Kinder und Jugendliche stellen eine Bevölkerungsgruppe dar, bei der gesundheitsfördernde aber auch gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen entscheidend geprägt werden und bei denen der Aufbau von Gesundheitsressourcen für das spätere Gesundheits- und Krankheitsverhalten eine wichtige Rolle spielt. Deshalb ist die Verabschiedung von Gesundheitszielen für das Kindes- und Jugendalter eine Weichenstellung für Prävention und Gesundheitsförderung, deren volkswirtschaftlicher Nutzen langfristig ausgerichtet ist.

Drei interdisziplinäre Arbeitsgruppen, bestehend aus Fachleuten von Einrichtungen des Gesundheits-, Jugend- und Bildungssektors, haben für Niedersachsen eine Konkretisierung von drei Zielbereichen vorgenommen. Die drei Zielbereiche lauten:

  • Kinderunfälle werden reduziert: das Lebensumfeld von Kindern ist kindgerechter und weniger unfallträchtig gestaltet; die Bewegungskompetenz von Kindern ist gestärkt.
  • Die Inanspruchnahme der U8, U9, J1 ist erhöht, insbesondere bei sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen.
  • Der Tabakkonsum bei Kindern und Jugendlichen ist zurückgegangen, das Einstiegsalter ist erhöht.

Für diese drei Zielbereiche wurden Ziele, Teilziele, geeignete Maßnahmen zur Umsetzung, Messgrößen und Evaluationsmöglichkeiten erarbeitet sowie die zu beteiligenden Stellen und Partner für die Umsetzung benannt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweiten Gesundheitsziele-Konferenz Niedersachsen erklären ihre Bereitschaft, im Rahmen ihres Verantwortungsbereiches diese Ziele zu unterstützen. Zugleich sind alle zuständigen Akteure, Multiplikatoren und Kooperationspartner aufgerufen, die Ziele umzusetzen. Dabei kommt im Rahmen der Umsetzung der intersektoralen Zusammenarbeit zwischen Gesundheits-, Bildungs-, Sport-, und Sozialbereich ein besonderer Stellenwert zu. Neben der Anbahnung sektorübergreifender Zusammenarbeit sind auch die Übernahme von Zielpatenschaften bzw. Selbstverpflichtungserklärungen wichtige Beiträge für die Umsetzung der Gesundheitsziele. Außerdem empfiehlt die Gesundheitsziele-Konferenz der Landesregierung und dem Niedersächsischen Landtag, diese Gesundheitsziele zu unterstützen und ihre Umsetzung durch die Berücksichtigung bei gesetzgeberischen und gesundheitspolitischen Entscheidungen der Landesebene zu fördern.

Die bestehenden Arbeitsgruppen begleiten den Prozess der Zielumsetzung für die drei bislang ausformulierten Bereiche. Im Jahr 2004 soll eine erste Überprüfung der Umsetzung dieser drei exemplarischen Gesundheitsziele erfolgen. Künftig soll jährlich eine Gesundheitsziele-Konferenz in Niedersachsen stattfinden, die über den aktuellen Stand der Umsetzung beraten wird und weitere Gesundheitsziele für das Land Niedersachsen beraten und beschließen kann. Die Vorbereitung neuer Gesundheitsziele erfolgt in enger Zusammenarbeit des Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, der Landesvereinigung für Gesundheit und des Landesgesundheitsamtes mit ggf. themenspezifisch eingesetzten Arbeitsgruppen. Die Koordinierung der bisherigen Zielbereiche und der Formulierung neuer Ziele bleibt bei der Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen angesiedelt.

Die Dokumentation ist ab sofort als PDF-Dokument (dokugesundheitsziele.pdf) [647 KB] verfügbar.


Von der Gesundheitsziele-Konferenz am 10.09.2004 stehen folgende Beiträge zum Herunterladen bereit:

Thomas Altgeld, Ingeborg Holterhoff-Schulte
"Umsetzung des Gesundheitszieles Förderung des Nichtrauchens"
vortraggezialtgeldholterhoffschulte.pdf [219 KB]

Dr. Johann Böhmann
"Unfälle im 1. Lebensjahr"
vortraggeziboehmann.pdf [677 KB]

Elke Bruns-Philipps, Iris Bunzendahl
Stärkung der Inanspruchnahme der U8/U9/J1
vortraggezibrunsphilippsbunzendahl.pdf [142 KB]