessbegleitung in sechs Kommunen in Niedersachsen
    • Kinder und Jugendliche:
      Stadt Braunschweig; Bedarfs-/Bedürfnisanalyse zur Verminderung von Auffälligkeiten bei Kindern vor der Einschulung
      Stadt und Landkreis Celle: Bedarfs-/Bedürfnisanalyse zum Thema psychische Gesundheit und Medienkompetenz bei Schüler*innen in der 5. Klasse
    • Menschen mit Migrationshintergrund:
      Stadt Dissen (LK OS):  Bedarfs-/Bedürfnisanalyse zur Gesundheitsförderung bei Arbeitsmigrant*innen
      Stadt Delmenhorst: Bedarfs-/Bedürfnisanalyse in den Stadtteilen Düsternort und Wollepark zum Thema psychische Gesundheit, soziale Teilhabe und Integration
    • Ältere Menschen:
      Landkreis Lüchow-Dannenberg: Bedarfs-/Bedürfnisanalyse zur Sensibilisierung und Vorbereitung auf das selbstbestimmte und aktive Älterwerden
      Wittingen (LK GF): Bedarfs-/Bedürfnisanalyse zur Entwicklung eines Rahmenkonzeptes für Senior*innen im Stadtgebiet
  • Informationsverbreitung an Multiplikator*innen über eine Abschlusstagung

Kooperation
Die BKK Mobil Oil unterstützt und finanziert das Projekt.

Veröffentlichung
Der Leitfaden wird zum Ende des Projekts an dieser Stelle veröffentlicht.

Kontakt
Lea Oesterle

Sophia Gottschall